Lebensmittelpreise

Hartz IV: SPD-Sprecherin empört mit Aussage zu Ernährung

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Supermarkt-Preise: Diese Lebensmittel sind jetzt teurer

Supermarkt-Preise: Diese Lebensmittel sind jetzt teurer

Seit dem Angriffskrieg auf die Ukraine explodieren hierzulande die Lebensmittelpreise. Wie teuer jetzt Milch, Tomaten & Co. sind, zeigt das Video.

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Berlin  Lebensmittel werden immer teurer. Gesunde Ernährung sei jedoch trotzdem möglich, sagte eine SPD-Sprecherin – und erntete starke Kritik.

Die Preise für Lebensmittel steigen in Deutschland derzeit stark an. Ein Grund dafür sind unter anderem die immer höheren Kosten für Energie, Düngemittel und Personal. Der Krieg in der Ukraine hat diese Entwicklung noch einmal verstärkt. Experten und Expertinnen rechnen damit, dass die Kosten für Lebensmittel auch in den kommenden Monaten noch weiter steigen werden.

Die Preiserhöhungen treffen dabei insbesondere Familien und Haushalte geringem Einkommen. Aus diesem Grund fordern Sozialverbände und Verbraucherzentralen Entlastungen für Menschen aus einkommensschwachen Haushalten, beispielsweise durch eine Senkung der Mehrwertsteuer für Grundnahrungsmittel wie Obst und Gemüse auf null Prozent. Diesen Vorschlag unterstützt auch Agrarminister Cem Özdemir (Grüne).

SPD-Sprecherin: "Sich gesund zu ernähren, bedeutet nicht gleich, einen höheren Preis zu zahlen"

Doch nicht alle Politikerinnen und Politiker befürworten die Forderungen. Insbesondere in der Ampel-Koalition gibt es Zweifel. Die ernährungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Bundestag, Rita Hagl-Kehl, sorgte nun mit kontroversen Aussagen für Kritik. Sie erklärte gegenüber dem "Tagesspiegel", gesunde Ernährung wäre auch unabhängig vom Einkommen möglich. "Sich gesund zu ernähren, bedeutet nicht gleich, einen höheren Preis zu zahlen", sagte Hagl-Kehl. "Wenn wir nicht zu viel, sondern effizient und durchdacht einkaufen und unsere Lebensmittel nicht wegwerfen oder verschwenden, werden wir uns auch eine gesunde Ernährung leisten können", erklärte sie weiter.

Tatsächlich haben aber beispielsweise Menschen, die Hartz IV empfangen, am Tag für drei gesunde Mahlzeiten nur knapp fünf Euro zu Verfügung. Die Preise für Obst und Gemüse stiegen allerdings im Vergleich zum Vorjahr um teilweise bis zu 30 Prozent.

Für ihre Aussage musste Hagl-Kehl daher teils deutliche Kritik einstecken. So schrieb beispielsweise die Hartz-IV-Kritikerin und ehemalige Politikerin Inge Hannemann auf Twitter: "Warum kommt immer jemand daher und meint erziehen zu müssen? Das ist widerwärtig Frau Rita Hagl-Kehl und geht am Bedarf der von Armut Betroffenen vorbei." Wer arm sei, könne nicht sparen, schrieb sie weiter. "Ich kenne keine arme Menschen, die verschwenderisch mit Lebensmitteln umgehen", so Hannemann.

(csr)

Dieser Artikel erschien zuerst auf waz.de.