Kreuzfahrtschiff

„Aida Mira“: Schiff wird jetzt auf See fertiggestellt

Palma de Mallorca.  Die Jungfernfahrt der „Aida Mira“ wurde abgesagt, weil das Schiff nicht fertig wurde. Jetzt fährt das Schiff zwar, aber ohne Gäste.

„Aida Mira“: Darum wurde die Jungfernfahrt wieder abgesagt
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Vier Wochen lang wurde das Kreuzfahrtschiff „Costa neoRiviera“ zur „Aida Mira“ umgebaut, am vergangenen Samstag wurde sie in Palma de Mallorca getauft. Einen Tag später sollte das 14. Schiff der Aida-Flotte dann zur ersten Kreuzfahrt im Mittelmeer aufbrechen. Doch daraus wurde nichts.

Nach der Fahrt über das Mittelmeer war eine Reise nach Südafrika geplant. Diese findet zwar statt, aber noch immer ohne Gäste. Auf dem Weg dorthin soll das Schiff auf Vordermann gebracht werden, sagte der Sprecher der Kreuzfahrtreederei Aida Cruises, Hansjörg Kunze, am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Insbesondere die Defizite in der Wasserver- und -entsorgung, der Schiffselektrik und Klimatechnik müssten ausgeglichen werden.

Und diese Arbeiten sollen nun während der Fahrt geschehen. „Das wird jetzt Schritt für Schritt getan“, so Kunze.

Am vergangenen Sonntag hatten die Passagiere an Deck schon auf das Auslaufen gewartet, als Kapitän Manuel Pannzek zunächst über die Bordlautsprecher, dass das Schiff noch bis Mittwoch in Mallorca bleiben solle. Am Dienstag teilte Aida Cruises dann mit, dass Gäste auch nicht an der Überführungsfahrt von Palma nach Südafrika teilnehmen könnten.

„Aida Mira“: Reisen abgesagt – Das Wichtigste in Kürze:

  • Eigentlich sollte das zur „Aida Mira“ umgebaute Kreuzfahrtschiff am Sonntag zur ersten Kreuzfahrt auslaufen
  • Problem: Das Schiff war noch gar nicht fertig
  • Die Passagiere waren schon am Bord, als verkündet wurde, dass die Reise abgebrochen wird, noch bevor sie überhaupt angefangen hatte
  • Auch die Überführungsfahrt von Palma nach Südafrika findet ohne Gäste statt
  • Das Schiff wird nun teilweise auf offener See fertiggestellt

„Aida Mira“: Verdreckte Minibars, fehlende Möbel, defekte Geräte

Im Jahr 1999 wurde das Kreuzfahrtschiff als „Mistral“ für Festival Cruises in Dienst gestellt, zuletzt fuhr sie für Costa als „Costa neoRiviera“. Für rund 50 Millionen Euro ließ Aida das Schiff in einer Werft in Genua umbauen, um es in der „Selection“-Reihe fahren zu lassen. In dieser waren bislang die drei kleinsten und ältesten Schiffe der Flotte unterwegs: „Aida Aura“, „Aida Vita“ und „Aida Cara“.

Das ist das umweltfreundlichste Kreuzfahrtschiff der Welt, und das sind die dreckigsten

Doch bei den Arbeiten gab es wohl deutlichen Verzug, für den laut Reederei das Wetter sorgte: Bei sintflutartigem Regen hätten vor allem die Arbeiten auf den Außendecks nicht beendet werden können. Das wurde auch schon am Samstag rund um die Taufe deutlich. Etliche Bereiche an Bord waren nicht in dem Zustand, wie Stammgäste es von Aida Cruises kennen.

Zum Beispiel das Promenadendeck präsentierte sich in einem schlechten Zustand, ebenso das Pooldeck. In etlichen Kabinen traten Probleme auf, zum Beispiel gab es in den Duschen nur brühendheißes oder aber eiskaltes Wasser, Minibars waren dreckig, Möbel auf den Balkonen fehlten, Getränkespender in den Restaurants funktionierten nicht, Teile des Außenanstrichs waren nicht komplett. AIDA und TUI Cruises- Das sind die Kreuzfahrt-Trends 2019

„Aida Mira“ kann nicht auslaufen: Kritik in sozialen Medien

Auch der Service präsentierte sich nicht besonders eingespielt. Von den ersten Passagieren bekam die Reederei sowohl in sozialen Medien als auch direkt an Bord deutliche Kritik zu hören.

„Wie kann man nur so ein Schiff der Öffentlichkeit präsentieren, das ist der Super-Gau“, hieß es zum Beispiel in einem Kommentar bei Facebook. „Und das man den hohen Aida Standard nicht in vollem Umfang bieten kann, weiß man erst nach der Taufe“, scheibt ein anderer. „Eine Blamage par excellence für Aida.“

Die abgesagte Reise reiht sich ein in mehrere Verzögerungen bei der Indienststellung neuer Kreuzfahrtschiffe in den vergangenen Monaten. Auch Aida Cruises war davon betroffen, zuletzt bei der „Aida Nova“. Aktuell gibt es auch bei der „Costa Smeralda“ Verspätungen. Außerdem traten 2019 die „World Explorer“ von Nicko Cruises und die „Hanseatic nature“ von Hapag-Lloyd Cruises verspätet ihre ersten Reisen an.

Kreuzfahrt-Unternehmen hatten zuletzt Gegenwind von der Baleareninsel bekommen: Umweltverbände und Bewohner auf Mallorca forderten, den Kreuzfahrt-Verkehr deutlich zu reduzieren. (mbr/dpa/ac)

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