Bootsunglück

Migranten verunglücken mit Boot vor Samos – Kind stirbt

Athen.  Vor der griechischen Insel Samos ist ein Boot mit Migranten in Seenot geraten. Ein sechsjähriges Kind konnte nicht gerettet werden.

Fotograf Reto Klar über Moria: "Man lebt dort nicht, man überlebt"

Funke-Fotograf Reto Klar berichtet über seine emotionalen Eindrücke aus Moria. Noch kurz vor dem Brand besuchte er das überfüllte Flüchtlingslager auf Lesbos. Hier zeigten die Geflüchteten ihm alte Handyfotos aus schöneren Zeiten.

Beschreibung anzeigen

Vor der griechischen Insel Samos ist ein Boot mit Migranten verunglückt. Dabei ist ein sechs Jahre altes Kind ertrunken. Das teilte ein Sprecher der Küstenwache der Deutschen Presse-Agentur am Montag mit.

Das Unglück ereignete sich am Sonntag. Der griechischen Küstenwache gelang es den Angaben zufolge, 17 Menschen aus den Fluten zu retten. Weitere sieben Menschen seien aus eigener Kraft zur Küste von Samos geschwommen.

Auf dem Boot waren Migranten, die von der türkischen Ägäisküste gestartet waren, um nach Samos und damit in die EU zu kommen, so der Sprecher weiter.

Rückgang des Migrantenzustromes über die Türkei zu erkennen

In diesem Jahr ist die Zahl der Menschen, die aus der Türkei zu den griechischen Inseln im Osten der Ägäis übergesetzt haben, deutlich zurückgegangen. Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) kamen zwischen Jahresbeginn und 1. November 9247 Migranten aus der Türkei auf den griechischen Inseln in der Ostägäis an. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres hatten 52.553 Migranten übergesetzt.

Lesen Sie hier: Migration: Was lernt Europa aus der Moria-Katastrophe?

Sicherheitsexperten in Athen führen den starken Rückgang des Migrantenzustromes auf die strengere Überwachung der griechischen Seegrenzen zur Türkei durch die griechische Küstenwache und auch auf die Corona-Pandemie und die damit zusammenhängenden Bewegungseinschränkungen in der Türkei zurück.

Tunesien: Küstenwache rettet 28 Migranten in Seenot

Ein Rückgang lässt sich in anderen Regionen des Mittelmeers hingegen nicht verzeichnen: Die Zahl der Flüchtlinge, die über Tunesien versuchen nach Europa zu gelangen, steigt seit 2017 wieder an. Erst am vergangenen Samstag waren 28 Bootsflüchtlinge auf dem Weg nach Europa von der tunesischen Küstenwache gerettet worden – darunter ein neun Monate altes Baby.

Auch interessant: Brand im Flüchtlingslager Moria: „Europas Schandfleck“

Wie das tunesische Verteidigungsministerium bekannt gab, war das Boot der Migranten vor den tunesischen Kerkenna-Inseln durch einen Schaden in Seenot geraten.

(raer/dpa/afp)