Coronavirus

Coronavirus in Italien: Haftstrafen bei Quarantäne-Verstößen

Rom.  Italien ist besonders vom Coronavirus betroffen, die Lage ist dramatisch. Fast 70.000 Menschen sind infiziert, es gibt Tausende Tote.

Gesundheitspersonal der Intensivstation in einer italienischen Klinik. Die Krankenhäuser in Italien sind völlig überlastet – ebenso wie deren Mitarbeiter.

Gesundheitspersonal der Intensivstation in einer italienischen Klinik. Die Krankenhäuser in Italien sind völlig überlastet – ebenso wie deren Mitarbeiter.

Foto: Domenico Stinellis / dpa

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Nicht nur in Europa führt Italien die Statistik der meisten Coronavirus-Fälle – auch weltweit steht das Mittelmeer-Land an zweiter Stelle, getoppt nur vom Corona-Epizentrum China. Fast 70.000 Italiener sind mit dem Coronavirus infiziert und fast 7000 Menschen sind bereits an der durch das Virus ausgelösten Krankheit Covid-19 gestorben.

Nachdem die Zahl der Todesopfer in den vergangenen Tagen etwas zurückgegangen war, gab es Hoffnung, dass sich die Situation entspannt und die Virus-Kurve abflachen könnte. Am Dienstag war die Zahl allerdings wieder gestiegen – an nur einem Tag starben in Italien 743 Menschen. Mehr zum Thema: Italien meldet hunderte Tote wegen dem Coronavirus – pro Tag.

Coronavirus: Italien bekommt Hilfe aus dem Ausland

Inzwischen ist die Lage in Italien so dramatisch, dass das Land die Herausforderung nicht mehr alleine bewältigen kann. Hilfe kommt aus den Ausland. China und Russland haben medizinisches Personal und Ausrüstung in das gebeutelte Land geschickt, mehrere deutsche Bundesländer haben italienische Corona-Patienten aufgenommen, um die italienischen Krankenhäuser zu entlasten.

Der italienische Ministerpräsident Giuseppe Conte hatte bereits am 10. März eine landesweite Ausgangssperre verhängt, nachdem sich das Coronavirus vor allem im Norden des Landes explosionsartig ausgebreitet hatte. Seit Einführung der Ausgangsverbote habe es mehr als 100.000 Anzeigen wegen Verstößen gegeben, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa. Lesen Sie mehr: Wie hart die Polizei in Italien bei Verstößen gegen die Quarantäneauflagen wegen des Coronavirus durchgreift.

Bis zu fünf Jahre Haft für Verstöße gegen die Quarantäneauflagen

Jetzt hat die Regierung die Geldstrafen für Verstöße drastisch erhöht. Außerdem gab sie bekannt, dass wer positiv auf das Coronavirus getestet sei und sich vorsätzlich nicht an die Quarantäneauflage halte und die Wohnung verlasse, mit Gefängnis von einem bis zu fünf Jahren bestraft werden könne. Kurz zuvor hatte Conte höhere Geldstrafen von 400 bis 3000 Euro für die Verletzung von Coronavirus-Regeln angekündigt.

Sogar Drohnen dürfen offiziell zur Überwachung der Bevölkerung eingesetzt werden. Die Luftfahrtbehörde ENAC hatte der Polizei am Montag grünes Licht für die Überwachung aus der Luft gegeben. Die Freigabe gelte bis zum 3. April, teilte die Behörde mit. Kommunen wie die Küstenstädte Rapallo und Rimini legten damit sofort los. Andere Orte hatten die Drohnen schon vorher eingesetzt.


(lhel/dpa/afp)

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