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Nach Corona-Pause: Zehntausende feiern bei "Rock am Ring"

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Dicht gedrängt stehen Fans beim Aufttritt der britischen Rockband Muse vor der Hauptbühne des Festivals "Rock am Ring".

Dicht gedrängt stehen Fans beim Aufttritt der britischen Rockband Muse vor der Hauptbühne des Festivals "Rock am Ring".

Foto: dpa

Berlin.  Endlich wieder Party: Nach langer Pause wegen Corona feierten Zehntausende beim Auftritt von rund 70 Bands bei "Rock am Ring".

Wummernde Bässe, Sonne und Regen, kaum Masken und viel Gemeinschaftsgefühl: Nach jahrelanger Corona-Zwangspause haben 90.000 Fans das Comeback des Kultfestivals „Rock am Ring“ gefeiert. Rund 70 Bands auf drei Bühnen spielten von Freitag bis Pfingstsonntag am Nürburgring in der Eifel.

Die Auszeit wegen Corona hat dem Festival ein Plus beschert: Die neuen Veranstalter sprechen bei dem schon 1985 erstmals aus der Taufe gehobenen Spektakel von einem Besucherrekord. Ein Polizeisprecher sagte beim Auftakt am Freitag: „Die Leute sind gierig nach Spaß und Freude.“

Sonnenschein, knappe Sommerklamotten, bunte Hüte und Schottenröcke - vor allem junge Fans feierten und tanzten auf dem Asphalt der legendären Rennstrecke. Erst am dritten Tag fiel auch Regen, aber augenscheinlich ohne die Festivalgänger vorerst sehr zu schocken.

"Rock am Ring": Polizei zufrieden mit Festivalverlauf

Die Polizei zeigt sich am Sonntagnachmittag ebenfalls sehr zufrieden. Laut ihrer Sprecherin Verena Scheuer hat es zunächst keine größeren Zwischenfälle gegeben: „Die Zahl der Straftaten ist sehr niedrig im Vergleich zu Vor-Corona-Jahren.“ Zur „üblichen Festivalkriminalität“ gehörten etwa wieder Körperverletzung und Diebstahl.

Polizeisprecher Lars Brummer sagt bereits am Samstag: „Die Leute sind gut drauf, aber sie machen uns wenig Arbeit.“ Womöglich seien sie nach zwei Jahren Pandemie insgesamt tatsächlich vorsichtiger geworden.

„Die Toten Hosen“ sorgten beim Festival für Jubel

Am Freitag bot sich schon beim Auftakt mit der Alternative-Rock-Band Donots eine Überraschung. Diese spielte den Tote-Hosen-Klassiker „Hier kommt Alex“ auf der Bühne und sah neben sich plötzlich das Original: Die Toten Hosen kamen zu ihnen herauf und wiederholten ihren eigenen Song.

Headliner waten diesmal Green Day, Muse und Volbeat. Aber auch viele andere Bands heizten den Fans aus dem In- und Ausland tüchtig ein. Natürlich fehlten auch nicht die klassischen Bühnenfeuerwerke unter dem Nachthimmel der Eifel. Rapper Alligatoah zertrümmerte absichtlich eine Gitarre. Ein Musiker der kalifornischen Band Fever 333 kletterte viele Meter an Bühnenaufbauten hoch. Musiker Jan Delay erklärte auf der Bühne, dass er über alles glücklich und dankbar sei, dass Konzerte wieder möglich wären.

„Rock am Ring“: Konzerte vor immer wieder spektakulärer Kulisse

Bei der britischen Alternative-Rock-Band Placebo brandete auch Beifall auf, als die riesigen Bildschirme neben der Bühne ein sich küssendes Pärchen mitten aus dem Publikum zeigen. Gemächlich drehte sich weiter weg auf dem Festivalgelände ein Riesenrad vor Vulkangestein und der Nürburg.

In Nürnberg stieg zugleich von Freitag bis Pfingstsonntag das Zwillingsspektakel „Rock im Park“ mit zeitversetzt weitgehend denselben Musikern und Musikerinnen. Insgesamt feierten mehr als 160.000 Fans bei beiden . (dpa/fmg)

Dieser Artikel ist zuerst auf morgenpost.de erschienen.