Putin-Freund

Gerhard Schröder: Das sagt der Altkanzler zum Ukraine-Krieg

Britt-Marie Lakämper
| Lesedauer: 2 Minuten
Tausende fliehen aus Kiew vor russischen Angriffen

Tausende fliehen aus Kiew vor russischen Angriffen

Nach Beginn der russischen Offensive in der Ukraine versuchen zahlreiche Bewohner Kiews, die Hauptstadt zu verlassen. Auf Hauptverkehrsstraßen bildeten sich lange Staus.

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Berlin   Gerhard Schröder arbeitet für russische Konzerne und ist ein enger Freund Wladimir Putins. Das sagt er zu dem Angriff auf die Ukraine.

Er gilt nicht nur als einer der „Putin-Versteher“ hierzulande, er ist auch ein langjähriger Freund des russischen Präsidenten: Der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hat sich nach dem Ausbruch des Kriegs in der Ukraine am Nachmittag auf der Plattform Linkedin zu den Angriffen Russlands geäußert.

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Der ehemalige Regierungschef schrieb in dem Posting: „Der Krieg und das damit verbundene Leid für die Menschen in de Ukraine muss schnellstmöglich beendet werden.“ Das sei „die Verantwortung der russischen Regierung“. In den vergangenen Jahren wäre viel über „Fehler und Versäumnisse“ im deutsch-russischen Verhältnis gesprochen worden, so Schröder weiter. Fehler habe es laut ihm aber auf „beiden Seiten“ gegeben.

Schröder sorgte mit Äußerungen zum Ukraine-Konflikt immer wieder für Kritik

Schröder pflegt nicht nur ein freundschaftliches Verhältnis zu Wladimir Putin, er ist auch Aufsichtsratschef beim staatlichen russischen Energiekonzern Rosneft. Außerdem hat der Sozialdemokrat Führungspositionen bei den Pipeline-Projekten Nord Stream und Nord Stream – beide Erdgasleitungen durch die Ostsee verbinden Russland und Deutschland. Die noch ausstehende Inbetriebnahme von Nord Stream 2 ist inzwischen von der Bundesregierung auf Eis gelegt. Im Sommer soll Schröder zusätzlich zu bestehenden Mandaten in den Aufsichtsrat des russischen Gasriesen Gazprom einziehen.

Der Alt-Kanzler stand für diese Tätigkeiten bereits mehrfach in der Kritik, gilt vielen als Russland-Lobbyist. Für Wirbel sorgte zuletzt auch, dass er Forderungen der Ukraine nach Waffenlieferungen als „Säbelrasseln“ kritisiert hatte.

Statement von Gerhard Schröder: Sanktionen dürften nicht alle Verbindungen kappen

In seinem Linkedin-Post schreibt Schröder, dass es jetzt gelte, dass „bei notwendigen Sanktionen darauf geachtet wird, die verbliebenen politischen, wirtschaftlichen und zivilgesellschaftlichen Verbindungen, die zwischen Europa und Russland bestehen, nicht gänzlich zu kappen“.

Der Westen plant und setzt teilweise bereits umfassende Sanktionen gegen russische Banken, Bürger und Politiker um. Die EU will unter anderem russische Auslandsguthaben einfrieren und den Banken des Landes den Zugang zu den europäischen Finanzmärkten versperren.

In Zuge dessen könnte auch Schröder ins Visier geraten: Angesichts des russischen Einmarschs in die Ukraine forderte der grüne Europapolitiker Reinhard Bütikofer, auch Sanktionen gegen den Altkanzler zu verhängen. Die EU-Staats- und Regierungschefs sollten prüfen, ob Sanktionen „auch gegen ehemals führende europäische Politiker verhängt werden können, die heute als Lobbyisten Putins dessen feindselige Politik“ unterstützten, erklärte Bütikofer am Donnerstag in Brüssel. Er ist im Europaparlament außenpolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion.

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