Konflikt

Ukraine-Krieg: Was riskiert der Westen mit Militär-Hilfen?

Christian Kerl und Dirk Hautkapp
| Lesedauer: 7 Minuten
Blinken: "Russland wird nicht die Herzen der Ukrainer erobern"

Blinken- Russland wird nicht die Herzen der Ukrainer erobern

US-Außenminister Antony Blinken ist zu Besuch in Litauen. Im Zentrum der Gespräche steht der Krieg in der Ukraine.

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Berlin/Brüssel/Washington.  Flugverbot, Kampfjets: Weil Russland den Ukraine-Krieg mit Härte fortsetzt, diskutiert der Westen neue Maßnahmen. Rutschen wir so in den Krieg?

Russische Truppen gehen in der Ukraine immer brutaler vor. In Europa und Amerika wird jetzt fieberhaft überlegt, wie der Westen über die bisherigen Waffenlieferungen hinaus noch zusätzliche Unterstützung für die Ukraine leisten könnte. Im Gespräch sind härtere Sanktionen wie ein Ölembargo – die US-Regierung drängt aber auch auf die Lieferung von Kampfjets, die ukrainische Regierung verlangt noch weitere Verteidigungshilfe.

Doch Militärs warnen: Russland könnte die zunehmende Unterstützung als militärische Einmischung verstehen – und den Krieg ausweiten. Wie weit kann der Westen gehen, ohne eine dramatische Eskalation zu riskieren, vielleicht sogar einen Weltkrieg? Die Optionen und ihre Nebenwirkungen:

Option eins: Nato-Truppen in die Ukraine

Nichts würde sich die ukrainische Regierung mehr wünschen als direkte militärische Unterstützung durch die USA und die europäischen Nato-Partner – mit ihren Soldaten und modernen Waffen. Doch das gilt in der Nato als völlig ausgeschlossen.

Die Ukraine ist kein Nato-Mitglied. Eine solche Einmischung, eine direkte Konfrontation des Westens mit Russland, würde wohl den dritten Weltkrieg auslösen, könnte sogar zum Atomkrieg führen. Die Haltung von US-Präsident Joe Biden bis zu Bundeskanzler Olaf (SPD) ist absolut klar: Die Nato hält sich heraus, sie wird sich nicht mit eigenen Truppen in den Krieg einmischen.