Exklusiv

Umfrage: Mehrheit hält Tankrabatt für zu geringe Entlastung

| Lesedauer: 3 Minuten
Tankrabatt: Das müssen Verbraucher wissen

Tankrabatt: Das müssen Verbraucher wissen

Ab dem Juni bis August gibt es in Deutschland einen Tankrabatt. Wie viel Geld Verbraucher sparen und was sie beachten sollten, zeigt das Video.

Beschreibung anzeigen

Berlin  Mehr als drei Viertel der Bürgerinnen und Bürger glauben nicht, dass der seit Juni geltende Tankrabatt Mehrkosten genügend auffängt.

Mehr als drei Viertel der Bürgerinnen und Bürger in Deutschland glauben nicht, dass der sogenannte Tankrabatt ausreichend Entlastung bringt. 90 Prozent der Deutschen gehen zudem davon aus, dass Mineralölkonzerne die gesenkte Spritsteuer ausnutzen und ihre Preise erhöhen. Das Online-Umfrageinstitut Civey hatte zwei repräsentative Umfragen zu diesen Fragen durchgeführt. Die Ergebnisse liegen unserer Redaktion exklusiv vor.

Insgesamt 81 Prozent der Befragten gaben an, dass die Spritsteuersenkung ihrer Meinung nach nicht ausreiche, um die nötige Entlastung zu bringen. Die Altersgruppen unterscheiden sich nur leicht bei dieser Einschätzung: Während 74 Prozent der 18- bis 29-Jährigen den Rabatt für zu gering hielten, waren es bei den 50- bis 64-Jährigen mit 85 Prozent noch mehr.

Große Skepsis schlägt den Mineralölkonzernen entgegen. Auf die Frage "Haben Sie Bedenken, dass Mineralölkonzerne den Tankrabatt der Bundesregierung ausnutzen und ihre Preise erhöhen werden?" antworteten 91 Prozent "Ja". Lesen Sie auch: Tankrabatt kommt: Was Autofahrer jetzt wissen müssen

Tankrabatt: Keine Pflicht für Konzerne zur Rabatt-Weitergabe

Angesichts der gestiegenen Energiepreise senkt der Bund im Juni, Juli und August die Steuer auf Kraftstoffe. Diese fällt nicht erst beim Tanken an, sondern in Raffinerien und Tanklagern. Benzin könnte damit um rund 35 Cent pro Liter billiger werden und Diesel um etwa 17 Cent pro Liter. Für die Mineralölkonzerne besteht allerdings keine Pflicht, die Steuersenkung an die Kunden weiterzugeben.

Die Wirtschaftsweise Monika Schnitzer befürchtet, dass Ölkonzerne trotz fallender Preise an den Tankstellen deutlichen Profit aus der Steuersenkung schlagen könnten. "Nach den Erfahrungen in der Vergangenheit, insbesondere bei der Mehrwertsteuersenkung 2020, halte ich das Risiko für hoch", sagte die Ökonomin der "Augsburger Allgemeinen". "Selbst wenn prozentual dieses Mal mehr von der Steuersenkung weitergegeben wird als vor zwei Jahren, kann der Mehrgewinn der Unternehmen durch die unvollständige Weitergabe in absoluten Eurobeträgen doch sehr hoch sein."

Bei der Mehrwertsteuersenkung im Sommer 2020 hätten ihren Berechnungen nach die Ölkonzerne 40 Prozent der Steuersenkung einbehalten, sagte das Mitglied des Sachverständigenrats der Bundesregierung. Diesmal stünden die Tankstellen allerdings unter besonders genauer Beobachtung.

Der Ökonom Achim Wambach rechnet mit spürbaren Einsparungen für die Verbraucher durch die Steuersenkung. Studien hätten ergeben, dass die Mehrwertsteuersenkung während der Corona-Krise zu 80 Prozent bei Kunden von Diesel und zu 40 Prozent bei Kunden von Benzin weitergegeben worden sei, sagte der Chef des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung der "Rheinischen Post" (les/dpa)

Dieser Text erschien zuerst auf www.waz.de

Ukraine-Krise – Die wichtigsten News zum Krieg