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Hessens Regierungschef: Volker Bouffier kündigt Abschied an

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Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) lehnt eine Überarbeitung des Klimapakets ab.

Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) lehnt eine Überarbeitung des Klimapakets ab.

Foto: Boris Roessler / dpa

Berlin   CDU-Ministerpräsident Volker Bouffier will sein Amt zur Verfügung stellen. Er kündigte am Freitag seinen Abschied für Ende Mai an.

Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) hat seinen vorzeitigen Rückzug angekündigt. Er wolle sein Amt Ende Mai zur Verfügung stellen, sagte Bouffier am Freitag in Fulda. Er habe die Entscheidung im vergangenen Juli getroffen. Es sei der richtige Zeitpunkt für die Abgabe der Regierungsverantwortung.

Bouffier steht seit dem Jahr 2010 an der Spitze des Bundeslandes Hessen. Er ist derzeit der dienstälteste Ministerpräsident in der Bundesrepublik. Der 50-jährige Rhein war zwischen 2014 und 2019 Minister für Wissenschaft und Kunst, davor war er vier Jahre Innenminister. Der hessische Landtag wird voraussichtlich im Herbst 2023 neu gewählt. Derzeit regiert die CDU zusammen mit den Grünen.

Die CDU Hessen und die CDU-Landtagsfraktion trafen sich in der osthessischen Stadt zu ihrer Jahresklausur. Für 14.00 Uhr ist eine weitere Pressekonferenz nach den Beratungen angekündigt. Auch Kultusminister Alexander Lorz hatte sein Interesse erklärt, für die Nachfolge von Bouffier zu kandidieren, sollte dieser vorzeitig aufhören.

Anfang Juli soll zudem auf einem Landesparteitag turnusgemäß der Vorstand der hessischen CDU neu gewählt werden. Bislang galt als ausgemacht, dass die Ämter des Parteichefs und des Ministerpräsidenten oder CDU-Spitzenkandidaten für eine Landtagswahl in einer Hand liegen.

Bouffier folgte auf Roland Koch

Bouffier war nach dem Rückzug von Ministerpräsident Roland Koch (CDU) aus der Politik im Jahr 2010 in die hessische Staatskanzlei eingezogen. Im selben Jahr wurde er CDU-Landeschef und Bundesvize seiner Partei. Bouffier war zuvor hessischer Innenminister gewesen, er galt lange als Hardliner. Inzwischen hat sich aber in seiner Rolle als Landesvater zum Vermittler und Zuhörer gewandelt. Die schwarz-grüne Koalition in Hessen, die erste Zusammenarbeit von CDU und Grünen in einem deutschen Flächenland, gilt als seine Erfindung.

Nach einer überstanden Krebserkrankung ist der 70-Jährige zwar deutlich schmaler geworden. An Energie und Durchsetzungsfähigkeit hat er jedoch keinesfalls verloren. Gerade in der Corona-Pandemie mit den unzähligen Bund-Länder-Beratungen und Debatten im hessischen Landtag präsentierte sich der Regierungschef unermüdlich. Zuletzt hatte er nicht mehr als Bundesvize für die CDU kandidiert. (pcl/afp/dpa)