Royals

Niederlande: Königin Máxima spricht offen über Depressionen

Petra Koruhn
| Lesedauer: 4 Minuten
Königin Màxima mit den Prinzessinnen: Ariane, Alexia und Amalia (v.l.)

Königin Màxima mit den Prinzessinnen: Ariane, Alexia und Amalia (v.l.)

Foto: Patrick van Katwijk / WireImage

Berlin.  Königin Màxima spricht offen über das Thema Depressionen: Nicht nur ihre älteste Tochter Amalia, auch Alexia suchte bereits Hilfe.

  • Königin Máxima der Niederlande spricht offen über Depressionen und bricht so mit den Tabus
  • Grund dafür dürfte auch ein Schicksalschlag in ihrer Familie sein
  • Máxima gab dabei einen Einblick in die psychische Gesundheit ihrer Kinder

Manchmal wird einfach alles zu viel: Die Schule, die Freunde, der Druck. Die niederländische Prinzessin Amalia (18) hatte in ihrer Biografie geschrieben, wie stark ihre Psyche bisweilen leide und dass sie sich Hilfe beim Therapeuten gesucht hatte. Mutter Màxima (50) berchtet nun, dass auch Alexia (16), ihre zweitälteste Tochter, bereits den Weg zum Therapeuten gesucht hat. Der Königin der Niederlande kommt so etwas mit Stolz über die Lippen. Màxima will das Thema Depressionen aus der Tabuzone in die Normalität holen.

Die Frau an der Seite von König Willem-Alexander (54), die von den Niederländern und international für ihre Herzlichkeit, Offenheit, aber auch für Engagemten geschätzt wird, hat jetzt ihre Stiftung „Mind us“ offiziell ins Leben gerufen. Auch interessant: Neue Sorgen um Mette-Marit.

Prinzessin Amelia der Niederlande ging offen mit Depression um

Bei der Vorstellung ihrer Organisation, die Hilfe bietet für psychische Erkrankungen bei jungen Menschen von zwölf bis 27 Jahren, sagte sie, dass nicht nur Amalia, sondern auch Alexia (16) Hilfe Gespräche bei Therapeuten gesucht habe. „Das ist kein Problem. Wir alle haben Momente – und wenn Hilfe zu finden ist, warum nicht.“

Prinzessin Amalia hat bereits offen über ihre Therapieerfahrung gesprochen. Die älteste Tochter des Königspaares öffnete sich kurz vor ihrem 18. Geburtstag in einem seltenen Interview. Sie berichtet davon, dass ihre Eltern schon Hilfe für sie suchten, als sie noch ein kleines Mädchen war.

Königspaar schickte die Tochter schon als kleines Kind zum Therapeuten

Weil sie spürten, dass es ihrer Tochter nicht gut ging, schickten sie sie zur Kinderpsychologin. „Aber das habe ich nicht mitbekommen, dachte ich: nur jemand, der mit mir am Sandkasten plaudern will“, erinnert sich die Thronfolgerin.

Die Gespräche wurden ihre Zuflucht. Noch immer nutzt die Prinzessin regelmäßig psychologische Hilfe. Etwas 350 Millionen Menschen leben weltweit mit Depressionen, so die Weltgesundheits-Organisation WHO. Der Großteil davon unbemerkt. Noch immer gebe es eine große Scheu, über psychische Erkrankungen zu sprechen, so Experten.

Schwester der Königin beging Suizid wegen Depressionen

Dass sich die niederländische Königsfamilie zur Offenheit entschlossen hat, habe auch mit einer familiären Tragödie zu tun. 2018 nahm sich die jüngere Schwester von Königin Màxima, Inés Zorreguieta, das Leben. „Ich denke, es ist ganz normal, ab und zu mit einem Profi zu sprechen, vor allem nach dem, was mit meiner Tante passiert ist“, so Amalia. Inés Zorreguieta litt an Depressionen, Verfolgungswahn und Magersucht.

Depression erkennen: Ein Selbsttest hilft
Depression erkennen: Ein Selbsttest hilft

Lesen Sie hier: Neue Fotos von Prinzessin Victoria von Schweden heizen die Gerüchteküche an.

Die hoch tabuisierte Depression sei in gewisser Weise eine Volkskrankheit, so die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN). Die Wahrscheinlichkeit, im Laufe des Lebens zumindest einmal eine schwere, behandlungsbedürftige Depression zu entwickeln, liege derzeit bei 16 bis 20 Prozent. Etwa jeder fünfzehnte Arbeitsunfähigkeitstag geht in Deutschland mittlerweile auf das Konto einer Depression.

In der Welt des Adels waren psychische Krankheiten lange ein Tabu

Auch in der Welt des Adels wird das Thema in der Regel eher zur Seite geschoben. Lady Di übrigens war es, die als vor mehr als 25 Jahren als erstes royales Mitglied über ihre Bulimie und ihre Depressionen sprach. Es wirkte wie ein Schock.

Als Anfang der 1990er Bilder der schwedischen Prinzessin Victoria auftauchten, auf denen sie extrem schmal aussah, blieben Erklärungen dafür aus. Erst viel später hieß es, die Prinzessin leide unter Essstörungen und sei in Behandlung. Es dauerte noch fast zwanzig Jahre, bis Victoria in einem Fernsehporträt über ihre Therapie in den USA sprach.

Dieser Artikel ist zuerst auf morgenpost.de erschienen.