Sommer

Urlaub im Sommer 2022: Diese Länder sind besonders günstig

Björn Hartmann
| Lesedauer: 5 Minuten
Wo und wieso die Urlaubs-Preise 2022 steigen

Wo und wieso die Urlaubs-Preise 2022 steigen

Nicht nur im Supermarkt explodieren die Preise. Auch die Urlaubsreise wird 2022 teurer.

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Berlin.  Urlaub kann teuer werden. Doch es gibt Länder, in denen es für einen Euro mehr gibt als in Deutschland. Die Reiseziele im Überblick.

  • Die Preise steigen nicht nur in Deutschland. Auch in anderen Ländern ist die Inflation deutlich angestiegen
  • Das hat Auswirkungen auf die Planungen für den Sommer-Urlaub
  • Welche Länder sind besonders günstig? Ein Land lockt mit im Vergleich besonders günstigen Preisen

Zwei Jahre lang haben sich viele Bundesbürger im Sommer mit deutschen Urlaubszielen begnügen müssen. Die Corona-Pandemie bremste den Reisedrang. In diesem Jahr zieht es wieder viele ins Ausland. Spanien, Türkei oder Großbritannien? Wer bereits gebucht hat, freut sich auf Sonne, Strand, Bergwandern und hat vielleicht nicht bedacht, was der Urlaub über die Unterkunft hinaus kostet.

Dass die Schweiz und Island deutlich teurer sind im Vergleich zu Deutschland, ist vielen bekannt. Aber auch in den USA, Großbritannien und den Niederlanden müssen Deutsche deutlich mehr für die gleichen Waren bezahlen wie zu Hause. Das geht aus Zahlen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hervor. Sehr günstig ist danach der Urlaub in der Türkei, Polen und Griechenland.

Urlauber sind oft bereit, mehr Geld als zu Hause auszugeben

Die Industriestaatenorganisation OECD hat die Kaufkraft in den unterschiedlichen Ländern untersucht. Wer in der Türkei einen Euro ausgibt, bekommt dafür Waren, die in Deutschland 2,71 Euro kosten würden. In Polen wären es Waren für 1,75 Euro, in Griechenland für 1,20 Euro.

In der Schweiz sieht es anders aus: Für einen Euro bekommen die Bundesbürger dort nur Waren im Gegenwert von 0,64 Euro. In Island sind es 0,67 Euro. Für die USA haben die Experten 0,83 Cent berechnet und für Großbritannien 0,84 Cent. In den Niederlanden und Dänemark sind es 0,91 und 0,77 Euro. Das bedeutet: Wer in diesen Ländern wie in Deutschland gewohnt einkauft, muss deutlich mehr Geld ausgeben.

Die Zahlen sind Durchschnittswerte und geben deshalb nur eine Tendenz wieder. Es kann sein, dass bestimmte Waren auch in vermeintlich günstigen Ländern deutlich teurer als in Deutschland sind – ausländische Markenprodukte zum Beispiel.

Und sehr oft sind die Preise in Urlaubsregionen im Vergleich zum Rest des Landes höher, weil die Nachfrage größer ist. Oder weil die Einheimischen wissen, dass die Touristen bereit sind, im Urlaub mehr Geld auszugeben. Das kann immer noch günstiger sein als in Deutschland selbst, muss es aber nicht.

In der Schweiz und in Skandinavien ist praktisch alles teurer

Außerdem zahlen Urlauber meist mehr für Dinge, die sie zu Hause nicht brauchen: Liegestühle am Strand von Lido di Jesolo zum Beispiel. Und die Miete dafür kann sehr teuer sein. Ebenso das Eis an französischen Stränden. Und viele gehen häufiger essen als zu Hause, was in der Regel die Urlaubskasse belastet. Relativ sicher ist: In der Schweiz und in Skandinavien ist praktisch alles teurer.

Für die beliebtesten Auslandsreiseziele der Deutschen hat die OECD-Übersicht gute Nachrichten: In Spanien und Italien müssen die Bundesbürger weniger ausgeben als in Deutschland. Auf Mallorca, in Madrid, in Katalonien oder Andalusien bekommen die Deutschen für einen Euro Waren, für die sie in Deutschland 1,09 Euro ausgeben müssten, in Italien 1,08 Euro. Frankreich und Österreich sind mit 0,98 Euro und 0,96 Euro etwas teurer als die Bundesrepublik.

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Weitere Hinweise, ob ein Land zu den teuren gehört, gibt der Big-Mac-Index, den das britische Magazin „Economist“ jedes Jahr veröffentlicht. Er vergleicht die Preise eines Big Mac der Restaurantkette McDonald’s. Erstellt wird er, um zu sehen, wie sehr die Bewertung einer Währung an den Devisenmärkten von denen im realen Leben abweicht. Sehr technisch. Sie gibt aber vor allem auch Hinweise darauf, welche Länder besonders teuer sind.

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In diesem Land ist Urlaub besonders teuer

Ganz oben auf der Liste steht auch hier die Schweiz, wo der Fast-Food-Klassiker 40,9 Prozent mehr kostet als im Schnitt der Eurozone. Danach folgen Norwegen mit einem Plus von rund 29 Prozent und die USA mit mehr als 17 Prozent. Besonders günstig sind die Burger demnach in der Türkei (minus 62,4 Prozent im Vergleich zur Eurozone).

Den billigsten Big Mac aus Sicht aller, die mit dem Euro bezahlen, gab es in Russland. Er war im Schnitt fast 65 Prozent günstiger. Im Zuge des russischen Angriffs auf die Ukraine hat sich McDonald’s inzwischen aus Russland zurückgezogen.

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Der Big-Mac-Index stammt aus dem Januar. Entsprechend sind die Teuerungsraten der Länder in den vergangenen Wochen nicht berücksichtigt, die das Verhältnis verschoben haben könnten – etwa die sehr hohe Inflation von zuletzt 73,5 Prozent in der Türkei.

So hoch ist die Kaufkraft eines deutschen Euro im Ausland
Türkei 2,71
Polen 1,75
Ungarn 1,66
Mexiko 1,53
Litauen 1,39
Lettland 1,29
Slowenien 1,24
Portugal 1,21
Tschechien 1,20
Griechenland 1,20
Slowakei 1,15
Estland 1,14
Spanien 1,09
Italien 1,08
Frankreich 0,98
Österreich 0,96
Belgien 0,94
Niederlande 0,91
Schweden 0,87
Finnland 0,86
Großbritannien 0,84
USA 0,83
Dänemark 0,77
Irland 0,77
Neuseeland 0,77
Norwegen 0,72
Island 0,67
Israel 0,67
Schweiz 0,64
Angaben in Euro und Cent, Quelle: OECD, Juni 2022

Dieser Artikel erschien zuerst auf morgenpost.de.