Kämmeritz feiert größtes alkoholfreies Volksfest Deutschlands

Kämmeritz  Live-Musik, Marktstände, Trödelmarkt, Ponyreiten und vieles mehr lockte die Besucher auf das Gelände der Holzmühle

Der Live-Musik der Steinmeister-Band aus Naumburg lauschten auf dem Hof in Kämmeritz am Sonntagnachmittag viele Gäste.

Der Live-Musik der Steinmeister-Band aus Naumburg lauschten auf dem Hof in Kämmeritz am Sonntagnachmittag viele Gäste.

Foto: Ute Flamich

„Wir sind jedes Jahr beim Holzmühlenfest. Alles ist mit viel Liebe vorbereitet, überall gibt es etwas zu sehen“, sagte Walli Jahnel. „Außerdem wohnen wir gleich in der Nähe in Hainchen. Und bevor wir zu Hause sitzen...“, ergänzte ihr Mann Erwin Jahnel und schmunzelte. Der 86-Jährige und seine sechs Jahre jüngere Frau fanden nur lobende Worte für die Einrichtung die es sich seit 25 Jahren zur Aufgabe ­gemacht hat, suchtkranke Erwachsene zu unterstützen, die in ein abstinentes Leben zurückfinden möchten.

„Ich wage zu behaupten, dass unser Holzmühlenfest das größte alkoholfreie Volksfest in Deutschland ist“, sagte Almut Prater, Geschäftsführerin der Holzmühle Kämmeritz. Denn auch gestern war für die mehreren tausend Besucher auf dem Gelände der Holzmühle Alkohol tabu. Wer über die Einrichtung nicht Bescheid wusste, suchte einen Bierwagen womöglich vergebens. – Stattdessen gab es wie immer einen Trödelmarkt und die beliebte Tombola mit Tauschbörse. Wer also etwas gewonnen hatte, das er nicht wollte, konnte es gegen etwas anderes eintauschen. Unter den Apfelbäumen waren allerlei Marktstände aufgebaut, im Hof gab es Kaffee, Kuchen, Roster aus Königshofen und Fisch aus Schkölen. Zum gemütlichen Schmausen spielte die Steinmeister-Band aus Naumburg Folk- und Tanzmusik. Auch der Kletterpark war geöffnet, viele Aktionen waren für Kinder vorbereitet. Auf eine freute sich die dreijährige Carla aus Jena besonders: das Reiten. In der Reithalle oberhalb des Hauses konnten die Kinder in den Sattel steigen.

Eine Fotoausstellung zum 25-jährigen Bestehen der Holzmühle, das aufgrund von Umbauarbeiten erst jetzt mit einem Jahr Verspätung gefeiert wird, konnte zudem besichtigt werden. Interessierte bekamen auch Einblick in die Wohnbereiche, die in den vergangenen zwei Jahren mit Hilfe von Fördergeldern umgebaut wurden. „Hauptsächlich ging es darum, den Brandschutzvorgaben gerecht zu werden und zu modernisieren“, sagte Almut Prater.

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