Urlaub

Ekel-Alarm auf Mallorca: Behörden warnen vor Bettwanzen

Miguel Sanches
| Lesedauer: 3 Minuten
Was gilt bei unbezahltem Urlaub?

Was gilt bei unbezahltem Urlaub?

Eine lange, mehrmonatige Reise in ein fernes Land machen, ein Sabbatjahr nehmen. Viele träumen von einer längeren Freistellung von der Arbeit, wollen ihre Anstellung aber nicht verlieren. Was ist dann möglich?

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Berlin.  Jedes Jahr vermehren sich die Bettwanzen um 500 Prozent. Richtig gelesen: Fünfhundert. In Spanien gilt in diesem Sommer "Ekel-Alarm".

Schock für Spanien-Urlauber: Die Behörden schlagen Ekel-Alarm. "Bettwanzen treten dieses Jahr mit der Wiederbelebung des Tourismus und der Hitzewelle wieder stark auf", warnte die Madrider Gesundheitsbehörde "anecpla". Schlimmer gar: Zusätzlich breitet sich im beliebten Reiseland eine neue Art aus. Betroffen sind typische Tourismusziele wie Alicante, Mallorca oder die Kanaren.

Bettwanzen treten überall auf, in Luxusherbergen ebenso wie in der letzten Absteige. Man kann allenfalls annehmen, dass sie im Fünf-Sterne-Hotel mit geschultem Blick früher gefunden und nicht zuletzt wegen des Imagerisikos mit äußerster Konsequenz bekämpft werden.

Urlaub auf Mallorca: Ekel-Alarm wegen Bettwanzen

Jahrzehntelang galten sie in Europa als ausgerottet. In den 1990er Jahren tauchten sie wieder auf. Experten schätzen, dass die Population weltweit jedes Jahr um 500 Prozent zunimmt; eine Begleiterscheinung von Globalisierung und Tourismus. Denn "Cimex lectularius", wie sie heißt, reist vorzugsweise in den Koffern und Taschen der Gäste mit.

Eine Bettwanze ist um die fünf Millimeter lang, mit bloßem Auge kaum erkennbar, und ernährt sich von menschlichem Blut. Sie lauert eigentlich überall, in Betten, Lattenrost, Laken, Möbeln, Teppichen, Bilderrahmen, Vorhängen, Steckdosen, Fußbodenleisten. Nachts beißt sie die Menschen im Schlaf.

An den Wanzenstraße erkennt man den Blutsauger

Am nächsten Morgen führt man den Biss oft fälschlicherweise auf eine Mücke zurück. Bis sie das richtige Blutgefäß gefunden haben, beißen die Wanzen an mehreren Stellen, zumeist in einer Reihe. Diese "Wanzenstraße" ist es, die sie verrät. Ihr Biss verursacht Juckreiz und kann allergische Reaktionen auslösen. Betroffene können mithin vor lauter Ekel gar nicht mehr schlafen.

Haben sie sich länger in einem Raum eingenistet, fällt früher oder später ihr Kot auf: kleine dunkle Punkte. Spätestens dann wird das Hotel das Zimmer schließen, die Gäste umquartieren, die gesamte Wäsche reinigen und einen professionellen Schädlingsbekämpfer engagieren.

Bettwanzen: Sie reisen im Gepäck mit

Manche Hotels ersetzen auch das Reisegepäck. Andernfalls ist die Gefahr groß, dass man die Tierchen im Gepäck mitnimmt, ins Flugzeug, nach Hause, ins nächste Hotel. Dann geht alles von Neuem los. Es sind die Gäste, die Wanzen einschleppen; ganz gleich wie hoch der Hygienestandard in einem Hotel sein mag.

Anecpla-Generaldirektor Jorge Galvan mahnt, es sei sehr wichtig, dass professionelle Schädlingsbekämpfungsdienste das Problem angehen. Andernfalls laufe man Gefahr, "dass es chronisch wird, mit allen möglichen Folgen."

Bettwanzen: Können sie Krankheiten übertragen?

Dazu gehört die Möglichkeit, Krankheiten zu übertragen. Bisher weiß man das nur von der Chagas-Krankheit. Das ist eine schwere, im schlimmsten (seltenen) Fall tödliche Infektionskrankheit, die in Mittel- und Südamerika weit verbreitet ist; zunehmend auch dort, wohin es Einwanderer aus Lateinamerika zieht, in den USA und Spanien.

"Als ob das nicht genug wäre", so die Behörde, wurde kürzlich in Spanien das Vorkommen einer neuen Bettwanzenart entdeckt: eine tropische Bettwanze (Cimex hemipterus), die in Asien beheimatet ist und zuletzt auch Australien und die Vereinigten Staaten besiedelt hat. Sie gilt als "hochgradig resistent" gegen herkömmliche Insektizide.

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