Berlin. Pannen wie bei Boeing erzeugen ein mulmiges Gefühl. So erfahren Sie schon vor dem Flug, in was für einer Maschine Sie sitzen sollen.

Nach Inspektionen will die US-Luftfahrtbehörde FAA das Flugverbot für die Boeing 737 Max 9 aufheben. Allerdings plant sie, die Produktion strenger zu überprüfen und die geplante Ausweitung der Fertigung zu untersagen. Für das Unternehmen ist das ein harter Schlag.

Nach einem Beinah-Unfall Anfang des Jahres sowie weiteren Pannen sagte Mike Whitaker von der FAA: „Lassen Sie mich klarstellen: Für Boeing wird es nicht wieder zur Normalität kommen“. Die Ausweitung der Produktion werden so lange unterbunden, bis die FAA überzeugt sei, „dass die während dieses Prozesses aufgedeckten Qualitätskontrollprobleme gelöst sind.“

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Wie viel Vertrauen haben noch die Fluggäste? Was bleibt ihnen nach einer Buchung anderes übrig, als im Zweifel in eine Boeing 737 Max 9 zu steigen? Überhaupt: Wie erfahre ich rechtzeitig – vor oder bei der Buchung –, in welchem Flugzeugtyp ich sitzen soll?

Flugticket gibt den Jettyp nicht an

Die gute Nachricht ist: Es gibt keine europäische Fluggesellschaft, welche die Boeing 737 MAX 9 in exakt gleicher Konfiguration wie jener der Unglücksmaschine von Alaska Airlines am 5. Januar einsetzt. Das hat die Europäische Agentur für Flugsicherheit (Easa) frühzeitig mitgeteilt.

Und ja, Passagiere können sich durchaus vorab erkundigen, mit welcher Maschine sie voraussichtlich fliegen werden. Die Betonung liegt auf „voraussichtlich“. Eine Garantie für ein bestimmtes Modell gibt es nicht.

Das Flugticket, das man sich ausdruckt oder online abruft, zeigt den Jettyp nicht an. Aber man kann zunächst ganz allgemein checken, wie die Flotte der Airline aussieht. In Europa dominiert Airbus. Längst hat die Firma ihre US-Konkurrenz von Boeing auch weltweit überholt.

Mit welchem Flugzeug fliege ich? – In der Lufthansa-Flotte fehlt die Boeing 737

Die Lufthansa zum Beispiel fliegt in der Kurz- und Mittelstrecke mit Airbus. Sie setzt ferner Maschinen des brasilianischen Herstellers Embraer sowie die kanadische Bombardier CRJ900 ein. In der Langstrecke greift der Kranich auf die 747 von Boeing zurück. Die TUI-Flotte besteht aus 22 Flugzeugen des Typs Boeing 737, indes nicht in der Max 9-Variante. Die wird stark bei USA-Inlandsflügen eingesetzt.

Schon bei Buchung kann man sich erkundigen, welcher Flugzeugtyp geplant ist. Indes ist es keine Information, die sich aufdrängt. Auf vielen Portalen muss man „Details und Upgrades“ anklicken. Das gilt aber nicht für jede Billigairline und nicht in jedem Portal. Man erfährt jedoch immer die Flugnummer, und mit der kann man wiederum auf Portalen wie Flightradar24 oder direkt auf den Homepages einiger Fluggesellschaften erfahren, welche Maschine gewöhnlich auf besagter Strecke im Einsatz ist.

Information ohne Gewähr, kein garantierter Flugzeugtyp

Ein Beispiel: Wir haben bei einem großen Portal einen Flug von Berlin nach Barcelona am 25. Februar gesucht und dabei erfahren, dass „Brussels Airlines“ einen Airbus 319 einsetzt, „Swiss Air“ einen Airbus 321 und „TAP“ wiederum eine Embraer 190. Manchmal fehlt die Information und man erfährt, dass eine andere Fluggesellschaft mit der Verbindung beauftragt wurde. Dann wird es kompliziert.

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Und noch eine Unsicherheit kommt dazu: Davon unabhängig behalten sich die Luftfahrtgesellschaften vor, den gebuchten Typ zu ändern. Das kann auch kurzfristig passieren, wenn die Nachfrage unerwartet groß ist und eine größere Maschine sich besser eignet; ferner bei Verspätungen oder technischen Problemen. Dann wird eine Ersatzmaschine eingesetzt, die nicht zwangsläufig vom gleichen Typ ist.

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