Klimawandel

Kaum Sauerstoff: So katastrophal ist der Zustand der Ostsee

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Diese Wale sind vom Aussterben bedroht

Diese Wale sind vom Aussterben bedroht

Über 80 verschiedene Wal-Arten schwimmen in den Weltmeeren. Doch viele von ihnen sind vom Aussterben bedroht.

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Berlin.  Die Ostsee droht zu ersticken. Durch den Klimawandel und Verunreinigungen geht dem Binnenmeer der Sauerstoff aus. So ist der Zustand.

Aktuell sorgt das Fischesterben in der Oder für Sorgen – doch auch in der Ostsee ereignet sich aktuell eine Katastrophe. Denn dem Binnenmeer geht der Sauerstoff aus. Und das passiert in der Ostsee etwa zehnmal schneller als in anderen Meeren.

Das liegt zum einen am Klimawandel und der damit verbundenen Erwärmung des Meeres, die in der Ostsee ebenfalls schneller voranschreitet als anderswo. Je wärmer eine Flüssigkeit ist, desto weniger Gas kann sich in ihr lösen. Gleichzeitig verbrauchen die Meerestiere mehr Sauerstoff weg, je wärmer das Wasser ist – ein Teufelskreis. Lesen Sie auch: Ostsee: Erreicht Oder-Gift das Meer?

Ostsee geht Sauerstoff aus – durch Klimawandel und Verschmutzung

Ein weiterer Faktor für das "Ersticken" der Ostsee ist die Verunreinigung mit Schadstoffen. Die Flüsse, die in die Ostsee münden, schwemmen Chemikalien und organische Reste, die vor allem aus der Landwirtschaft stammen, ins Meer. Die Verunreinigung der Flüsse hat sich zwar seit der Gründung der "Helsinki Kommission zum Schutz der Meeresumwelt der Ostsee" im Jahr 1974 gebessert, doch es reicht nicht.

Die in die Ostsee geschwemmten Stoffe sind zudem oft ein Nährboden und Dünger für Algen, die erst sprießen, dann aber wieder absterben, weil sie sich gegenseitig das Licht wegnehmen. Die Algen sinken zu Boden und werden dort von Bakterien abgebaut, die wiederum sehr viel Sauerstoff verbrauchen. Auch die Überfischung der Ostsee stellt ein großes Problem dar. Auch interessant: Hohe Temperaturen: Wird die Ostsee das neue Mittelmeer?

Ostsee: Nur wenige Tiere überleben bei geringem Sauerstoffgehalt

Eine wissenschaftliche Studie aus dem Jahr 2018 zeigte, dass es auf 60.000 Quadratkilometern weniger als 2 Milligramm Sauerstoff pro Liter Wasser in der Ostsee gibt. Bei einen so geringen Sauerstoffgehalt schaffen es nur sehr wenige Tiere, zu überleben. Lesen Sie auch: Ostsee: Behörde warnt vor Vibrionen

Auch der aktuelle Zustandsbericht der Helsinki-Kommission kommt zu dem Ergebnis, dass es keine Ostseeregion gibt, die nicht betroffen ist. In den sauerstoffarmen Regionen siedeln sich Bakterien an, die Lachgas, ein Treibhausgas, erzeugen. Lachgas ist 300-mal schädlicher als Kohlenstoffdioxid. Die durch die Klimaerwärmung betroffene Ostsee trägt also dazu bei, dass die Klimaerwärmung weiter voranschreitet. (lhel)

Dieser Artikel erschien auf morgenpost.de.