Ablehnung der Höllentalbahn auch aus ideologischen Gründen

Blankenstein  Ein „kommunistischer Ministerpräsident“ sei laut CSU-Landtagsmitglied Alexander König der falsche Antragsteller

In Blankenstein ist bislang nichts über eine offizielle politische Entscheidung aus Bayern bekannt, dass die Reaktivierung der Höllentalbahn nicht weiter verfolgt werde. Wie Bürgermeister Peter Keller (FWB-CDU) am Freitag gegenüber OTZ sagte, kenne er dazu bislang nur die Medienberichte. "Es wäre natürlich sehr bedauerlich, wenn es so wäre", meint Keller zu der Mitteilung des bayerischen CSU-Landtagsmitgliedes Alexander König, wonach es eine klare Absage des Projekts durch den Bayerischen Innenminister Joachim Herrmann (CSU) gebe. Blankenstein verspreche sich mit der Höllentalbahn sowohl touristische Effekte für die Anbindung des Raumes nach Naila und Hof als auch eine Stärkung des Wirtschaftsstandortes bei gleichzeitiger Entlastung der Straßen vom Güterverkehr. Vor allem noch mehr ZPR-Transporte könnten auf die Schiene verlagert werden.

Unterdessen zeichnet sich ab, dass die Ablehnung der Höllentalbahn auf bayerischer Seite auch ideologische Gründe hat. "Das ist schon mal der falsche Antragsteller", sagte CSU-Landtagsmitglied Alexander König gegenüber OTZ und meint damit den Thüringer Ministerpräsidenten Bodo Ramelow (Linke). "Es ist doch völlig abwegig, dass es einem kommunistischen Ministerpräsidenten gelingen könnte, einen CSU-Ministerpräsidenten davon zu überzeugen, gegen den Willen einer von Kommunisten enteigneten Familie zu handeln", so König. Damit meint er die Gründerfamilie Wiede, die einst die Papierfabrik auf der Thüringer Seite aufgebaut hatte, nach dem Krieg enteignet worden war und heute auf fränkischer Seite den Mineralquellenbetrieb "Höllensprudel" betreibt. Das Unternehmen sehe den Standort Naila-Hölle gefährdet, wenn die Bahnstrecke wieder in Betrieb genommen wird.

Selbst wenn Bayern die finanzielle Last einer Reaktivierung nicht tragen müsste, lehnt König die Höllentalbahn ab. "Wir lassen uns in Bayern nicht von jemandem eine Bahn bezahlen, die wir nicht möchten", sagte er gegenüber OTZ. Für den ZPR-Güterverkehr gebe es keinen wirklichen Bedarf. Der Standort sei straßenseitig sehr gut angebunden und mit der Bahn über die Strecke Saalfeld erschlossen, die noch gar nicht ausgelastet wäre. Für den Personenverkehr sei die Höllentalbahn überhaupt nicht von Bedeutung, so Königs Auffassung.

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