Grenzfluss

Griechische Grenzschützer greifen 92 nackte Geflüchtete auf

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Flüchtlingsgipfel: Faeser kündigt mehr Hilfen und Grenzkontrollen an

Flüchtlingsgipfel: Faeser kündigt mehr Hilfen und Grenzkontrollen an

Angesichts der steigenden Flüchtlingszahlen fordern die Gemeinden in Deutschland seit Wochen mehr Unterstützung vom Bund bei der Versorgung von Geflüchteten. Bundesinnenministerin Nancy Faeser hat Länder und Kommunen zu einem Flüchtlingsgipfel in Berlin geladen und dabei weitere Finanzhilfen und mehr Grenzkontrollen angekündigt.

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Berlin  Der Grenzschutz hat die 92 Personen ohne Bekleidung und Gepäck am Fluss Evros aufgegriffen. Die Behörden erheben schwere Vorwürfe.

Im Nordosten Griechenlands haben Grenzschützer nach Angaben griechischer Ministerien 92 Geflüchtete aufgegriffen. Sie seien nackt gewesen und von der Türkei aus über die Grenze nach Griechenland getrieben worden sein, hieß es. Wie das griechische Bürgerschutzministerium schreibt, ereignete sich der Vorfall am Freitag.

In einem Tweet des griechischen Migrationsministers Notis Mitarakis vom Samstag wurde ein Foto nackter Männer verbreitet, das das Vorkommnis belegen soll. Der Minister beschuldigte die Türkei, die Menschen ohne Bekleidung und Gepäck über die Grenze geschickt zu haben. Das türkische Verhalten gegenüber den 92 Personen, die griechische Grenzer am Evros gerettet hätten, sei eine Schande für die Zivilisation. Man erwarte, dass Ankara Untersuchungen einleite, so Mitarakis.

Auch das griechische Bürgerschutzministerium bestätigte den Vorfall. Demnach retteten Polizisten des griechischen Grenzschutzes die Menschen „in Zusammenarbeit mit Frontex“. Einige der Geflüchteten hätten gegenüber den griechischen Beamten angegeben, in drei Fahrzeugen der türkischen Behörden an den Fluss transportiert und in Schlauchboote platziert worden zu sein, um nach Griechenland überzusetzen. Manche der Menschen sollen Verletzungen aufgewiesen haben, hieß es in einer Mitteilung der griechischen Polizei. Man habe sie bekleidet und versorgt.

Obwohl auch Beamte der EU-Grenzschutzagentur Frontex vor Ort gewesen sein sollen, gab es von der Agentur bislang keine Bestätigung zu der Darstellung der griechischen Ministerien.

Griechenland will Grenzzaun am Evros verlängern

Athen will wegen der erhöhten Zahl illegaler Grenzübertritte von der Türkei aus die Grenze am Fluss Evros im Nordosten des Landes fast vollständig abriegeln. Die bestehenden 35 Kilometer Grenzzaun entlang des Flusses werden zurzeit um 80 Kilometer verlängert. Nicht nur am Evros, auch in der östlichen Ägäis hatten griechische Grenzer zuletzt einen deutlichen Anstieg der Flüchtlingszahlen verzeichnet.

Dieser Artikel erschien zuerst auf morgenpost.de.