Landschaftspflegeverband Altenburger Land pflanzt 2700 Bäume zum Schutz

Altenburg  Landschaftspflegeverband Altenburger Land, Schutzgemeinschaft Deutscher Wald und Stadt pflanzen 2700 Sträucher

Oberbürgermeister Michael Wolf, Hans-Dieter Dörbaum, Geschäftsführer der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, und Carsten Helbig, Beigeordneter der Landrätin (von links), greifen zum Spaten und pflanzen einen der ersten Sträucher, die das Wohngebiet "Zur goldenen Glucke" in Altenburg künftig vor Überschwemmungen schützen sollen. Foto: Cordula Fischer

Oberbürgermeister Michael Wolf, Hans-Dieter Dörbaum, Geschäftsführer der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, und Carsten Helbig, Beigeordneter der Landrätin (von links), greifen zum Spaten und pflanzen einen der ersten Sträucher, die das Wohngebiet "Zur goldenen Glucke" in Altenburg künftig vor Überschwemmungen schützen sollen. Foto: Cordula Fischer

Foto: zgt

Seit Oktober 2015 laufen die Vorbereitungen für ein Projekt, das nun umgesetzt werden konnte. In Kooperation mit der Stadt Altenburg, der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (Landesverband Thüringen) und dem Landratsamt Altenburger Land (Fachdienst Umwelt- und Naturschutz) hat der Landschaftspflegeverband Altenburger Land 2700 Bäume in Altenburg gepflanzt. Ziel ist es, die betreffende Fläche vor Erosion zu schützen und die benachbarte Eigenheimsiedlung vor Überflutungen bei Starkregen zu schützen.

"Jeder Baum, der gepflanzt wird, ist wunderbar", sagt Carsten Helbig, Beigeordneter der Landrätin. Gleich 2700 Bäumchen und Sträucher sind am gestrigen Freitag in Altenburg in die Erde gekommen. Sie stehen auf einer städtischen Brachfläche am Rand der Eigenheimsiedlung "Zur goldenen ­Glucke". Dort ist es in den vergangenen Jahren nach starken Niederschlägen immer wieder zu Überschwemmungen und Verschlammung auf den Privatgrundstücken gekommen. Grund sei der lehm- und lösshaltige Boden, wie Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) sagt. Der ist zum einen fruchtbar und gut für die Landwirte, kann aber, wenn er zu stark verdichtet ist, nicht mehr genügend Wasser versickern lassen. Das Baugebiet "Zur goldenen Glucke" ist Anfang der 1990er Jahre geplant und erschlossen worden. Einige der umliegenden Flächen hat die Stadt an die Eigentümer verkauft, damit diese dort selbst eine Grünzone anlegen können.

Nun hat die Stadt als eine Ausgleichsmaßnahme einen weiteren Schritt unternommen, in Kooperation mit dem Landratsamt, der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald und dem Landschaftspflegeverband Altenburger Land. Dafür hat sie circa 15 000 Euro beigesteuert. 2700 Bäume und Wildsträucher von der Baumschule Jähler in Schmölln haben nun einen neuen Standort auf etwa einem Hektar Fläche erhalten. Noch ist das Gelände durch einen Zaun umgeben, der Wild abhalten und die zweijährigen Pflanzen vor Verbiss schützen soll. In etwa drei Jahren, wenn die Pflanzen groß genug geworden sind, kann dieser Zaun wieder entfernt werden.

Wunsch nach Waldgürtel rund um die Stadt

Ein Jahr dauere es, bis die Sträucher und Bäume angewachsen sind, sagt Leonard Jähler, in fünf bis sechs Jahren seien sie zwei bis drei Meter in die Höhe gewachsen und in etwa zehn Jahren werden die Zwischenräume geschlossen sein. Der Traum der Altenburger sei es, einen geschlossenen Waldgürtel rings um die Stadt zu haben, sagt Oberbürgermeister Michael Wolf. Mit diesem Pflanzprojekt ist zumindest ein Anfang gemacht. Gemeiner Schneeball, roter Hartriegel, Pfaffenhütchen, Kupfer-Felsenbirne, gewöhnliche Eberesche, Kornelkirsche und andere Arten sollen nun als Puffer dienen und ihr Wurzelwerk als Stabilisator des Bodens, wie Jana Stank vom Landschaftspflegeverband Altenburger Land erklärt. Neben Lärm- und Sichtschutz sowie Attraktivitätssteigerung der Eigenheimsiedlung, wird auch die Erhöhung der Biodiversität gefördert. Auf dieser Fläche entsteht neuer Lebensraum für viele verschiedene Tiere und Pflanzen, die ebenso wie die Anwohner von der Pflanzengemeinschaft profitieren werden.

Die "Schutzgemeinschaft Deutscher Wald" führt thüringenweit zum Schutz des Waldes und seiner Funktion jährlich mehrere Baumpflanzungsaktionen durch und bietet finanzielle Unterstützung bei der Durchführung von Anpflanzungen. Auch in Altenburg werden alle Pflanzen durch die unabhängige, nichtstaatliche Organisation finanziert. Die Pflanzaktion in Altenburg laufe im Rahmen des Projekts "Thüringer Modell", wie Hans-Dieter Dörbaum, Geschäftsführer der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW), erklärt. "Das ,Thüringer Modell‘ wurde ins Leben gerufen, um einen Beitrag zur Erhaltung und Wiederherstellung von natürlichen Lebensräumen in Thüringen zu leisten. In Landkreisen, Städten und Kommunen sollen geeignete Brachflächen, Kiesgruben und Randflächen mit Baumpflanzen bestückt werden", heißt es auf der SDW-Internetseite. Seit 2007 werden solche Anpflanzungen realisiert, im Kreis Altenburger Land ist es die erste Aktion. Ein gutes Projekt, "um mehr Natur in unsere Stadt zu bringen", sagt Oberbürgermeister Michael Wolf.

Die ersten 1500 Büsche und Sträucher hatten die Baumschule Jähler und der Landschaftspflegeverband bis Freitagmorgen bereits in den Boden gesetzt. Zwei weitere wurden vom Oberbürgermeister, Carsten Helbig und Hans-Dieter Dörbaum gepflanzt. "Die restlichen 1200 Sträucher pflanzen wir noch heute", sagt Leonard Jähler.

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