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Trotz Kritik am Modestil: Günther Jauch verkauft alten Anzug

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Günther Jauch: Der sympathische Quizmaster

Günther Jauch- Der sympathische Quizmaster

Günther Jauch gehört zu den bekanntesten deutschen Fernsehgesichtern. Der sympathische Moderator im Portrait.

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Mainz.  Günther Jauch will kranken Kindern helfen und ermöglicht es Fans, sich genauso zu kleiden wie der Moderator. Jauch, ein Modevorbild?

Sich einmal fühlen wie ein Quiz-Onkel: Seit 23 Jahren moderiert Günther Jauch eine der erfolgreichsten Shows der deutschen TV-Geschichte und fragt: „Wer wird Millionär?“ Nun haben Fans die Möglichkeit, in die Arbeitsuniform des 65-Jährigen zu schlüpfen.

Jauch lässt einen Anzug verkaufen, den er während einer „Wer wird Millionär?“-Sendung getragen hat. Sakko, Hemd und Krawatte – wer sich den RTL-Promi aus Potsdam zum Style-Vorbild nimmt, sollte am heutigen Samstag (4. Juni) zuschlagen. Dann werden in Mainz anlässlich des Tags der Organspende mehrere Kleidungsstücke von Personen der Zeitgeschichte angeboten. Unter anderem von Jauch.

Aber wer sollte sich eigentlich an Jauch orientieren wollen? Der eher konservative Kleidungsstil des in Berlin aufgewachsenen gebürtigen Münsteraners bietet Modepolizistinnen seit Jahren Anlass zu mildem Spott – sogar während seiner Shows, wie ein kleiner WWM-Rückblick zeigt. Mehr zum Moderator: Deutschlands liebster Schlaumeier: Günther Jauch wird 65

Günther Jauch und seine bunten Krawatten

2018 nahm eine Modebloggerin auf dem Gästestuhl bei „Wer wird Millionär?“ Platz und machte deutlich, dass Jauchs Optik nicht ihren Vorlieben entspreche. Sie wolle dem Moderator Stylingtipps geben, verkündete die damals 30-jährige Mainzerin schon während der Vorstellungsrunde. Jauchs Klamotten seien „nicht die A-Liga“, zog sie ihn auf. Konkret: Seine bunt gemusterte Krawatte gefiel ihr nicht. Außerdem empfahl die selbsternannte Fachfrau ihm, er möge doch Stecktücher tragen. Jauchs Resümee: „Der Knaller des Abends.“

Jauchs Businesstracht, ein ewiges Aufregerchen – er ist der Gegenentwurf zu seinem barocken Showbuddy Thomas Gottschalk (72). Er habe „immer Anzüge wie die von Frank-Walter Steinmeier an“, stichelte 2021 eine Kandidatin. Jauchs Erscheinung fand sie spießig. Die Frau bot ihm sogar eine gemeinsame Shopping-Tour an, Umstyling inklusive. Seine gespielt empörte Reaktion: „Bei allem Respekt, das ist jetzt eine Frechheit.“ Auch interessant:Günther Jauch mit Corona infiziert: So ersetzte ihn RTL

Günther Jauch ist bekannt dafür, sein Privatleben rigide abzuschirmen. Man darf sich den Freizeit-Jauch wohl eher nicht in Sandaletten und Motivshirt vorstellen. Eine Jogginghose etwa besitze er nicht, verriet er in der 1500. Jubiläumsfolge vor gut einem Jahr: „Da halte ich es wie Karl Lagerfeld.“ Zuhause trage er am liebsten Jeans und Hemd. „Wenn es schicker sein muss, mal ein Sakko – ansonsten einen Pullover drüber.“

Günther Jauch lässt Kritik über sich ergehen

Ärgert es Jauch, wenn er wegen seiner Klamotten aufgezogen wird? Laut eigener Aussage nicht. „Es steht ja jedem zu, sich über mich zu mokieren. Das gefällt mir übrigens auch viel besser, als wenn jemand sagt: Das ist aber schick, wie Sie heute wieder aussehen.“ Lesen Sie hier: „Wer wird Millionär“: Enkel von Helmut Kohl Gast bei Jauch

Zurück zum Verkauf in Mainz: Mit der Aktion namens „Second Chance“ (Zweite Chance) solle ein Zeichen für die Organspende gesetzt werden, sagt die Sprecherin der rheinland-pfälzischen Landeszentrale für Gesundheitsförderung, Birgit Kahl-Rüther. Neben dem Jauch-Anzug sind etwa eine Schlaghose von Schlagersängerin Mary Roos (73), ein Fernsehdress von ZDF-Moderatorin Andrea Kiewel (56) und ein Trikot des Fußballtorwarts Robin Zentner (27) von Bundesligist Mainz 05 zu haben. Der Erlös kommt dem Verein Kinderhilfe Organtransplantation (Kio) zugute. Promis

Eine gute Inspiration womöglich für Karnevalisten: Warum nicht mal als schlaksige TV-Ikone zum nächsten Rosenmontagszug? Für die typische Jauch-Optik fehlt eigentlich nur noch eine seiner eckigen, schwarz umrandeten Brillen. Vielleicht gibt er die beim nächsten Tag der Organspende her. (Joe)

Dieser Text erschien zuerst auf www.morgenpost.de.