Band der Woche: Trapped in Cold Season aus Ilmenau – Von der Masse abheben

Gefangen in der kalten Jahreszeit – der Bandname bezieht sich auf den Ort, an dem sich die Musiker fanden: Ilmenau, wo es sprichwörtlich zwei Jahreszeiten geben soll – „es wird Winter“ oder „es ist Winter“.

Band der Woche: Trapped in Cold Season aus Ilmenau, hier mit Crowd aus Ilmenau. Fotos: Sio Motion

Band der Woche: Trapped in Cold Season aus Ilmenau, hier mit Crowd aus Ilmenau. Fotos: Sio Motion

Foto: zgt

Max, Hannes, Jan, Schnii und Berni sind das, was man eine Studentenband nennen könnte, wenn da nicht viel mehr Konzept dahinter wäre, als man gemeinhin mit dem Klischee verbindet – weniger Zufall. Dennoch sind sie bescheiden genug, sich selbst soweit zurückzunehmen, dass sie keine großen Zukunftspläne schmieden. Musizieren im Hier und Jetzt, das ist offenbar ihre Maxime. Sie sind Trapped in Cold Season. Und sie sind gut unterwegs.

Lust auf Härteres

Getroffen haben sie sich beim Studium im Thüringer Wald – besser bei einem Clubabend. Ursprünglich kommen sie aus Saalfeld, Sachsen, Franken und Berlin. Musik haben alle schon immer gemacht. Von der ersten musikalischen Begegnung im Sommer 2012 bis zur ernsthaften musikalischen Präsentation im Februar 2013 dauerte es nicht lange.

Beim Treffen, dem ersten gemeinsamen Jamen, war es die Lust, etwas „Härteres“ zu machen, die die nicht nur geografisch aus völlig verschiedenen Richtungen kommenden Männer anzog – Punk, Metal, Harcore, ... Was Neues, Anderes – schwebte ihnen vor.

Und darauf ließen sie sich ein. Bis zur zweiten EP, meinen sie, habe es dann gedauert, bis sie ihren Stil gefunden hatten. Stetig wachsende Kontakte sorgen dafür, dass sie im gesamten Bundesgebiet unterwegs sind.

Freiheit der Studienzeit genießen

Für alle steht das Studium im Vordergrund, und das geht nun auch irgendwann zu Ende. Was dann kommt? Wer weiß? Musik ist – zwar ein schönes, aber – ein Hobby, mit dem man auf sehr angenehme Weise herum kommt, aber über mehr denken sie nicht nach.

Wie lange es Trapped in Cold Season so noch geben wird, hängt davon ab, was das Leben nach dem Studium für die Musiker bringen wird.

Einstweilen aber ist für sie die Bandarbeit auch eine Chance, auf außerordentlich interessante Weise durch die Welt zu kommen, diese nicht nur zu entdecken, sondern an allen Ecken und Enden auch Gleichgesinnte zu treffen.

Das wollen sie aktuell auch auskosten, deshalb spielen sie im Moment so intensiv wie möglich. Alle Möglichkeiten auskosten, ist ein Ziel, mit dem Trapped in Cold Season keine großen Pläne verbinden.

Ein bisschen rumkommen und etwas sehen – das ist ihnen neben dem Musikmachen wichtig. Das brauchen sie auch in musikalischer Hinsicht, denn groß und vielfältig in dem Sinne ist die Szene in Ilmenau nicht.

Medienprofis mit kleinem Geldbeutel

So haben sich Trapped in Cold Season im Low-Budget-Segment zu fast schon virtuosen Spielern auf der medialen Klaviatur entwickelt. Videoproduktion in einer Fabrikhalle im kalten Ilmenau mit geliehenem Heizpilz und Kamerafahrten im ausgebauten Bollerwagen. Selbstmanagement heißt das Zauberwort: Was wir an Zeit reinstecken, sparen wir an Geld. Auf diese Weise haben sie in der ersten Jahreshälfte besagtes Video und ein neues Album herausgebracht. Trotzdem: Professionalität ist den Musikern dabei umso wichtiger.

Mit Texten von der Masse abheben

Die Aufgaben sind klar verteilt: Jan ist der Songwriter. Sie singen englisch. Warum? Das sei einfacher. Außerdem, ein bisschen haben die Musiker in ihrer Neugier und ihrem Entdeckerdrang schon einen weiteren Radius im Auge als bloß den deutschen Sprachraum.

In Prag waren sie mit ihrer Musik immerhin schon. Generell, so verrät der Songschreiber, sei der Text im Großen und Ganzen vorher da – allerdings sei auch klar, dass der dann noch im Laufe der Arbeit an der konkreten Musik hier und da angepasst werden müsse. Und auch das mit den anderen Ländern klappe schon ganz gut, zumindest sehen Trapped in Cold Season das am Feedback auf Youtube. Kommentare kommen doch häufig von weiter her.

youtube

Das Internet ist ihr Medium. Auch dort merken die Nutzer, was eines der großen Alleinstellungsmerkmale dieser Musik aus der Kälte ist – sie ist hart, die Einflüsse Einflüsse aus dem Metal, Hardcore und Melodic Hardcore sind mehr als deutlich; im Klang, denn mit ihren Texten will sich die Band bewusst von der Masse dessen abheben, was es in diesem musikalischen Spektrum so gibt. Da schillert eine brillante Leichtigkeit durch, eine fast schon sensible Zartheit und ein charmanter Witz.

Woher die Ideen kommen? Ganz einfach: was Jan eben so beschäftigt. Es komme schon einmal vor, dass da ein Refrain beim Autofahren entsteht. Letztlich seien sie gemeinsam mit ihren Songs gewachsen. Wenig „Ausschuss“ sei dabei entstanden. Trapped in Cold Season stehen nicht nur hinter dem, was sie machen, sondern auch hinter dem, was sie gemacht haben.

Auf in eine unsichere Zukunft

Sie planen zunächst bis Ende des Jahres. Dann laufen für die ersten die Bewerbungsphasen an. Darüber hinaus müsse man sehen, was wird. Dennoch verstehen sie es natürlich als klares Zeichen, nicht mehr als Opener gebucht zu werden. Und darüber freuen sie sich auch, genau wie darüber, im Vertrieb des Online-Shops Open Eyes Clothing angekommen zu sein, in dem ein Freund eigentlich seine Mode vertreibt, aber auch Newcomerbands eine Chance geben will. Dass da in nächster Zeit noch einmal eine kleinere neue EP kommen könnte, wollen sie nicht ausschließen.

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