Schlimme Zustände im Suhler Asylheim: CDU klagt auf Teilschließung

Suhl/Erfurt/Meiningen  Nach dem Gewaltausbruch im Suhler Erstaufnahmeheim für Flüchtlinge vor einer Woche klagt die CDU Suhl vor dem Verwaltungsgericht Meiningen auf Teilschließung der Einrichtung. Aus Sicht der Stadt sind die Mängel mittlerweile behoben.

Blick in ein zerstörtes Büro der Flüchtlingsunterkunft in Suhl. Vorangegangen war ein Streit zwischen Flüchtlingen, weil ein Asylbewerber mit dem Koran unflätig umgegangen sei. Bei der Auseinandersetzung wurden drei Polizeibeamte und mindestens zehn Heimbewohner verletzt. Zudem wurden sechs Polizeiautos beschädigt. Archivfoto: Martin Wichmann/dpa

Blick in ein zerstörtes Büro der Flüchtlingsunterkunft in Suhl. Vorangegangen war ein Streit zwischen Flüchtlingen, weil ein Asylbewerber mit dem Koran unflätig umgegangen sei. Bei der Auseinandersetzung wurden drei Polizeibeamte und mindestens zehn Heimbewohner verletzt. Zudem wurden sechs Polizeiautos beschädigt. Archivfoto: Martin Wichmann/dpa

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Die Partei fordert den Suhler Oberbürgermeister Jens Triebel (parteilos) auf, seiner - mittlerweile zurückgezogenen - Drohung Taten folgen zu lassen. Triebel hatte zunächst gesagt, die Einrichtung solle teilweise geschlossen werden, wenn Baumängel nicht zügig behoben würden. Mittlerweile sind die Mängel aus Sicht der Stadt behoben. Die Suhler CDU sieht das anders: „Die Kläger stellen fest, dass bis zum Zeitpunkt der Klageerhebung weder die Belegung hin auf die genehmigte Kapazität, noch die baurechtlichen Mängel beseitigt wurden“, heißt es. Die CDU hat zudem einen Antrag auf einstweilige Anordnung gestellt. Triebel sei für eine Stellungnahme nicht zu erreichen, auch deshalb, weil er die Unterlagen der CDU ans Gericht noch nicht habe, sagte sein Sprecher.

Derweil gibt es auch in Walldorf bei Meiningen große Sorgen bei den Bürgern: Der Landkreis Schmalkalden-Meiningen hat dort ein ehemaliges Ferienlager gekauft, das nun saniert werden soll, um als Flüchtlingsunterkunft zu dienen. Die Eilentscheidung des SPD-Landrates Peter Heimrich wurde mittlerweile vom Kreisausschuss bestätigt. Dieses Ferienlager liegt unweit des einstigen herzoglichen Lustschlosses Landsberg und nahe einer großen Kleingartenanlage. „Es gibt jetzt unter den Bürgern die Angst, dass in Walldorf Zustände wie in Suhl entstehen“, so der CDU-Landtagsabgeordnete Michael Heym. Er sprach gegenüber der TLZ von Hysterie, betonte aber auch, dass solche Sorgen ernst genommen werden müssten.

Die Frage, wie die 22.000 Flüchtlinge, die in diesem Jahr in Thüringen erwartet werden, unterzubringen sind, war Thema einer Landtagssondersitzung und des CDU-Jahresempfangs mit Thomas de Maizière.

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