Finanzen

Mit diesen neun Tipps sparen Haushalte im neuen Jahr Geld

Berlin.  Die meisten Menschen starten mit dem Vorsatz ins neue Jahr, weniger Geld auszugeben. So schaffen sie es, an den Kostenschrauben zu drehen.

Überblick behalten: Versicherte können Krankheitskosten von der Steuer absetzen – aber nur gegen Nachweis und ab einer bestimmten Höhe.

Überblick behalten: Versicherte können Krankheitskosten von der Steuer absetzen – aber nur gegen Nachweis und ab einer bestimmten Höhe.

Foto: imago stock / imago stock&people

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Abnehmen, mehr Sport, nicht mehr rauchen: Jedes neue Jahr beginnt immer mit denselben guten Vorsätzen. Aber wie sieht es mit dem Geld aus? Neun Spartipps, damit Haushalte 2020 finanziell besser über die Runden kommen.

1. Ein Haushaltsbuch führen

Die meisten Leute wissen nicht, wohin ihr Geld jeden Monat verschwindet. „Um Einsparmöglichkeiten zu erkennen, ist es ratsam, alle Ausgaben den Einnahmen in einem Haushaltsbuch regelmäßig gegenüberzustellen. Der Jahreswechsel ist ein guter Anlass, damit anzufangen“, sagt Josephine Holzhäuser, Referentin für Finanzdienstleistungen der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. So könne jeder auch feststellen, wie viel Spielraum etwa für die Altersvorsorge oder eine geplante größere Anschaffung übrig bleibt.

Einen kostenlosen Haushalts­kalender zum Eintragen der fixen und variablen Ausgaben gibt es beim Beratungsdienst der Sparkassen-Finanzgruppe . Dort steht auch ein „Web-Budgetplaner“ für die Online-Erfassung der Daten bereit.

2. Kündigungstermine aufschreiben

Wer sich im Januar die Fixausgaben aufschreibt, sollte sich gleich auch die spätesten Kündigungstermine für nicht mehr benötigte Verträge notieren. Das bewahrt davor, die Kündigungsfrist – wie so oft – zu verpassen. Zum Beispiel für das Fitnessstudio, das längst nicht mehr besucht wird, oder den Verein, an dem kein Interesse mehr besteht.

3. Versicherungen durchforsten

Eine großes Loch in die Haushaltskasse schlagen Versicherungsbeiträge. Wer seinen Versicherungsordner ausmisten möchte, kann den kostenlosen individuellen Online-„Bedarfscheck“ des Bundes der Versicherten (BdV) nutzen. Zu den entbehrlichen Policen zählt die Verbraucherorganisation die Handy-, Brillen-, Reisegepäck- und Sterbegeldversicherung. Bei wichtigen Verträgen wie der Kfz-Versicherung bringt der Wechsel des Anbieters häufig eine Ersparnis von 100 Euro und mehr. Wer geheiratet hat, kann jeweils eine von zwei Privathaftpflicht- und Hausratversicherungen (nach dem Zusammenziehen) kündigen, so der BdV.

4. Eine Stehlgutliste anfertigen

Apropos Hausrat: Räumen Einbrecher die Wohnung leer, wollen Versicherer und Polizei eine sogenannte Stehlgutliste sehen. Daher sollten Versicherte ihr Hab und Gut auflisten, fotografieren und Rechnungsbelege aufbewahren, rät BdV-Sprecherin Bianca Boss.

5. Belege sammeln

Dass es auf Quittungen ankommt, bemerken auch Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen – leider oft erst zu spät. Daher: Zum Jahresbeginn eine Belegmappe parat haben. Denn die Versicherten müssen Zuzahlungen für Medikamente oder etwa einen Krankenhausaufenthalt nur bis zu bestimmten Belastungsgrenzen leisten – vorausgesetzt sie können ihre Ausgaben bei der Kasse nachweisen. Die jährliche Höchstgrenze liegt bei bei zwei Prozent der Bruttoeinnahmen (ein Prozent für schwer chronisch kranke Menschen).

In der Belegmappe sollten auch Nachweise – etwa über Fahrtkosten zum Arzt oder zur Apotheke, den Kauf einer Brille oder die Rechnung für Zahnersatz – gesammelt werden, da sie ab einer bestimmten Höhe steuerlich geltend gemacht werden können.

6. Günstigere Energielieferanten finden

Strom und Gas belasten die Finanzen immer mehr, aber die wenigsten wechseln zu einem günstigeren Anbieter. Dabei übernimmt der neue Lieferant die Kündigung in den meisten Fällen sogar. Die Verbraucherzentralen raten, sich den neuen Tarif mithilfe eines Internetportals wie Verivox oder Check 24 zu suchen, dabei aber die Voreinstellungen so zu ändern, dass ein einmaliger Wechselbonus unberücksichtigt bleibt. Denn dann lassen sich die Jahreskosten besser vergleichen.

Für Stromkunden noch bequemer geht es mit professionellen Wechseldiensten. Die Firmen beobachten den Markt und organisieren den Wechsel – nicht nur einmalig, sondern immer wieder, sobald sich das für den Kunden lohnt. Trotz der Provision, die an den Anbieter geht, konnten Testpersonen bis zu 400 Euro im Jahr sparen, ermittelte die Stiftung Warentest (Heft „Finanztest“, 4/2019).

7. Energiekosten senken

Auch im Alltag lässt sich der Energiebedarf drosseln. Bereits ein Grad weniger Raumtemperatur vermindert die Heizkosten um satte sechs Prozent. Stromfresser sind vor allem Geräte, die Wärme und Kälte erzeugen. Je älter ein Gerät ist, desto eher macht sich ein Neukauf bezahlt. Ein „Kühlschrank-Rechner“ der Verbraucherzentrale Nordrhein-West hilft bei der Entscheidung. Messgeräte zum Check des Stromverbrauchs sämtlicher Elektro­geräte leihen viele Beratungsstellen der Verbraucherzentralen kostenfrei aus.

8. Weniger Essen wegwerfen

Rund sechs Millionen Tonnen Lebensmittel landen in deutschen Haushalten jährlich im Müll. Dagegen hilft bereits eine gute Planung, sagen die Verbraucherzentralen. Wer einen Speiseplan erstellt, einen Einkaufszettel schreibt und nur kauft, was er wirklich braucht, werfe später auch weniger weg. Wichtig: Regelmäßig den Vorratsschrank checken, damit nichts verdirbt. Weitere Spartipps liefert die Webseite unter zugutfuerdie­tonne.de. Ein „Resterechner“ der Verbraucher-Initiative e. V. zeigt anschaulich, wie viel Geld der sorgsame Umgang mit Lebensmitteln einbringt – und was man sich dafür dann leisten kann.

9. Die Kosten für die Kontoführung auf den Prüfstand stellen

Der Hausbank vor Ort bleiben viele ewig treu. Das hat den Vorteil, bei Bedarf einen persönlichen Ansprechpartner und einen Geldautomaten um die Ecke zu haben. Aber immer mehr Banken verlangen Geld für die Kontoführung. Die Stiftung Warentest empfiehlt: Wer mehr als 60 Euro pro Jahr für Girokonto samt Girocard und Online-Buchungen bezahlt, sollte einen Wechsel überlegen.

Altes und neues Institut müssen zusammenarbeiten, damit das Übertragen von Daueraufträgen unkompliziert gelingt. „Zum besseren Vergleich mit anderen Anbietern sollten sich die Kunden an der Entgeltaufstellung für das vergangene Jahr orientieren“, rät Finanzreferentin Holzhäuser von der Verbraucherzentrale. Zum Hintergrund: Laut neuem Gesetz sind die Banken verpflichtet, einmal im Jahr aufzuschlüsseln, was das Konto den Kunden gekostet hat.

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