Eichsfelder Maler gehört zum Nationalteam

Großbodungen/Nürnberg.  Vier Arbeitsaufträge in 14 Stunden: Maler Hauke Eder belegt Platz zwei beim Bundesleistungswettbewerb.

Hauke Eder nimmt erfolgreich am Bundesleistungswettbewerb der Maler und Lackierer in Nürnberg teil.

Hauke Eder nimmt erfolgreich am Bundesleistungswettbewerb der Maler und Lackierer in Nürnberg teil.

Foto: Antonia Pfaff

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Stolz blickt Hauke Eder auf seine Urkunde. Er lächelt. Doch so richtig kann der junge Mann es noch nicht glauben. Denn Hauke Eder darf als bester Maler Thüringens zum Bundesleistungswettbewerb der Maler und Lackierer nach Nürnberg fahren und belegt direkt Platz zwei. „Weil Platz eins an eine Frau geht, bin ich eigentlich der beste Maler Deutschlands.“ Doch das sei nur so nebenbei, winkt er ab. Der eigentliche Erfolg für den Eichsfelder: Er gehört nun zum Nationalteam der Maler.

Hauke Eder hat in diesem Jahr seine dreijährige Ausbildung in den Berufsbildenden Schulen Eichsfeld in Leinefelde erfolgreich abgeschlossen. Er arbeitet im väterlichen Betrieb in Großbodungen und macht derzeit seinen Meister. „Ich habe kürzlich einen Brief erhalten, in dem stand, dass ich der beste Maler Thüringens bin“, erzählt er. An einem speziellen Auswahlverfahren hatte Hauke Eder aber nicht teilgenommen. Dies sei wohl durch die Handwerkskammern des Freistaates abgestimmt worden, meint er.

Vier Arbeitsaufträge in 14 Stunden

Aber mit diesem Status, bester Maler Thüringens, darf er im November drei Tage nach Nürnberg. Dort

würden die besten Maler und natürlich Malerinnen der Bundesländer gegeneinander antreten – anwesend sind während dieser Tage zwölf. Die Aufgabe: vier Arbeitsaufträge in 14 Stunden erledigen. Die Herausforderung ist dabei zweifelsohne die Zeit. Während im ersten Teil Farbe angerührt, die Fläche gegliedert und die Farbe entsprechend aufgetragen werden muss, geht es im zweiten Teil um das Streichen einer Tür, mit der Schwierigkeit, dass die Hartschaumleiste sauber ausgearbeitet ist. Bei der Aufgabe drei geht es um Kreativität und das Übertragen eines Rasters. Die Schwierigkeit besteht in der Auslegung der einzelnen Teilflächen, denn als Hilfsmittel dürfen nur Malerlineal und Malerstock genutzt werden – und eben kein Klebeband. Das Tapezieren bei der letzten Aufgabe wird durch besondere Vorgaben erschwert.

Der junge Maler ist ohne Erwartungen zum Wettbewerb gefahren. „Wahrscheinlich war das auch gut so“, sagt er im Nachhinein. Fachlich seien alle auf Augenhöhe gewesen, nur die Zeit habe für Probleme und Schwierigkeiten gesorgt. Mit seinem Ergebnis ist der Eichsfelder jedoch mehr als zufrieden. Denn das Beste: Er gehört nun zum Nationalteam der Maler. „Das ist für mich das Größte.“ Durch die Mitgliedschaft hat er die Chance, bei Europa- und Weltmeisterschaft antreten zu können. „Allerdings gibt es da im Vorfeld noch Ausscheide innerhalb des Teams“, erklärt er. Beispielsweise stehen im September die Europameisterschaft in Graz an und in zwei Jahren die Weltmeisterschaften in Shanghai. Zu Letzteren wird der Eichsfelder fahren – offen ist, ob er sie sich nur anschaut oder selbst teilnimmt.

Monatliche Weiterbildung

Hauke Eder freut sich über diese Mitgliedschaft. Denn diese bedeutet auch, dass er monatlich Seminare und Workshops bekommt – seiner Zunft entsprechend. „Das ist sicher auch für andere Lehrlinge und frisch ausgebildete Handwerker eine Motivation.“ Denn dadurch könnten er und andere Handwerker sich stetig weiterentwickeln. „Und ich sehe es als Weiterbildung.“

Die Eindrücke des Bundesleistungswettbewerbes sitzen noch tief. Doch die tägliche Arbeit im väterlichen Betrieb in Großbodungen geht schon wieder weiter. Auch die Meisterschule will erfolgreich abgeschlossen werden.

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