Ukraine-Krise

Sjewjerodonezk: Darum ist Putin die Stadt im Donbass wichtig

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Das sind Langstreckenraketen

Das sind Langstreckenraketen

Die USA überlegen, die Ukraine im Krieg gegen Russland mit Langstreckenraketen zu unterstützen. Die Nuklearwaffen wurden während des Kalten Krieges entwickelt.

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Berlin   Um Sjewjerodonezk in der Oblast Luhansk toben heftige Gefechte. Ein Fall der Stadt würde für Russland einen wichtigen Zweck erfüllen.

In Sjewjerodonezk offenbart sich ein Bild der Verwüstung: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Russland vorgeworfen, die Großstadt im Donbass weitgehend zerstört zu haben. Die gesamte Infrastruktur sei vernichtet, sagte Selenskyj am Sonntag in einer Videobotschaft in Kiew. "90 Prozent der Häuser sind beschädigt.

Mehr als zwei Drittel des Wohnbestands der Stadt sind komplett zerstört." Ständig erfolgten Angriffe auf die Stadt, die mittlerweile fast komplett vom russischen Militär umstellt ist. Doch warum ist Sjewjerodonezk so wichtig für Russland?

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Luhansk: Sjewjerodonezk noch unter Kontrolle der Ukraine

Sjewjerodonezk befindet sich in der Ostukraine in der Oblast Luhansk und dient seit der Machtübernahme durch prorussische Separatisten 2014 in als neue Gebietshauptstadt. Die Stadt gilt als letzter Punkt, den das ukrainische Militär in der Region noch unter Kontrolle hält. Wie Selenskyj in seiner Videobotschaft sagte, wolle die russische Armee die Stadt unbedingt erobern. "Und es ist ihnen egal, wie viele Leben sie für den Versuch bezahlen müssen."

Nun setze die Ukraine alles daran, die Offensive einzudämmen. "Es gab keinen einzigen Tag, an dem wir uns nicht bemüht haben, mehr Waffen zu finden, mehr moderne Waffen, um unser Land, unser Volk, zu schützen", sagte der ukrainische Präsident.

Sjewjerodonezk: Strategisch wichtiges Ziel in Luhansk

Die Kämpfe um Sjewjerodonezk sind nicht neu: Die Stadt ist in der Ukraine-Krise seit Monaten Ziel russischer Angriffe und könnte nun kurz vor dem Fall stehen. Der ukrainische Generalstab hatte am Sonntagabend in seinem Lagebericht mitgeteilt, die russische Armee versuche, "am nordöstlichen Stadtrand von Sjewjerodonezk Fuß zu fassen" und führe Angriffe in Richtung Stadtzentrum durch. Unterstützt werde die Bodenoffensive von Artillerie und Luftwaffe.

Nach dem Fall der 280 Kilometer südlich gelegenen Hafenstadt Mariupol wäre Sjewjerodonezk der nächste Kriegserfolg für Russlands Präsidenten Wladimir Putin: Sollte die Stadt fallen und Luhansk unter russischer Kontrolle stehen, ist der Weg frei zum nächsten Kriegsziel, der vollen Einnahme der Region Donezk. Dort könnten wiederum schwerste Kämpfe um den Großraum Slowjansk – Kramatorsk bevorstehen. Ein Großangriff soll bereits vorbereitet werden.

Die vollständige Einnahme von Luhansk und Donzesk bezeichnete Russland immer wieder als eines der Hauptziele. (raer/dpa/afp)

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Dieser Artikel erschien zuerst auf www.waz.de