Finanzen

Weihnachten: Geld schenken – welche Anlagen lohnen sich?

Berlin.  Sparbuch, Aktienfond, Tagesgeldkonto? Wer Geld verschenkt, kann viel falsch machen. Das Portal Finanztip zeigt, wie es richtig geht.

Wie verschenkt man Geld vernünftig. Bei Geldanlagen gibt es viel zu bedenken.

Wie verschenkt man Geld vernünftig. Bei Geldanlagen gibt es viel zu bedenken.

Foto: LightFieldStudios / imago/Panthermedia

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Etwas lieblos wirkt es schon. Aber besser, die Kinder bekommen Geld geschenkt, statt irgendwelchen Plunder. Das Gute am Geld: Die Kinder lernen, was sie wirklich brauchen, wenn sie ihre eigenen Scheine und Münzen verwalten.

Unter Großeltern und Paten ebenfalls beliebt ist das Sparkonto, wo schon für die ganz Kleinen Monat für Monat etwas zurückgelegt wird. Denn die großen Wünsche kommen bestimmt: das Auslandsjahr, die Reise nach der Schule, der Führerschein.

Weil auch beim Sparen viel schiefgehen kann, hier sechs Tipps des Verbraucher-Ratgebers Finanztip für die Geldanlage für Kinder.

1. Das Sparbuch zur Geburt

Manche richten schon zur Geburt einen Sparplan ein. 25 Euro im Monat lassen sich leicht entbehren; läuft das 18 Jahre durch, kommen 5400 Euro zusammen. Abzüglich Kosten, plus Rendite. Und bei der Rendite hakt es im Moment.

Lange war das Sparbuch üblich, oft mit extra Prämien. Solche Prämiensparverträge gibt es immer noch. Zwar wachsen die Prämien im Laufe der Jahre auf über 10 Prozent für die jeweilige Einzahlung. Das klingt viel, doch umgerechnet auf den gesamten Sparvertrag bleibt die Rendite solcher Verträge derzeit in der Regel deutlich unter einem Prozent.

Mehr Rendite können Eltern und Großeltern mit einem günstigen Wertpapierdepot und einem Aktiensparplan erreichen. Damit das Risiko überschaubar bleibt, sollten sie einen sogenannten Indexfonds (ETF) auf einen breit aufgestellten Index wählen.

Finanztip empfiehlt den Weltaktienindex MSCI World. Oder den MSCI World SRI, wenn einem die Anlage in nachhaltig wirtschaftende Firmen wichtig ist. Die Kosten für diese Empfehlungen liegen bei einer guten Direktbank bei unter 20 Euro im Jahr.

Es gibt immer wieder ETF-Sparpläne, die eine Zeit lang ohne Kosten angeboten werden, Beispiele finden man in dieser Tabelle von Finanztip. Aber diese Angebote laufen selten länger als ein paar Jahre. Wer für seine Kinder in Aktien anlegt, sollte ohnehin länger als zehn Jahre darauf sparen, um die Schwankungen am Aktienmarkt aussitzen zu können.

2. Das Konto fürs erste Bargeld

Wer Kindern im Grundschulalter zum Geburtstag oder zu Weihnachten Geld schenkt, der gibt vermutlich Bargeld. Damit das nicht wegkommt, empfiehlt sich ein kostenloses Kinderkonto. Hier und da kriegen Kinder darauf sogar noch Zinsen wie früher: So zahlt die Hamburger Sparkasse auf das „Mäusekonto“ erstaunliche 3 Prozent Zinsen. Allerdings nur bis 500 Euro und bis zum 14. Lebensjahr.

Die Stiftung Warentest fand in ihrem aktuellen Überblick (kostet 3 Euro) immerhin 25 Volksbanken, Sparkassen und Banken, die mehr als ein halbes Prozent Zinsen für Kinderguthaben anbieten. Die Regel ist das nicht. Doch die meisten Banken bieten immerhin kostenlose Konten für den Nachwuchs an.

3. Die Karte für Teenager

Mit dem Alter ändern sich die Bedürfnisse. Teenager sparen auch schon mal auf eine teurere Sache wie ein Smartphone und wissen dann Geldgeschenke sehr zu schätzen. Auch die Ansprüche an das Konto ändern sich. Die Klassenfahrt nach Kroatien, das Ferienlager in Polen, der Besuch bei der Tante in England: Spätestens, wenn die Sprösslinge das Euroland verlassen, kommen die meisten Kinderkonten an ihre Grenzen.

Dann brauchen die Teenager eine Kreditkarte, mit der sie im Ausland kostenlos abheben können. Das schränkt die Auswahl drastisch ein. Finanztip hat Kreditkarten für Kinder untersucht und empfiehlt die Konten von Commerzbank und DKB.

Die sind bis 17 Jahre vollkommen kostenlos, bieten kostenloses Abheben im Ausland – sogar ohne eine Fremdwährungsgebühr. Allerdings nimmt die Commerzbank ab 18 Jahren für die Kreditkarte direkt 40 Euro im Jahr.

Alternative: Bei der Onlinetochter Comdirect passiert das nicht, dafür fallen Fremdwährungsgebühren an. Einziger Haken bei der DKB: Die Eltern müssen auch ein Konto dort haben. Das ist kostenlos.

4. Auf die Steuer achten

Die Frage nach dem richtigen Konto stellt sich bereits beim Wertpapierdepot für Neugeborene. Es bietet sich an, das Geld direkt auf den Namen des Kindes anzulegen. Denn ihm soll das Geld ja gehören. Und jedes Kind hat einen eigenen Sparerpauschbetrag von 801 Euro im Jahr.

Wichtig ist, einen entsprechenden Freistellungsauftrag zu beantragen, sonst führt die Bank automatisch Steuern ab. Im Prinzip kann das Kind sogar Jahr für Jahr 10.005 Euro steuerfrei an Rendite machen, sofern die Eltern für das Kind eine Nichtveranlagungsbescheinigung beim Finanzamt besorgen. Allerdings verlangt die Krankenkasse ab 445 Euro im Monat eine eigene Versicherung für das Kind.

5. Geschenkt ist geschenkt

Wer das Geld auf den Namen des Kindes anlegt, darf das Geld nicht für den Unterhalt des Kindes ausgeben, nicht mal für die Klassenfahrt. Umgekehrt können die Kinder selbst, anders als beim Girokonto, nicht auf das Depot zugreifen, bis sie volljährig sind.

Alle Finanztip-Empfehlungen für Erwachsene richten solche Junior-Depots für Minderjährige ein. Es gibt zwei Modelle für die Sparplankosten: Entweder prozentual zur Anlagesumme oder fix. Bei 25 Euro Sparrate sollte man ein Depot mit prozentualen Gebühren wählen, bei 100 Euro lohnen sich die mit fixen Preisen.

6. Keine Versicherungen abschließen

Versicherungsmakler, aber auch Bankberater bieten immer wieder Ausbildungsversicherungen oder Lebensversicherungen für Kinder an. Das ist lukrativ für den Anbieter, aber nicht für die Kinder: Es fließen so hohe Provisionen, dass es lange dauert, bis für ihr Kind überhaupt eine Rendite übrig bleibt. Es ist in jedem Fall besser, das Geld selbst anzulegen.

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Dieser Beitrag erscheint in einer Kooperation mit finanztip.de. Finanztip ist gemeinnützig und hilft Verbrauchern bei den täglichen Finanzentscheidungen.

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