Klimawandel

Temperaturrekord: Erstmals über 20 Grad in der Antarktis

Berlin.  Forscher haben eine erneut eine Rekordtemperatur in der Antarktis gemessen: 20,75°C. Am Südpol wird der Klimawandel besonders deutlich.

Orne Harbour auf den Südlichen Shetlandinseln. In der Nähe dieser Eislandschaft haben Wissenschaftler nun Temperaturen jenseits der 20-Grad-Marke gemessen.

Orne Harbour auf den Südlichen Shetlandinseln. In der Nähe dieser Eislandschaft haben Wissenschaftler nun Temperaturen jenseits der 20-Grad-Marke gemessen.

Foto: JOHAN ORDONEZ / AFP

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Dass es in der Antarktis momentan wärmer ist als in hierzulande, ist kaum vorstellbar – aber Realität. In der Antarktis wurde von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern eine neue Spitzentemperatur gemessen. Auf der argentinischen Forschungsstation Marambio an der Nordspitze der Antarktis wurden am 9. Februar eine Temperatur von 20,75°C gemessen.

„Noch nie hat es in der Antarktis eine so hohe Temperatur gegeben“, sagte der brasilianische Bodenwissenschaftler Carlos Schaefer. Es sei das erste Mal, dass die 20-Grad-Marke überschritten worden sei.

Zweite Rekordtemperatur innerhalb einer Woche in der Antarktis

Erst vor einer Woche hatte die argentinische Wetterbehörde den wärmsten Tag in der argentinischen Antarktis seit Beginn der Wetteraufzeichnungen gemessen. Auf der Forschungsstation Esperanza – die rund 100 Kilometer von der Marambio-Station entfernt ist – wurde eine Temperatur von 18,3°C gemessen.

Die Wetterdaten von „Esperanza“ reichen zurück bis ins Jahr 1961. Auf Twitter postete der argentinische Wetterdienst ein Bild eines Thermometers, das an der Station aufgenommen wurde und die Rekordtemperatur zeigt.

Temperaturrekord in Antarktis auch auf weiterer Station gemessen

Dazu schreibt der Wetterdienst, dass der neue Wert den ursprünglichen Temperaturrekord von 17,5°C bricht, der am 24. März 2015 gemessen wurde. Laut dem Tweet wurde auch in der nahe gelegenen und ebenfalls argentinischen „Marambio“-Station die höchste Temperatur seit 1971 gemessen: 14,1°C.

Die „Esperanza“-Station liegt auf der antarktischen Halbinsel unterhalb von Südamerika, die „Marambio“-Station auf einer kleinen Insel davor. Die Halbinsel ist einer der Orte auf der Erde, der sich am schnellsten erwärmt – mit rund 3°C in 50 Jahren.

Insgesamt war das Jahr 2019 das zweitwärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, die Prognosen für 2020 sehen nicht beruhigender aus. Forscher sind auch besorgt, weil das Eis in der Arktis und Antarktis immer schneller schmilzt.

dramatischer klimareport- das eis schmilzt immer schnellerNach Angaben der UNO war das vergangene Jahrzehnt das wärmste auf der Antarktis seit Beginn der Aufzeichnungen. Das Abschmelzen der Gletscher und Eisschilde in der Antarktis infolge der Erderwärmung ist ein wesentlicher Faktor für den Anstieg der Meeresspiegel weltweit. (afp/bef/lhel)

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