Sturm

Hurrikan „Iota“ verwüstet Mittelamerika – mindestens 49 Tote

Miami.  Nach „Eta“ hat mit „Iota“ der nächste Hurrikan Mittelamerika getroffen. Mehrere Menschen kamen durch den Sturm bereits ums Leben.

Hurrikan "Iota" wütet in Mittelamerika

Hurrikan "Iota" hat in Mittelamerika große Schäden hinterlassen, mindestens 38 Menschen starben. Besonders betroffen sind Nicaragua und Honduras.

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  • Hurrikan „Iota“ ist in Mittelamerika und Kolumbien auf Land getroffen und hat schwere Schäden verursacht
  • Erst zwei Wochen zuvor war die Region um Nicaragua von Hurrikan „Eta“ getroffen worden
  • Mindestens 49 Menschen sind wegen „Iota“ bislang ums Leben gekommen

Mindestens 49 Menschen sind in Mittelamerika durch den Hurrikan „Iota“ ums Leben gekommen. In Nicaragua wurden nach Angaben der Behörden 21 Todesopfer gezählt, im Nachbarland Honduras waren es 16. Zwölf weitere Opfer wurden in Guatemala, Panama, Kolumbien und El Salvador gezählt. Am Donnerstag, nachdem sich der einstige Hurrikan bereits aufgelöst hatte, blieb die Lage gefährlich: In Honduras wurden wegen hoher Flusspegel noch immer Gebiete evakuiert.

In der nicaraguanischen Stadt Bilwi, nahe der „Iota“ auf Land getroffen wart, richtete der Sturm nach Angaben eines Behördenvertreters schwere Schäden an. Er habe es geschafft, alles zu zerstören, „was “Eta’ stehen gelassen hat“, sagte Yamil Zapata örtlichen Medien am Mittwoch. „Der Schaden ist wirklich beträchtlich.“

Am Mittwoch begannen in der 40.000-Einwohner-Stadt die ersten Aufräumarbeiten . „Es gibt nichts mehr. Der Hurrikan hat alle Häuser an der Küste mitgerissen“, erzählte Esteban Moore, der selbst sein Haus verloren hat, der Nachrichtenagentur AFP. Nach Angaben der nicaraguanischen Behörden sind mehr als 110.000 Häuser vom Strom abgeschnitten, mehr als 47.000 haben kein fließendes Wasser mehr.

„Iota“ traf mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 250 km/h auf Land

Nur zwei Wochen nach dem verheerenden Wirbelsturm „Eta“ hatte „Iota“ als Hurrikan der höchsten Kategorie 5 am Montagabend die Küste Nicaraguas erreicht. Nach Behördenangaben traf „Iota“ mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 250 km/h südlich von Bilwi auf Land. Danach wurde der Sturm von Kategorie 5 auf Kategorie 4 der Hurrikan-Skala zurückgestuft und schwächte sich landeinwärts weiter zu einem Tropensturm ab.

Die Opferzahlen dürften weiter steigen, da viele Gegenden wegen Überschwemmungen , Stromausfällen und anderen Sturmschäden zunächst unzugänglich waren. In Nicaragua waren nach offiziellen Angaben 28 Brücken beschädigt. Auf einem Berg im Westen des Landes kamen laut Regierung bei einem Erdrutsch mindestens sieben Menschen ums Leben, darunter mindestens drei Kinder.

Hurrikan „Iota“: „Wir dachten, wir würden sterben“

Mehr als 60.000 Menschen wurden in Nicaragua zum Schutz vor dem Unwetter in Notunterkünfte gebracht. „Wir dachten, wir würden sterben“, zitierte die Zeitung „La Prensa“ eine Bewohnerin der an der Ostküste gelegenen Stadt Puerto Cabezas. Der Wind habe Bäume zum Umfallen gebracht, sagte sie demnach. „Die Kinder schrien vor Angst, es war schrecklich.“

Auf der winzigen kolumbianischen Karibik-Insel Providencia deckte „Iota“ das Dach des Krankenhauses teilweise ab. Bei mehr als 6000 Bewohnern sei der Strom ausgefallen, sagte Insel-Polizeichef John Fredy Sepulveda.

Auch in Honduras mussten zahlreiche Menschen wegen „Iota“ ihre Häuser verlassen. Über El Salvador schwächte sich der Sturm nach Angaben des Nationalen US-Hurrikanzentrums vom Mittwoch weiter zum tropischen Tiefdruckgebiet ab.

Hurrikan „Iota“ folgt der Route des Wirbelsturms „Eta“

Allerdings warnten die Meteorologen weiter vor möglichen katastrophalen Sturzfluten und Erdrutschen in der Region. Die Zivilschutzbehörde von Honduras, Copeco, forderte am Dienstagabend (Ortszeit) alle Menschen in der Nähe der Flüsse Ulúa, Chamelecón und Cangrejal auf, die Gebiete sofort zu verlassen. Die Pegel stiegen demzufolge unaufhaltsam – es werde weitläufige Überschwemmungen geben.

Die Region leidet noch unter den Folgen des Sturms „Eta“ , der am 3. November als Hurrikan der Kategorie vier auf die Küste Nicaraguas getroffen war – nur rund 25 Kilometer nördlich des Ortes, wo „Iota“ nun Land erreichte. „Eta“ verwüstete Gebiete in mehreren Ländern und setzte ganze Landstriche unter Wasser. Tausende Familien verloren ihr Zuhause, zahlreichen Menschen fehlt es noch immer am Nötigsten. Mehr als 174 Todesfälle wurden registriert; hinzu kommen die rund 100 Bewohner eines Dorfes in Guatemala, das von einem Erdrutsch verschüttet wurde.

Wie entsteht ein Hurrikan?
Wie entsteht ein Hurrikan?

Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) war „Iota“ der erste Hurrikan der höchsten Kategorie 5 „in dieser Rekordsaison“ mit bereits 13 Hurrikans im Atlantik. „Iota“ folgt der Route des Wirbelsturms „Eta“, durch den vor zwei Wochen mehr als 200 Menschen in Zentralamerika ums Leben gekommen waren.

Hunderttausende Menschen wurden obdachlos, an der Infrastruktur entstanden schwere Schäden. „Iota“ mit seinen starken Regenfällen trifft somit auf bereits aufgeweichte Böden und könnte somit noch mehr Überschwemmungen und Erdrutsche verursachen. Wissenschaftler führen es insbesondere auf den Klimawandel zurück, dass die Stürme an Häufigkeit und Heftigkeit zunehmen.

(jb/ba/afp/dpa)