Aktivisten halten Bauhaus-Universität in Weimar weiter besetzt

dpa
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Aktivisten haben die Bauhaus-Universität in Weimar besetzt.

Aktivisten haben die Bauhaus-Universität in Weimar besetzt.

Foto: Initiative Bauhaus.besetzt

Weimar.  Am Montag haben Aktivisten das Hauptgebäude der Weimarer Bauhaus-Universität besetzt. So soll es am Dienstag laut Polizei weitergehen.

An der Bauhaus-Universität in Weimar dauert die Besetzung des Hauptgebäudes durch Aktivisten an. Die Situation sei friedlich und ruhig, sagte eine Universitätssprecherin am Dienstag.

Die Hochschulleitung sei mit den jungen Leuten im Gespräch. Beide Seiten hätten sich darauf geeinigt, dass die Hochschule die Besetzung des Oberlichtsaals in dem Gebäude vorerst weiter dulden werde. Dies sei ein Entgegenkommen der Hochschulleitung, die keine "Missstimmung" erzeugen wolle. Eine zwangsweise Räumung ist laut Hochschule derzeit kein Thema.

Eine Sprecherin der Aktivisten sagte, die Aktion solle so lange fortgesetzt werden "wie Energie und Kraft da sind und unsere Themen ausgiebig diskutiert worden sind."

Kritik an den bestehenden gesellschaftlichen Verhältnissen

Auch am Dienstagmorgen hielten sich noch etwa 50 Studierende im Hauptgebäude der Uni auf. Der Lehrbetrieb sei bislang nicht beeinträchtigt. Die wenigen normalerweise im Oberlichtsaal angesetzten Lehrveranstaltungen seien in andere Räume verlegt worden, sagte die Sprecherin der Hochschule. Die Besetzer sind nach eigenen Angaben Studierende der Hochschule, an der unter anderem Fachleute für Architektur, Bauwesen, Kunst und Design ausgebildet werden.

Sie wollen mit der Besetzung ihre Kritik an den bestehenden gesellschaftlichen Verhältnissen, die aus ihrer Sicht verantwortlich u.a. für Klima-und Energiekrise, Armut und Pflegenotstand sind, zum Ausdruck bringen.

Polizei begleitet Aktion "defensiv"

In einem Bekennerschreiben der Aktivisten, das dieser Zeitung vorliegt, heißt es dazu: "Die universitäre Lehre bietet keinen Raum für eine kritische Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen Bedingungen. Stattdessen wird uns beigebracht, wie wir möglichst flexibel und selbständig sind. Wir lernen, uns gegen Konkurrent*innen durchsetzen und uns selbst zu vermarkten. Denn nur so können wir scheinbar in einer Gesellschaft bestehen, in der alles auf das Marktprinzip ausgerichtet ist."

Auch ein Polizeisprecher schätzte die Situation als ruhig ein. Die Polizei begleite die Aktion zunächst "defensiv", sagte er. Die Leitung der Hochschule wollte den Aktivisten ein Gesprächsangebot machen, so die Unisprecherin.

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