Forschung

Moderne Methoden der Krebstherapie entwickeln

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Klaus Brinker, Hochschule Lippstadt

Klaus Brinker, Hochschule Lippstadt

Foto: H. Sobiralski & P. Scheidt

Lippstadt.  Die Hochschule Hamm-Lippstadt ist in Kooperation mit der Universität zu Köln am EU-Forschungsprojekt „ImmunePredict“ beteiligt.

Das Wissenschaftsministerium des Landes NRW hat zwölf Projekte bekanntgegeben, die im Rahmen des „LifeSciences.NRW“-Wettbewerbs mit insgesamt 19 Millionen Euro gefördert werden sollen.

Darunter ist ein Projekt unter Führung der Universität zu Köln, an dem auch die Hochschule Hamm-Lippstadt (HSHL) beteiligt ist: „ImmunePredict“. Das Forschungsprojekt, das von der Gutachtergruppe zur Förderung vorgeschlagen wurde, befasst sich mit personalisierten Therapien für Patienten mit fortgeschrittenen Krebserkrankungen.

Künstliche Intelligenz im Fokus

Bei einer finalen Bewilligung erhält das EU-Forschungsprojekt „ImmunePredict“ insgesamt 2,4 Millionen Euro Förderung, daran ist die Hochschule Hamm-Lippstadt unter der Leitung von Prof. Dr. Klaus Brinker, Lehrgebiet „Angewandte Informatik und Mathematik“, mit einer Fördersumme von 600 000 Euro beteiligt. Die Förderlaufzeit beginnt im November 2018 und läuft bis Oktober 2021.

Personalisierte Krebstherapien nutzen genetische und zelluläre Informationen bösartiger Tumoren für eine möglichst optimale Behandlung jedes einzelnen Patienten. Sogenannte Immun-Checkpoint-Inhibitoren sind neuartige Medikamente zur Krebstherapie, bei der das körpereigene Immunsystem aktiviert wird und selbst gegen den Tumor kämpft. Sie zählen zu den größten Entdeckungen in der Krebstherapie überhaupt.

Neuartige Immuntherapie

In Zukunft möchten die beteiligten Forscher des Konsortiums noch genauer bestimmen, welche Patienten von einer derartigen Immuntherapie profitieren. Hierzu entwickeln die Forscher zusammen mit dem Biotechnologieunternehmen Miltenyi Biotec GmbH ein hochauflösendes Bildgebungsverfahren weiter, mit dem das hochkomplexe Zusammenspiel von Immun- und Krebszellen analysiert werden soll.

Durch die Kombination der profunden Erfahrungen pathologischer und onkologischer Forschungsteams am Uniklinikum Köln und der Kompetenz der Hochschule Hamm-Lippstadt auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz sollen vielversprechende Marker identifiziert werden, die es erlauben, Patienten zu selektieren, die von diesen neuartigen Immuntherapien profitieren können.

Studierende am Prozess beteiligt

An der Hochschule Hamm-Lippstadt werden unter der Leitung von Prof. Dr. Klaus Brinker moderne Analysemethoden der Künstlichen Intelligenz spezifisch weiterentwickelt. Das Forschungsprojekt „ImmunePredict“ bietet vielfältige Anknüpfungspunkte zum Schwerpunktbereich Informatik im Studiengang „Biomedizinische Technologie“ an der HSHL.

Bachelor- und Masterarbeiten

Daher werden die beteiligten Forscher auch Studierenden die Möglichkeit bieten, am Anwendungsproblem mitzuarbeiten und hierbei innovative Methoden praxisnah kennenzulernen, beispielsweise im Rahmen von Bachelor- und Masterarbeiten.

Der „LifeSciences.NRW“-Wettbewerb richtet sich an Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Gefördert wird die Erforschung und Entwicklung innovativer Verfahren und Produkte, die zur Gesunderhaltung, Rehabilitation und Versorgung der Menschen beitragen – mit Blick auf die Möglichkeiten der Digitalisierung.