Klimawandel

Erst Dürre, dann Hitze: Portugal kämpft gegen Waldbrände

Miguel Sanches
| Lesedauer: 2 Minuten
Hitzewelle: Karl Lauterbach befürchtet "viele Todesopfer"

Hitzewelle: Karl Lauterbach befürchtet "viele Todesopfer"

Deutschland muss sich auf eine dramatische Hitzewelle einstellen. Jetzt schlägt sogar Gesundheitsminister Karl Lauterbach Alarm und appelliert an alle Bürger*innen.

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Berlin  Über 2300 Feuerwehrleute bekämpfen in Portugal Dutzende Waldbrände. Der "Worst Case" trat ein: Extremhitze nach monatelanger Dürre.

Portugal kämpft mit einer Extremhitze. Bis zum Wochenende werden Höchsttemperaturen um die 45 Grad erwartet. Wegen der unweigerlichen Waldbrandgefahr hat die Regierung in Lissabon den Notfall ausgerufen.

Derzeit versuchen über 2300 Einsatzkräfte rund 56 Waldbrände zu löschen. Längst hat die Regierung den EU-Zivilschutzmechanismus aktiviert. Das hat für das kleine westeuropäische Land den Vorteil, dass die Feuerwehr auf zwei im benachbarten Spanien stationierte Löschflugzeuge zurückgreifen darf.

Hitzewelle: Ausnahmelage oder Vorbote des Klimawandels?

Der Zivilschutz spricht von einer "beispiellosen meteorologischen Situation“. Das Grundproblem ist, dass die Böden extrem trocken sind. Seit Monaten herrscht in Portugal Dürre.

Bereits im Juni hat ganz Europa geschwitzt und kam es zu Waldbränden. Ozon-Alarm in Frankreich, Brände in Spanien, Dürre in Italien, Hitze in Portugal, auch den Touristen in diesen klassischen Sommer-Urlaubszielen dürften die Wetterbedingungen zu schaffen machen.

In Portugal war bereits der Mai der heißeste Mai seit 91 Jahren – ein Vorbote des Klimawandels? Zumal das beliebte Urlaubsland auf der iberischen Halbinsel keine Ausnahme, in vielen Teilen Europas herrschten teilweise sehr hohe Temperaturen. In Deutschland werden sie in den nächsten Tagen erwartet.

Nach der monatelangen Dürre in Portugal kam dann die Hitze. Erschwerend kommen teilweise starke Winde hinzu, ein natürlicher Brandbeschleuniger. Manche Brände sind seit Tagen aktiv, die größten lodern nördlich von Lissabon im Landesinneren, zuletzt insbesondere im Bezirk Santarém. Allein hier sind Feuerwehr, Zivilschutz und Armee mit fast 800 Kräften im Einsatz. Regierungschef Antonio Costa sagte vorsorglich eine Afrikareise ab.

Waldbrand: Die größte Hitze kommt noch

In insgesamt 80 Bezirken herrscht höchste Waldbrandgefahr. Die Rettungskräfte sind in Alarmbereitschaft, zumal der Höhepunkt der Hitzewelle erst für Donnerstag erwartet wird. Der Rekord liegt bei 47,3 Grad im August 2003 im Alentejo im Süden des Landes.

Im Norden Portugals, in der Gemeinde Boticas, ist der größte zusammenhängende Kiefernwald auf der iberischen Halbinsel in Flammen aufgegangen. Er war gerade erst neu aufgeforstet worden.

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Dieser Artikel erschien zuerst auf morgenpost.de.