Landkreis kontrolliert Wasserentnahme-Verbot

Landkreis  Immer mehr Beschwerden erreichen die Untere Wasserbehörde. Zusammenarbeit mit den Ordnungsämtern

Die Unstrut bei Sömmerda. Wasser aus dem Fluss zu entnehmen, ist derzeit verboten.

Die Unstrut bei Sömmerda. Wasser aus dem Fluss zu entnehmen, ist derzeit verboten.

Foto: Jens König

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Bäche, Flüsse und Seen führen derzeit zu wenig Wasser. Das Landratsamt Sömmerda reagierte darauf mit einem Verbot: Wasser aus oberirdischen Gewässern darf bis aus Weiteres nicht mehr entnommen werden.

Nach Auskunft der Unteren Wasserbehörde des Kreises ist aufgrund der lang anhaltenden Trockenheit gegenwärtig in fast allen Gewässern eine geringe Wasserführung festzustellen, welche sich negativ auf Tier- und Pflanzenwelt auswirkt. Auch einzelne Regenschauer werden nicht zu einer langfristigen Verbesserung der Gesamtsituation führen, heißt es.

Verstärkt werde die Situation durch Bürger, die an Gewässern wohnen und diese nutzen, um ihre Gärten, Felder und Rasenflächen zu beregnen beziehungsweise zu bewässern.

Zwischenzeitlich erreichten immer mehr Beschwerden die Untere Wasserbehörde, dass kleinere Bäche von Anliegern fast leergepumpt würden, teilt das Landratsamt auf Nachfrage der Thüringer Allgemeine mit.

Wo Abwässer einlaufen, besteht besondere Gefahr

Besonders kritisch sei die Situation in solchen Gemeinden, in denen noch Abwässer aus Kleinkläranlagen in die Gewässer eingeleitet würden. Hier entstünden Situationen, die ein Eingreifen der Behörde zwingend notwendig machten.

Es ist nicht das erste Mal, dass der Landkreis die Wasserentnahme einschränkt. Zuletzt war dies 2015 der Fall.

Derzeit gingen beim Landratsamt reichlich Hinweise und Beschwerden ein, die melden, wenn sich andere Bürger nicht an das Verbot hielten. So gab es beispielsweise am Samstag einen Polizeieinsatz am Rossenbach in Ollendorf, weil dort Wasser mit privaten Pumpen entnommen wurde (Thüringer Allgemeine berichtete). Dort hatten Zeugen auch die Polizei gerufen.

Kontrollen gibt es nach Angaben des Landratsamtes derzeit auch nur als Reaktion auf diese Hinweise.

Gleichzeitig arbeite der Kreis allerdings mit den Ordnungsämtern der Städte und Gemeinden zusammen, die bei Kontrollen unterstützten. Zusätzlich werden die Mitarbeiter der Unteren Wasserbehörde bei ihren Außendiensten verstärkt auf Verstöße gegen das Entnahmeverbot achten. Ordnungswidrigkeiten könnten entsprechend der Wassergesetze mit einer Geldbuße geahndet werden, teilt das Landratsamt mit.

Ausgenommen von dem Verbot sind nur gewerbliche Nutzer, die eine vertragliche Regelung über die Bereitstellung von Wasser mit der Thüringer Fernwasserversorgung haben.

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