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Was Präsidentenschwester Auma Obama bei „Let’s Dance“ vorhat

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Auma Obama- Das ist die Halbschwester des ehemaligen US-Präsidenten

Auma Obama: Das ist die Halbschwester des ehemaligen US-Präsidenten

Sie hat in Heidelberg studiert, ist erfolgreiche Dokumentarfilmerin und Autorin. Bald ist sie in der RTL-Tanzshow "Let's Dance" zu sehen. Obama scheint eine richtige Powerfrau zu sein.

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Berlin/Köln.  Auma Obama will bei „Let’s Dance“ endgültig aus dem mächtigen Schatten ihres Halbbruders treten. Sie ist der größte Star des Formats.

  • An der aktuellen „Let’s Dance“-Staffel nimmt Auma Obama teil
  • Die 60-Jährige ist die Halbschwester es Ex-US-Präsidenten Barack Obama
  • Lesen Sie hier, warum sie bei der RTL-Tanzshow auf dem Parkett steht

Mit ihrer Verpflichtung ist RTL ein Coup geglückt. Man muss sich nur die anderen Kandidaten anschauen, die ab Freitag (26. Februar, 20.15 Uhr) in der Tanzshow „Let’s Dance“ übers Parkett fegen: Monrose-Sängerin Senna Gammour (41), TV-Now-Moderatorin Lola Weippert (24) oder der ehemalige „Prince Charming“ Nicolas Puschmann (29) zählen in Sachen Prominenz zur C-Liga.

Anders als Auma Obama, Autorin, Wohltäterin und ältere Halbschwester des ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama (59). Eine Frau, die die Welt kennt. Die 60-Jährige ist der größte internationale Star des Formats. Wie kommt es, dass eine in Nairobi lebende Kenianerin im deutschen Privatfernsehen mit Schlagersängern und Soap-Darstellerinnen um die Wette schwoft?

„Weil ich gerne tanze“, sagt Auma Obama in flüssigem Deutsch, gibt aber zu, dass sie sich nicht gerade für ein Naturtalent hält. Ihr Motto bei „Let’s Dance“ lautet: „Hauptsache Spaß!“ Wenn sie das Publikum nebenher davon überzeugt, dass sie nicht nur die „Schwester von“ ist – umso besser.

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Auma Obama telefoniert regelmäßig mit Bruder Barack

Als Erstes fallen ihr breites Lächeln und ihre Frisur auf. Man hat sie in den letzten Jahren immer wieder bei Preisverleihungen und in Talkshows gesehen. Mal trug sie einen ausladenden Afro, mal Filzlocken, mittlerweile ist ihr Haar raspelkurz und blondiert.

Ob Barack Obama am Freitag RTL schaut, um seine Schwester anzufeuern? „Wir sind wie normale Geschwister“, erzählte sie einmal im Gespräch mit unserer Redaktion. „Wir telefonieren miteinander, wenn wir Zeit haben.“ Dass sie von seiner Berühmtheit profitiert, ist ihr bewusst: „Natürlich werden für mich Türen aufgemacht, weil Barack mein Bruder ist. Ich weiß das sehr zu schätzen und gehe vorsichtig damit um.“

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Die beiden hatten denselben Vater. Der kenianische Regierungsbeamte Barack Obama Senior, 1982 im Alter von 43 Jahren bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen, zeugte mit drei Frauen sieben Kinder. Deshalb hat der ehemalige US-Präsident sechs Halbgeschwister, darunter Auma.

Auma Obama verbrachte 16 Jahre in Deutschland

Im Alter von 24 Jahren begegnete sie ihrem Bruder – damals Sozialarbeiter in Chicago – zum ersten Mal. Beide hätten sofort einen Draht zueinander gehabt, der seitdem nicht mehr abgerissen sei. Barack sei ein „wunderbarer Mensch mit vielen Talenten“, sagt Auma Obama.

Sie lebte zu der Zeit längst in Deutschland. Als Schülerin in Kenia hatte sie die Sprache gelernt und im Unterricht ihre Liebe zur deutschen Literatur entdeckt. Bertolt Brecht, Heinrich Böll, Wolfgang Borchert, solche Kaliber.

Mit 19 kam sie nach Saarbrücken, studierte dort und später in Heidelberg sowie Berlin Germanistik und Soziologie und promovierte an der Universität Bayreuth. 16 Jahre hat sie in Deutschland gelebt. Eine prägende Zeit. Das Land sei ihr ein Stück Zuhause geworden, viele Freunde lebten hier, auch wenn sie längst wieder in Nairobi wohnt.

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Sie habe erlebt, wie sich die Gesellschaft seit 1980 verändert habe. „Deutschland ist vielfältiger geworden. Man wird heute nicht mehr angestarrt, wenn man in den Bus steigt“, stellt Auma Obama fest. „Aber das Wetter ist gleich schlecht geblieben.“

Obamas Schwester und Vortragsreisende

2008 rückte die Mutter einer Tochter in den weltweiten Fokus der Aufmerksamkeit, als sie Barack Obama bei dessen Wahlkampf unterstützte. Eine spannende Erfahrung, nur möchte sie auf gar keinen Fall auf dieses verwandtschaftliche Band reduziert werden.

Als er Präsident wurde, sei es zunächst schwer gewesen, aus seinem Schatten zu treten. Mittlerweile hoffe sie, dass ihre Arbeit für sich spreche – sie habe „auf eigene Faust sehr viel erreicht“.

Hat sie wirklich. Sie hält Vorträge in aller Welt und hat die Stiftung „Sauti Kuu“ gegründet. Auma Obama möchte die Welt ein Stück besser machen, auch in den abgelegenen Dörfern Kenias. „Sauti Kuu“, was auf Kisuaheli „Starke Stimmen“ bedeutet, soll Jugendliche aus den Slums mithilfe von Sport dazu motivieren, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen, statt sich der Armut zu ergeben.

Die Vorstandsvorsitzende ist davon überzeugt, dass man Menschen verändern und verkrustete Strukturen aufbrechen kann. Diesen Glauben teilt sie mit Barack Obama. Auma nennt ihn „meinen kleinen Bruder“.