Unwetter

Medicane: Flugumleitungen in Griechenland wegen Sturms

Athen.  Ein Medicane tobte in Griechenland mit hohen Windgeschwindigkeiten. Bewohner berichten von Stromausfällen und umgestürzten Bäumen.

Wie entsteht ein Hurrikan?

Durchschnittlich sechs ausgewachsene Hurrikane verwüsten jedes Jahr Landstriche. Sie entstehen durch gewaltige, aufgeheizte Luftmassen nahe des Äquators, die durch die Corioliskraft in Rotation gebracht werden.

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  • Auf dem Mittelmeer sorgen sogenannte Medicanes immer wieder für schwere Stürme, die erhebliche Schäden anrichten können
  • Nun hat ein solcher Sturm Griechenland erreicht: Laut der griechischen Zivilschutzbehörde tobte der Medicane am Freitag mit Windgeschwindigkeiten von bis zu über 100 Stundenkilometern.
  • Anders als ein Hurrikan oder Taifun ist ein Medicane meist ein Wetterphänomen, das nur über wenige Tage anhält

Während sich in Deutschland in den vergangen Tagen der Sommer mit Temperaturen um die 30 Grad ein letztes Mal zeigte, braute sich auf dem Mittelmeer ein Sturm zusammen: Der Medicane „Udine“ (in Griechenland „Ianos“ genannt) hat am Freitag dafür gesorgt, dass die ersten Flüge in Griechenland umgeleitet wurden. Zwei Maschinen der Fluggesellschaft Ryanair konnten am Morgen nicht wie geplant auf der Insel Kefalonia im Ionischen Meer landen und wurden nach Athen umgeleitet.

Als Medicane bezeichnen Meteorologen einen hurrikanähnlichen Wirbelsturm, der sich im Mittelmeerraum bildet. Der Medicane werde wahrscheinlich ganz Griechenland treffen, erklärte der Meteorologe Jürgen Schmidt vom Wetterdienst „WetterKontor“ dem Redaktionsnetzwerk Deutschland am Donnerstag. Der Sturm habe dabei eine Struktur wie ein tropischer Wirbelsturm.

Medicane „Udine“: Stromausfälle und umgestürzte Bäume

Inselbewohner berichteten von Stromausfällen, abgedeckten Dächern und umstürzenden Bäumen. Laut der Nachrichtenagentur ANA wurde vor der Insel Ithaki ein Segelboot von den Wellen mitgerissen, die beiden Insassen konnten sich ans Ufer retten.

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Laut Vorhersage soll der Sturm vom Ionischen Meer und West-Griechenland im Laufe des Tages über die Peloponnes-Halbinsel hinwegziehen. Die Zivilschutzbehörde warnte vor jeglichen nicht notwendigen Reisen während des Sturms. Der Bürgermeister der Inselhauptstadt Argostoli auf Kaphalonia, Dionysis Minetos, sagte im griechischen Fernsehen, die Bewohner sollten in ihren Häusern bleiben und nicht auf die Straße gehen.

Die Regionen, die neben den Inseln im Ionischen Meer voraussichtlich am härtesten getroffen werden, sind die Halbinsel Peloponnes, Mittelgriechenland sowie teilweise auch die Insel Kreta. „Wir können aber nicht genau sagen, wie sich der Medicane bewegen wird“, sagte Meteorologe Lagouvardos im Staatsfernsehen. Schwere Regenfälle und stürmische Winde sollten auch Athen am Freitag treffen, hieß es.

Der Zivilschutz stellte in besonders gefährdeten Gebieten vorsorglich Rettungsteams bereit, auch drei Rettungshubschrauber sind in Alarmbereitschaft.

Medicane und Hurrikan: Was ist der Unterschied?

Anders als ein Hurrikan oder Taifun ist ein Medicane meist ein Wetterphänomen, das nur über wenige Tage anhält. Eine Medicane-Saison gibt es nicht. Das liegt unter anderem an der Größe des Mittelmeers, das im Vergleich zum Atlantik viel zu klein ist.

Schon im Herbst 2018 hat sich ein Medicane im Mittelmeer zusammengebraut. Bei einem Medicane im November 2017

Aktuell sorgt der Hurrikan „Sally“ für massive Überflutungen an der Golfküste der USA. (dpa/AFP/dmt)

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