„Ein wünschenswerter Lebensentwurf“

Im Gespräch Oskar Dieter Epp, Vorstandsvorsitzender der Volksbank eG Gera Jena Rudolstadt, zur neuen Gemeinschaftsaktion

Oskar Dieter Epp (61), Vorstandsvorsitzender der Volksbank eG Gera Jena Rudolstadt.

Oskar Dieter Epp (61), Vorstandsvorsitzender der Volksbank eG Gera Jena Rudolstadt.

Foto: Peter Michaelis

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Mit dem Tag der Vereine am 2. Februar im Kultur- und Kongresszentrum haben die Volksbank eG Gera Jena Rudolstadt und unsere Zeitung den Schlusspunkt zu zehn Jahre Verein des Monats gesetzt. Die Gemeinschaftsaktion stellte 180 Vereine aus dem Verbreitungsgebiet der Lokalredaktion vor und lebte vom Mittun der Leser. Eine Fortsetzung mit neuem Inhalt war angekündigt. Im Interview wird sie von Oskar Dieter Epp, Vorstandsvorsitzender der Bank, erläutert.

Jetzt ist es soweit: Die Folgeaktion wird gestartet. Wie lautet das Motto?

Azubi des Monats.

Warum richten Sie den Fokus auf Lehrlinge?

Weil wir glauben, dass jungen Leuten klar gemacht werden muss, dass eine Berufsausbildung im Hinblick auf die spätere Lebensperspektive nicht schlechter sein muss als eine akademische Ausbildung. Und, dass man mit einer Berufsausbildung auch nicht unbedingt eine spätere akademische Ausbildung ausschließt, sondern dafür eine praktische Grundlage setzt. Wir wissen, auch mit einer Berufsausbildung kann man zu einem erfolgreichen Unternehmer werden.

Sind Sie selbst mit einer Berufsausbildung gestartet?

Ich habe nach dem Abitur direkt studiert und dann ein 18-monatiges Trainee-Programm absolviert, das die Ausbildung zum Bankkaufmann ersetzte. Wenn man von der Uni kommt und keine Berufserfahrung hat, ist der Praxisschock sehr groß.

Erleben Sie selbst, dass es schwieriger geworden ist, neue Bankkaufleute zu finden?

Ja.

Woran liegt das?

Zum einen daran, dass es weniger Schulabgänger gibt. Das sehen wir deutlich daran, dass bei der IHK weniger Abschlüsse von Bankkaufleuten registriert werden. Es liegt aber auch daran, dass das Bild der Banken in der Öffentlichkeit in den letzten zehn Jahren gelitten hat.

Dass der Beruf zu anspruchsvoll ist oder die ausgelernten jungen Leute zu wenig verdienen – daran kann es nicht liegen?

Ich weiß, dass das Berufsbild Bankkaufmann immer noch zu den Berufsbildern gehört, die direkt nach der Lehre beim Verdienst im oberen Drittel angesiedelt sind. Ich glaube eher, dass das gesellschaftliche Bild der Bank dazu beiträgt, sich nicht für den Beruf zu interessieren. Dass Bankkaufmann sein auch verkaufen heißt, kann mit dazu gehören. Ziemlicher Leistungsdruck hat sich breit gemacht. Was wir noch sehen ist, dass viele junge Leute die Bank in branchenfremde Bereiche verlassen. Das hängt sicher damit zusammen, dass unsere Tätigkeit sehr reguliert ist. Wenn man vor lauter Vorschriften den Sinn seiner Arbeit nicht mehr erkennen kann, macht die Arbeit keinen Spaß mehr.

Welchen Effekt wollen Bank und Tageszeitung mit der neuen Aktion erreichen?

Wir wollen Berufsbilder zum einen bekannt machen und das Erlernen eines Berufes auch zu einem nicht nur akzeptierten, sondern wünschenswerten Lebensentwurf machen.

Wie soll die Gemeinschaftsaktion ablaufen?

Ausbildungsbetriebe, Kammern, Familienangehörige und Freunde schlagen der Zeitung mit einer kurzen Begründung die Auszubildenden vor. Den letzten Ausschlag für ein Zeitungsporträt gibt aber die Zustimmung des Ausbildungsbetriebes. Aus den Vorschlägen werden jeden Monat drei Auszubildende in der Tageszeitung porträtiert. Mit den Azubis werden auch Berufsbild und Ausbildungsbetrieb vorgestellt.

Was müsste nach Ihrer Meinung einen Azubi auszeichnen, der den Monatstitel gewinnt?

Entweder eine besondere Leistung, schulisch oder innerbetrieblich oder ein besonderes Engagement im Beruf oder außerhalb des Berufes.

Was spendieren Sie für den Azubi des Monats?

Wir spendieren eine Geldprämie und eine Sachprämie in Form eines digitalen Leseabonnements der OTZ. Keiner der drei Monatskandidaten geht dabei leer aus.

Dürfen wie beim Verein des Monats die Leser wieder abstimmen?

Sie sollen es sogar, denn der Azubi des Monats wird von den Lesern gekürt. Der mit den meisten Stimmen gewinnt. Die Preisübergabe erfolgt gemeinsam mit der OTZ.

Werden Leser dafür belohnt?

An die an der Aktion teilnehmenden Leser wird ein kleines Dankeschön verlost.

Wann erfolgt der Start für den Azubi des Monats?

Am 1. Juni. Wir planen dieses Jahr, in fünf aufeinanderfolgenden Monaten jeweils drei Azubis vorzustellen.

Wohin können die Vorschläge gesendet werden?

An die Lokalredaktion.

Vorschläge für den Azubi des Monats mit Nennung des Ausbildungsbetriebes bitte per E-Mail an gera@otz.de oder an die Postadresse: Lokalredaktion, Johannisstraße 8, 07545 Gera

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