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Ukraine-Krieg: US-Senator fordert Attentat auf Putin

| Lesedauer: 148 Minuten
Putin: Vormarsch in der Ukraine läuft "nach Plan"

Putin: Vormarsch in der Ukraine läuft "nach Plan"

Dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zufolge läuft die russische "Spezialoperation" in der Ukraine wie am Schnürchen.

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Russische Truppen sollen das Gelände des ukrainischen Atomkraftwerks Saporischschja eingenommen haben. Alle Infos im Ukraine-Blog.

  • An der polnischen Grenze wurden mehr als 672.000 Flüchtlinge gezählt
  • Selenskyj soll in wenigen Tagen drei Mordversuche überlebt haben
  • Russische Truppem sollen das Gelände des zuvor brennenden Atomkraftwerks eingenommen haben
  • Russische Behörden haben den Zugang zu etlichen internationalen Medien eingeschränkt
  • Der US-Senator Lindsey Graham hat die russische Bevölkerung zu einem Attentat an Putin aufgerufen
  • Dieser Blog ist geschlossen. Aktuelle News zum Ukraine-Konflikt finden Sie in unserem neuen Newsblog.

Berlin/Kiew/Moskau. Im Ukraine-Krieg ist weiter keinerlei Entspannung in Sicht. In der Nacht zu Freitag geriet das größte europäische Atomkraftwerk Saporischschja unter Beschuss. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach von gezielten Attacken vonseiten Russlands. Die örtliche Verwaltung meldete Feuer, die jedoch zeitnah gelöscht werden konnten. Bei schweren Luftangriffen auf mehrere ukrainische Städte wurden zudem erneut zahlreiche Menschen verletzt und getötet. Rund eine Million Menschen sind laut UN-Angaben wegen des Krieges auf der Flucht. Die EU einigte sich deshalb am Donnerstag auf eine vereinfachte Aufnahme der Menschen.

Zum zweiten Mal trafen sich am Donnerstag Unterhändler Russlands und der Ukraine, um über eine Waffenruhe zu verhandeln. Beide Seiten konnten sich auf die Einrichtung humanitärer Korridore einigen. Der ukrainische Gesandte zeigte sich dennoch enttäuscht und erklärte, die Ergebnisse, die die Ukraine brauche, habe es noch nicht gegeben. Kiew fordert unter anderem eine Feuerpause.

Liveblog zum Ukraine-Krieg von Freitag, 4. März: Viele Tote bei Angriffen auf Tschernihiw

12.20 Uhr: Am Donnerstag trafen russische Bomben und Artilleriegeschosse die Stadt Tschernihiw im Norden der Ukraine. Militärische Ziele wurden dabei nicht getroffen. Wie der Rettungsdienst der Stadt berichtet, schlugen die Geschosse in zwei Schulen und mehrere Wohnhochhäuser ein.

Die ukrainische Regierung hat nun Opferzahlen veröffentlicht. Bei den Angriffen seien 47 Menschen getötet worden. 18 Verletzte wurden der Regierung zufolge verletzt. In den sozialen Medien ging das Dashcam-Video eines Anwohners viral, der den Angriff mitgefilmt hatte. Darauf ist zu sehen, wie sechs Projektile in kurzer Abfolge in das Wohnviertel einschlagen.

Selenskyj fordert nach russischem Angriff auf Atomkraftwerk härtere Sanktionen

12.10 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat nach dem russischen Angriff auf das Atomkraftwerk Saporischschja härtere Sanktionen gegen Moskau gefordert. "Eine sofortige Verschärfung der Sanktionen gegen den nuklearen Terrorstaat ist notwendig" sagte er in einer Videobotschaft am Freitagmorgen. Der ukrainische Staatschef rief zudem die russische Bevölkerung auf, „"auf die Straße zu gehen", um den Kreml zu einem Ende der Angriffe auf ukrainische Atomanlagen zu bewegen.

IAEA: Zwei Verletzte in ukrainischem AKW - Sicherheitssysteme intakt

12.00 Uhr: Im ukrainischen Atomkraftwerk Saporischschja sind zwei ukrainische Sicherheitsmitarbeiter verletzt worden. Das berichtete der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Rafael Grossi, am Freitag in Wien, nachdem laut ukrainischen Angaben ein Ausbildungsgebäude des AKWs Feuer gefangen hatte. Wodurch die zwei Personen verletzt wurden, sagte Grossi nicht. Die IAEA stehe in ständigem Kontakt mit dem AKW und mit ukrainischen Behörden. "Es ist mir wichtig zu berichten, dass alle Sicherheitssysteme der sechs Reaktoren in dem Kraftwerk in keiner Weise beeinträchtigt sind. Es wurde kein radioaktives Material freigesetzt", sagte Grossi bei einer Pressekonferenz.

Derzeit sei nur einer der sechs Reaktorblöcke in Betrieb. Die anderen seien abgeschaltet worden oder wegen routinemäßigen Wartungsarbeiten außer Betrieb. Bei dem im AKW-Gelände gelagerten abgebrannten Nuklearbrennstoff seien keine Probleme aufgetreten. Das Feuer auf dem Gelände des AKW wurde nach Angaben des ukrainischen Innenministeriums inzwischen gelöscht.

Ukrainisches Militär: Russische Truppen kreisen weiter Kiew ein

11.54 Uhr: Russische Truppen setzen nach ukrainischen Armeeangaben ihren Vormarsch auf die Hauptstadt Kiew fort. "Die Hauptanstrengungen der Besatzer konzentrieren sich auf die Einkreisung Kiews", heißt es im Morgenbericht der ukrainischen Armee. Es wurden zunächst keine Angaben zu Kämpfen rund um die Millionenstadt gemacht. Die Stadt löste seit Mitternacht mehrfach Luftalarm aus. Die Bewohner sollten sich in Luftschutzbunker in Sicherheit bringen.

Verteidigungsminister Oleksij Resnikow berichtete, dass die ukrainische Marine ihr Flaggschiff "Hetman Sahajdatschnyj" selbst versenkt habe, damit es nicht den Gegnern in die Hände falle. Die Fregatte lag zur Reparatur vor Anker. Laut ukrainischer Darstellung haben sich russische Truppen von dem strategisch wichtigen Flugplatz Hostomel nordwestlich von Kiew zurückgezogen.

Polens Grenzschutz: Mehr als 672.000 Flüchtlinge aus der Ukraine

11.52 Uhr: Seit Beginn des Kriegs in der Ukraine sind in Polen nach Angaben des polnischen Grenzschutzes 672.500 Flüchtlinge aus dem Nachbarland angekommen. Allein am Donnerstag hätten 99.200 Menschen die Grenze überquert, teilten die polnischen Grenzschützer am Freitag per Twitter mit. In der ostpolnischen Stadt Przemysl kamen weitere Züge aus Kiew und anderen ukrainischen Städten mit Flüchtlingen an. Sie wurden von Polizisten und freiwilligen Helfern zu den Aufnahmepunkten geleitet, wie ein dpa-Reporter berichtete. "Alles geht sehr, sehr geordnet zu."

Merz schließt direkte Verwicklung der Nato in Russlands Ukraine-Krieg nicht aus

11.48 Uhr: CDU-Chef Friedrich Merz schließt eine direkte Verwicklung der Nato in Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine nicht mehr aus. "Die Angriffe und die Art und Weise, wie dieser Krieg geführt wird, nehmen Formen an, die zum Nachdenken zwingen", sagte Merz am Freitag dem Sender NDR Info.

"Es kann eine Situation geben, in der dann auch die Nato Entscheidungen treffen muss, Putin zu stoppen", sagte Merz weiter. Scharf verurteilte der CDU-Chef den Angriff russischer Truppen auf das ukrainische Atomkraftwerk Saporischschja. "Wenn sich so etwas wiederholen sollte, wenn möglicherweise sogar die Reaktorblöcke getroffen werden sollten, dann sind wir unmittelbar bedroht von den Auswirkungen dieses Krieges."

Vitali und Wladimir Klitschko bitten Deutschland um Solidarität

11.41 Uhr: Die Brüder Vitali und Wladimir Klitschko rufen Deutschland und die Welt eindringlich dazu auf, die Ukraine zu unterstützen. "Bleiben Sie bitte mit uns", sagte Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko in einem am Freitag ausgestrahlten Interview mit dem ARD-"Morgenmagazin". "Wir kämpfen auch für deutsche Werte."

Grund für den Krieg sei, "dass wir ein Teil der europäischen Familie sein wollen und das passt nicht in Putins Vision", sagte Vitali Klitschko weiter. Auch sein Bruder Wladimir appellierte im Interview mit der ARD an die Welt, zusammenzurücken und die Zusammenarbeit mit Russland zu stoppen, "um zu zeigen, dass man gegen den Krieg ist und die Ukraine unterstützt." Wladimir Klitschko sagte, die Ukraine sei eine friedliche Nation, die niemandem etwas getan habe und niemanden bedroht habe. "Es gibt nichts Schlimmeres als Krieg", sagte er. "Die Bilder des Krieges sind schrecklich."

Baerbock: Wir werden die Ukrainer "niemals ihrem Schicksal überlassen"

11.13 Uhr: Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) hat der Ukraine weiterhin die Unterstützung des Westens zugesichert. "Wir werden die Ukrainerinnen und Ukrainer niemals ihrem Schicksal überlassen", erklärte sie vor ihrer Abreise nach Brüssel zu den Treffen der Außenministerinnen und Außenminister von Nato, G7 und EU am Freitag. "Weder diejenigen, die vor Ort ihr Land verteidigen, noch diejenigen, die Zuflucht außerhalb ihrer Heimat suchen und sich dabei auf unsere Unterstützung verlassen."

Die Versorgung der Menschen und dringend nötige humanitäre Hilfe zählten ebenso dazu wie materielle Unterstützung und die "konsequente Umsetzung der präzedenzlosen Sanktionen, mit denen wir in den vergangenen Tagen auf das Handeln der russischen Regierung reagiert haben", fügte sie hinzu. Baerbock warnte an Russlands Präsident Wladimir Putin gewandt, mit seinem Krieg gegen die Ukraine treibe "er auch sein eigenes Land in den Ruin".

Ministerpräsident Hans für weitere Waffenlieferungen an die Ukraine

10.59 Uhr: Der Ministerpräsident des Saarlandes, Tobias Hans, hat weitere militärische Hilfen für die Ukraine gefordert. Letztlich gehe es auch um den Frieden in Deutschland und der EU, sagte der CDU-Politiker am Freitag im "Frühstart" von RTL/n-tv. "Die Ukraine braucht unsere Unterstützung, sie braucht weiterhin Waffenlieferungen." Den Beschuss eines ukrainischen Atomkraftwerks bezeichnete er als Tabubruch. "Ich halte es für dringend angezeigt, dass jetzt die Vertreter der Uno, die Vertreter der Nato, aber auch die EU-Vertreter nochmal schnellstmöglich zusammenkommen, um zu beraten, wie damit umzugehen ist."

Wehrbeauftragte Högl für Diskussion über Dienstpflicht

10.55 Uhr: Die Wehrbeauftragte Eva Högl hat sich für eine Debatte über eine allgemeine Dienstpflicht und freiwilliges Engagement in der Gesellschaft ausgesprochen. "Es gibt einen ganz enormen Bedarf in unserer Gesellschaft gerade von jungen Leuten, sich zu engagieren", sagte die SPD-Politikerin am Freitag im ARD-"Morgenmagazin". "Wenn es über die Freiwilligkeit nicht ausreicht, dann gerne auch ein bisschen mehr in Richtung Pflicht." Aktuell aber sei das eine theoretische Diskussion, betonte Högl. "In der gegenwärtigen Situation mit dem fürchterlichen Krieg in der Ukraine hilft diese Debatte im Moment nicht weiter." Jetzt seien andere Maßnahmen nötig, um gutes Personal für die Bundeswehr zu gewinnen.

Wolodymyr Selenskyj überlebt drei Mordversuche in wenigen Tagen

10.46 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat in der letzten Woche mindestens drei Mordversuche überlebt, berichtet die "London Times". Wie die Zeitung schreibt, schlugen die Attentatsversuche fehl, weil Selenskyis Sicherheitsteam von Kriegsgegnern aus dem russischen Geheimdienst zuvor entsprechende Warnungen erhalten hätten.

Mehrere Gruppen sollen der "Times" zufolge versucht haben, den ukrainischen Präsidenten zu töten: Am Samstag sollen tschetschenische Spezialkräfte bei einem Attentatsversuch von ukrainischen Verteidigern dezimiert worden sein. Zwei Versuche von Söldnern der Wagner Gruppe seien in den letzten Tagen ebenfalls gescheitert. Eine Quelle aus dem Umfeld der Wagner Gruppe erklärte der "Times", es sei "unheimlich" gewesen, wie gut Selenskyis Sicherheitsteam auf die Mordversuche vorbereitet war.

Weitere Unternehmen stellen Geschäfte in Russland ein

10.37 Uhr: Immer mehr Unternehmen haben angekündigt, keine Geschäfte mehr in Russland tätigen zu wollen. Am Donnerstagmorgen war die Seite des österreichischen Schmuckunternehmens Swarovski nicht mehr aus Russland zu erreichen.

Auch die Luxusmodemarke Hermès verkauft online keine Artikel mehr nach Russland, außerdem will das Modehaus sämtliche Boutiquen in Russland schließen, berichtet die Nachrichtenagentur Nexta. Hermès war bislang für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Strack-Zimmermann warnt vor öffentlicher Diskussion über Waffenlieferungen: "Geplapper muss aufhören"

10.28 Uhr: Die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Bundestag, Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP), hat dazu aufgerufen, die öffentliche Diskussion über Waffenlieferungen an die Ukraine zu beenden. "Das Geplapper über welche Waffen, wann und wohin geliefert werden, muss aufhören", sagte Strack-Zimmermann unserer Redaktion. "Wir gefährden den Einsatz, den Transport und damit auch das Leben unserer Leute."

Am Donnerstag war bekannt geworden, dass Deutschland weiter militärische Ausrüstungsgüter an die Ukraine liefern will. Die Rede war von 2700 Flugabwehrraketen vom Typ "Strela" aus ehemaligen Beständen der Nationalen Volksarmee (NVA) der DDR. Dies muss aber noch endgültig beschlossen werden.

Russische Truppen auf Gelände des ukrainischen Atomkraftwerks Saporischschja

10.01 Uhr: Die russische Armee hat nach Angaben Kiews das Gelände des ukrainischen Atomkraftwerks Saporischschja besetzt, auf dem es nach Angriffen der russischen Streitkräfte in der Nacht gebrannt hatte. "Das Betriebspersonal kontrolliert die Energieblöcke und gewährleistet deren Betrieb", teilte die ukrainische Atomaufsichtsbehörde am Freitag mit. Ein Leck sei an dem Kraftwerk nicht festgestellt worden. Es seien keine Veränderungen in der radioaktiven Strahlungsbelastung registriert worden, erklärte die Behörde.

Die russische Armee hatte die Anlage in der Nacht mit Panzern angegriffen und dort einen Brand ausgelöst. Nach ukrainischen Angaben gerieten ein Ausbildungsgebäude und ein Labor in Brand. Die ukrainische Feuerwehr konnte den Brand löschen. Russische Soldaten hatten die Löschtrupps nach Angaben der Feuerwehr erst nach Stunden zum Brandort durchgelassen. Informationen über Tote und Verletzte lagen nach Angaben der ukrainischen Atomaufsicht nicht vor.

Flucht mit Staus - 120 Waisenkinder aus Ukraine in Berlin erwartet

9.58 Uhr: Nach Staus und anderen Hindernissen werden rund 120 Kinder aus dem Waisenhaus einer jüdischen Gemeinde in der Ukraine am Freitag in Berlin erwartet. Die Kinder, darunter ein Baby, und ihre Begleiter sind seit Mittwoch in fünf Bussen unterwegs. Die Strecke von Odessa im Süden der Ukraine über Moldau, Rumänien, Ungarn und Tschechien ist rund 2000 Kilometer lang.

Die jüdische Bildungs- und Hilfsorganisation Chabad Berlin, die die Kinder in Empfang nehmen will, schrieb am Donnerstagabend, es habe in Rumänien stundenlange Staus gegeben. "Im Moment ist es sehr schwer voranzukommen." Am Freitagmorgen bat die Organisation bei Facebook: "Bitte unterstützt uns, indem Ihr nicht zu der Ankunft der Kinder erscheint. Sie haben eine Flucht und drei Tage beschwerliche Fahrt hinter sich."

Sanktionen kosten russische Milliardäre 80 Milliarden US-Dollar

9.52 Uhr: Die 20 reichsten russischen Milliardäre haben wegen der Sanktionen gegen Russland mehr als 80 Milliarden US-Dollar an kombiniertem Vermögen verloren. Damit haben die Wirtschaftssanktionen dem US-Fernsehsender CNBC zufolge etwa ein Drittel des Vermögens der 20 reichten Russinnen und Russen vernichtet. Neben den Sanktionen ist auch der Absturz des Rubel ein Grund für den enormen Geldverlust der russischen Elite.

Neben Barvermögen haben mehrere Milliardäre auch teure Sachgüter verloren: Die Luxus-Yacht von Igor Setschin, Chef des Ölunternehmens Rosneft, wurde im französischen Mittelmeerhafen La Ciotat beschlagnahmt, meldet der "Spiegel". Erste Berichte, laut denen die Hamburger Hafenbehörde die Yacht des Unternehmers Alischer Usmanow beschlagnahmt haben soll, wurden von der Behörde dementiert. Allerdings sei es "unwahrscheinlich", dass die 156 Meter lange Yacht das Hafengelände verlasse, erklärte die Hamburger Hafenbehörde dem Lokalportal "Buten un Binnen".

Russland schränkt Zugang zu Websites von Deutsche Welle und drei weiteren Medien ein

9.38 Uhr: Die russischen Behörden haben den Zugang zu den Websites der Deutschen Welle und weiterer unabhängiger Medien nach eigenen Angaben "eingeschränkt". Die russische Medienaufsichtsbehörde Roskomnadsor teilte am Freitag mit, von dem Schritt seien neben dem deutschen Auslandssender auch die Websites des britischen Rundfunksenders BBC, der in Lettland ansässigen russisch- und englischsprachigen Nachrichtenwebsite Medusa und von Swoboda betroffen. Swoboda ist der russischsprachige Sender von Radio Free Europe/Radio Liberty, einem vom US-Kongress finanzierten Medium.

Der russischen Medienaufsichtsbehörde zufolge wurde der Zugang zu den Websites auf Antrag der Staatsanwaltschaft "eingeschränkt". Die russischen Behörden haben ihr Vorgehen gegen kritische Stimmen in den Medien seit Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine massiv verschärft.

Duma beschließt hohe Strafen für "Fake News" über russisches Militär

8.53 Uhr: Angesichts des Ukraine-Kriegs will Russland die Verbreitung angeblicher Falschinformationen über die russischen Streitkräfte mit drastischen Strafen belegen. Das Parlament stimmte am Freitag in Moskau für eine entsprechende Gesetzesänderung. Es drohen demnach hohe Geldstrafen und bis zu 15 Jahre Haft.

Queen Elizabeth II. macht "großzügige" Spende an Ukraine-Hilfsfond

8.50 Uhr: Die britische Königin hat eine "großzügige" Spende an einen für die Ukraine eingerichteten Hilfsfond gemacht. Zwar gab der Buckingham Palace nicht bekannt, welche Summe die Queen genau spendete, allerdings dankte das britische Disasters Emergency Commitee der Königin für ihre "Großzügigkeit", schrieb die britische Zeitung "The Telegraph".

Auch der Duke und die Duchess of Cambridge, Prinz William und Ehefrau Catherine, sollen laut "Telegraph" ebenfalls eine "substantielle" Summe gespendet haben. Beide hatten sich zuletzt auf Twitter solidarisch mit der Ukraine gezeigt.

Völkerrechtler: Gezielter Angriff auf Kernkraftwerk ist Kriegsverbrechen

8.11 Uhr: Ein gezielter russischer Angriff auf ein ukrainisches Atomkraftwerk wäre nach Einschätzung des Völkerrechtlers Claus Kreß als Kriegsverbrechen einzuordnen. "Ein gezielter Angriff auf ein zivil genutztes Kernkraftwerk, ja, das wäre ein Kriegsverbrechen", sagte der Kölner Wissenschaftler am Freitag im Deutschlandfunk. Ein solcher Fall fiele in die Zuständigkeit des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag. Kreß berät dort Chefankläger Karim Khan, der offizielle Ermittlungen zu Kriegsverbrechen in der von Russland angegriffenen Ukraine eingeleitet hat.

Bei den Ermittlungen gehe es in erster Linie um Taten vor Russlands laufendem "Gewalteinsatz", etwa auf der Krim seit 2014. "Es geht um den Verdacht zahlreicher Kriegsverbrechen und im Hinblick auf die Krim geht es auch um Verbrechen gegen die Menschlichkeit", sagte Kreß. Das Verfahren werde aber auch etwaige aktuelle Kriegsverbrechen
umfassen.

Republikanischer Senator ruft Russen zu Attentat auf Putin auf

6.28 Uhr: Der republikanische Senator Lindsey Graham hat die russische Bevölkerung aufgefordert, ein Attentat auf Präsident Wladimir Putin zu verüben. Er deutete an, dies sei der einzige Weg, den Ukraine-Konflikt zu beenden. Graham machte die Äußerung zunächst am Donnerstagabend (Ortszeit) in der Talkshow von Sean Hannity bei Fox News und wiederholte sie später bei Twitter. Dabei bezog er sich auch auf den Mord an Julius Cäsar und das fehlgeschlagene Attentat der Stauffenberg-Gruppe auf Adolf Hitler.

"Gibt es einen Brutus in Russland", fragte Graham auf Twitter. "Gibt es einen erfolgreicheren Oberstleutnant Stauffenberg im russischen Militär? Der einzige Weg, wie das enden könnte, wäre, indem jemand in Russland diesen Typen [gemeint ist Putin, Anm. d. Red.] erledigt." Diese Person würde dem Land und der ganzen Welt "einen großen Dienst erweisen".

Feuer in Atomkraftwerk laut Behörden gelöscht

6.13 Uhr: Der Brand in dem ukrainischen Atomkraftwerk Saporischschja ist nach Behördenangaben gelöscht. Das Feuer sei am Freitagmorgen um 06.20 Uhr Ortszeit (05.20 Uhr MEZ) vollständig gelöscht worden, erklärte die ukrainische Katastrophenschutzbehörde auf Facebook. Bei dem Brand sei niemand verletzt worden.

In dem größten Atomkraftwerk Europas mit sechs Reaktorblöcken war nach einem russischen Angriff ein Feuer ausgebrochen. Die russische Armee ließ Löschtrupps nach Behördenangaben zunächst nicht zum Brandort durch.

Ukraine-Krieg – Hintergründe und Erklärungen zum Konflikt

Rund 150 europäische Radiosender spielen Lennon-Song "Give Peace a Chance"

6.02 Uhr: Aus Solidarität mit der Ukraine wollen rund 150 öffentlich-rechtliche Radiosender in Europa am Freitagmorgen den John-Lennon-Song "Give Peace a Chance" spielen. In mehr als 25 Ländern, darunter auch die von Russland angegriffene Ukraine, soll das Lied um 08.45 Uhr MEZ laufen, wie die Europäische Rundfunkgemeinschaft (EBU) am Donnerstagabend mitteilte. Die Aktion, an der sich auch private Sender beteiligen wollen, findet auf Initiative des RBB unter Intendantin Patricia Schlesinger statt.

Das Lied "Give Peace a Chance", das 1969 von der Plastic Ono Band veröffentlicht wurde, wurde während des legendären "Bed-in" für den Frieden von John Lennon und seiner Frau Yoko Ono in einem Hotelzimmer in Kanada aufgenommen. Es wurde zunächst zum Lied der Vietnamkriegs-Gegner.

Die 1950 gegründete EBU mit Sitz in Genf ist mit 113 Mitgliedern in 56 Ländern die größte öffentlich-rechtliche Medienallianz der Welt. Einem breiten Publikum ist sie durch den Eurovision Song Contest bekannt.

Klitschko warnt vor Nuklearkatastrophe

5.05 Uhr: Der ukrainische Profiboxer Wladimir Klitschko hat bei Twitter vor einer Nuklearkatastrophe gewarnt. Angesichts der russischen Angriffe auf das Atomkraftwerk Saporischschja schrieb Klitschko: "Wenn dieser Krieg nicht JETZT GESTOPPT WIRD, wird die Welt ein kombiniertes Tschernobyl/Fukushima erleben. Die Ukraine hat vier Atomkraftanlagen, und die russische Armee schießt im direkten Umfeld mit Raketen und Bomben." Die russische Invasion müsse sofort gestoppt werden. Klitschko ist der Bruder des Kiewer Bürgermeisters Vitali Klitschko.

Ukrainischer Energieminister fordert Eingreifen der Nato

5.02 Uhr: Der ukrainische Energieminister Herman Haluschtschenko hat angesichts von Berichten über ein Feuer auf der Anlage des Atomkraftwerks Saporischschja ein Eingreifen der Nato gefordert. "Deshalb fordern wir nicht nur eine professionelle Einschätzung der Geschehnisse, sondern ein echtes Eingreifen mit den härtesten Maßnahmen, auch durch die Nato und die Länder, die Atomwaffen besitzen", schrieb Haluschtschenko in der Nacht zum Freitag auf Facebook.

Europas größtes Atomkraftwerk werde mit Panzern und aus der Luft beschossen, schrieb er weiter. Unabhängig überprüfen ließen sich diese Aussagen zunächst nicht. Er habe bereits mit US-Energieministerin Jennifer Granholm telefoniert und um eine Schließung des Luftraums über der Ukraine gebeten, schrieb Haluschtschenko. "Wir stehen an der Schwelle einer großen technologischen Katastrophe in der Geschichte der Menschheit."

Biden: Russland muss Militäraktivitäten um Atomanlage einstellen

4.52 Uhr: US-Präsident Joe Biden hat Russland aufgefordert, seine militärischen Aktivitäten in dem Gebiet um das Kernkraftwerk Saporischschja einzustellen. In einem Telefonat mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj habe Biden sich "über den aktuellen Stand des Brandes" in der Atomanlage erkundigt, teilte das Weiße Haus am Donnerstagabend (Ortszeit) mit. Die russische Armee müsse Feuerwehrleuten und Rettungskräften den Zugang zu dem Gelände ermöglichen, so Biden. Der US-Präsident sprach außerdem mit der Leiterin der Nationalen Verwaltung für Nukleare Sicherheit der USA, Jill Hruby.

Lage in Atomkraftwerk laut Behörden "gesichert"

4.41 Uhr: Nach einem Brand ist die Lage in dem von einem russischen Angriff getroffenen größten Atomkraftwerk Europas im ukrainischen Saporischschja nach Behördenangaben "gesichert". Der Leiter des Akws habe erklärt, dass Feuerwehrleute die Anlage inzwischen erreicht hätten, schrieb der Chef der regionalen Militärverwaltung, Oleksander Staruch, in der Nacht zum Freitag auf Facebook. Der Akw-Leitung zufolge sei das Feuer in einem Gebäude für Ausbildungsveranstaltungen und einem Labor ausgebrochen. Lesen Sie hier: Ukraine-Krieg: Das sind Wladimir Putins letzte Verbündete

Atomenergiebehörde: Keine erhöhte Strahlung bei Saporischschja gemessen

4.39 Uhr: Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien wurde wegen des Feuers in der Atomanlage von Saporischschja eingeschaltet. Es gebe bisher keine Berichte über eine erhöhte Strahlung, hieß es. IAEA-Chef Rafael Grossi spreche mit dem ukrainischen Regierungschef Denys Schmyhal über die "ernste Situation" im Kernkraftwerk Saporischschja, rufe zur Einstellung der Gewalt auf und "warnt vor ernsthaften Gefahren, wenn Reaktoren getroffen werden", schrieb die Behörde am Freitagmorgen auf dem Kurznachrichtendienst Twitter.

London fordert nach Angriff auf Akw Sitzung des UN-Sicherheitsrats – russische Truppen ließen Löschtrupps zunächst nicht durch

4.36 Uhr: Nach dem russischen Angriff auf das Atomkraftwerk Saporischschja in der Ukraine fordert Großbritannien eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats. Das "rücksichtslose" Verhalten von Russlands Präsident Wladimir Putin könne "direkt die Sicherheit von ganz Europa bedrohen", erklärte das Büro von Premierminister Boris Johnson in der Nacht zum Freitag. In dem Atomkraftwerk war nach einem russischen Angriff Feuer ausgebrochen.

Russische Soldaten ließen Löschtrupps nach Angaben der ukrainischen Feuerwehr nicht zum Brandort durch. "Die Invasoren erlauben den Einsatzkräften nicht, mit dem Löschen des Feuers zu beginnen", erklärte die Feuerwehr auf Facebook. Der Brand betreffe ein Ausbildungsgebäude, nur einer der sechs Reaktorblöcke der größten Atomanlage Europas sei derzeit in Betrieb.