Korruption

Politiker versteckt veruntreutes Geld in Unterhose

Brasília.  Ein brasilianischer Politiker veruntreute Corona-Gelder. Einen Teil der Summe fanden Polizisten bar in der Unterwäsche des Senators.

Mehr als 150.000 Corona-Tote in Brasilien

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus hat in Brasilien die Schwelle von 150.000 überschritten. Mehr Todesfälle gibt es weltweit nur in den USA: Dort starben bislang mehr als 210.000 Menschen.

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Brasilien ist eines der Länder, das weltweit am stärksten vom Coronavirus getroffen wurde. Seit Beginn der Pandemie haben sich dort über 5 Millionen infiziert, über 152.000 Erkrankte starben. Die Lage ist besonders prekär, weil das Gesundheitssystem des Landes den Anforderungen nicht gewachsen ist.

Umso schlimmer, wenn korrupte Politiker Gelder, die für den Gesundheitssektor bestimmt sind, veruntreuen. So wie Francisco „Chico“ Rodrigues, seines Zeichens Senator für den Bundesstaat Roraima und stellvertretender Vorsitzender der Regierungsfraktion im Senat – wo er ein enger Vertrauter des brasilianisches Präsidenten Jair Bolsonaro ist.

Brasilien: Vertrauter Bolsonaros versteckt veruntreute Gelder in Unterhose

Am Mittwoch hatte die Bundespolizei PF bei Rodrigues einen Durchsuchungs- und Beschlagnahmungsbefehl ausgeführt. Bei der Operation ging es um öffentliche Gelder, die für den Gesundheitssektor gegen das Coronavirus bestimmt waren und abgezweigt worden sein sollen. Der brasilianischen Zeitschrift „Crusoé“ zufolge versuchte Rodrigues rund 30.000 Real, umgerechnet etwa 4500 Euro, Bargeld zu verstecken – einen Teil davon in seiner Unterhose, „zwischen den Pobacken“. Lesen Sie auch: Korruption kostet deutsche Wirtschaft 400 Milliarden Euro

Laut dem Nachrichtenportal „G1“ entdeckte ein Polizeibeamte das kreative Versteck, der wegen eines „merkwürdigen Volumens am hinteren Teil der Kleidung“ misstrauisch geworden sei. Trotz des Fundes verteidigte Rodrigues sich in den sozialen Medien: „Ich habe eine saubere Vergangenheit und ein anständiges Leben. Ich war nie in irgendwelche Skandale verwickelt.“

Bolsonaro prahlte damit, dass es in seiner Regierung keine Korruption gebe

Erst in der vergangenen Woche hatte Präsident Bolsonaro, der im Wahlkampf 2018 als Kämpfer gegen die Korruption angetreten war, gesagt, die Ermittlungen zum größten Korruptionsskandal Lateinamerikas, „Lava Jato“ (Autowäscherei) hätten in seiner Regierung ihre Bedeutung verloren, weil es keine Fälle von Korruption gebe.

Inzwischen hat Bolsonaro seinen Vertrauten des Amtes enthoben. Die Entlassung geht aus einer Veröffentlichung im Amtsblatt der Regierung vom Donnerstag hervor, wonach der Senator Francisco Rodrigues selbst darum gebeten habe.

(dpa/lhel)