Pandemie

Neue Regeln für Corona-Tests: Wer jetzt noch getestet wird

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Berlin.  Um die Labore zu entlasten, werden Corona-Tests auf RKI-Empfehlung ab sofort nur noch unter bestimmten Voraussetzungen durchgeführt.

Corona-Tests werden nur noch unter bestimmten Voraussetzungen durchgeführt, um die Labore zu entlasten.

Corona-Tests werden nur noch unter bestimmten Voraussetzungen durchgeführt, um die Labore zu entlasten.

Foto: Frantiöek Iv·n / dpa

Das Robert Koch-Institut hat seine Kriterien für Corona-Tests angepasst, wie am Dienstag in Berlin mitgeteilt wurde: Corona-Tests werden in Deutschland ab sofort nur noch unter bestimmten Voraussetzungen durchgeführt. Vor allem die Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe, die Wahrscheinlichkeit, dem Coronavirus ausgesetzt gewesen zu sein, und die Schwere der Symptome spielen in Zukunft für die Durchführung eine Rolle.

RKI-Vizechef Lars Schaade erläuterte, dass angesichts der steigenden Fallzahlen in Zukunft nicht mehr alle Menschen mit Erkältungssymptomen getestet werden können. Schließlich seien ansonsten mehr als drei Millionen Tests pro Woche nötig, was das RKI als nicht erforderlich empfinde.

Auf RKI-Empfehlung wird nun nur noch bei schweren Symptomen der Atemwege, bei akuter Bronchitis, Lungenentzündungen, Atemnot und Fieber, Störungen von Geruchs- und Geschmackssinn sowie Symptomen nach direktem Kontakt mit einem bestätigten Covid-19-Fall und bei akuter Verschlechterung des Krankheitsbildes getestet.

Neben Risikogruppen sollen vor allem auch Menschen, die in medizinischen Einrichtungen und in der Pflege arbeiten, jederzeit untersucht werden dürfen. Laut Nationaler Teststrategie sollen Personen ohne Symptome ebenfalls getestet werden, sofern sie engen Kontakt zu einem bestätigten Fall hatten.

Corona: Labor-Kapazitäten reichen nur für medizinisch begründete Untersuchungen aus

Wie der Verband der Akkreditierten Labore in der Medizin (ALM) diese Woche auf Basis von Daten aus 162 Laboren auswertete, ist die Testkapazität bundesweit erstmalig zu 100 Prozent ausgereizt. Ein Zusammenbruch sei bei Fortsetzung einer solchen Überflutung mit Proben oder einem möglichen Geräte- oder Personalausfall nicht auszuschließen. Laut Jan Kramer, dem stellvertretenden Vorsitzenden des Verbands ALM, liegt die Größe einer tragbaren Auslastung bei 65 bis 85 Prozent.

„Wenn man darüber kommt, dann laufen die Lager für Reagenzien und Verbrauchsmaterialien, die wir für diese Teste benötigen, leer“, sagte er. Gegenüber der Deutschen Presse-Agentur unterstrich Kramer ebenfalls: „Was wir nicht schaffen können in den medizinischen Laboren, ist, wenn jegliche Erkältungssymptomatik abgeklärt wird.“ Die aktuellen Kapazitäten würden bei einem Fokus auf ausschließlich medizinisch begründete Tests dagegen ausreichen.

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Isolation: Menschen mit Symptomen sollen auch ohne Test Ansteckungen vermeiden

Schaade forderte allerdings, dass Menschen, die nun trotz Symptomen nicht getestet werden, dennoch weitere mögliche Ansteckungen verhindern sollen: „Sie sollten sich bitte fünf Tage isolieren und ihre Isolation danach erst beenden, wenn sie weitere 48 Stunden ohne Symptome waren.“ Verschlechtert sich das Krankheitsbild, solle man sich wiederum doch testen lassen.

Bei medizinisch notwendigen Testungen betragen die Laufzeiten aktuell etwa 24 bis 48 Stunden. Dass Reiserückkehrer im Sommer sofort auf Sars-CoV-2 getestet wurden, sei aus heutiger Laborexpertensicht offenbar anlasslos.

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(day/dpa)