Krieg

Ukraine: UN befürchten Massen-Deportationen durch Russland

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Putin kritisiert "Sanktionsfieber" der westlichen Länder

Putin kritisiert "Sanktionsfieber" der westlichen Länder

Russlands Präsident Wladimir Putin hat bei einer Wirtschaftskonferenz in Wladiwostok das "Sanktionsfieber" der westlichen Länder kritisiert. ++ COMPLETES VIDI32HU379_EN ++

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Berlin   Die UN äußern einen schweren Verdacht: Russland soll Hunderttausende Menschen aus der Ukraine deportieren – darunter auch viele Kinder.

Im UN-Sicherheitsrat sind am Mittwoch schwere Vorwürfe gegen Russland laut geworden. Auf Basis von Erkenntnissen von Menschenrechtsorganisationen ist das Gremium der Vereinten Nationen zu der Überzeugung gekommen, dass Russland massenhaft Menschen aus der Ukraine in sogenannten Filtercamps festhält und teilweise deportiert.

Die US-Regierung beschuldigte das russische Militär, im Kriegsgebiet festgenommene Menschen in solche Lager zu zwingen, um sie dann gegen ihren Willen nach Russland oder in russisch besetzte Gebiete der Ukraine zu bringen. Schätzungen zufolge seien so zwischen 900.000 und 1,6 Millionen Menschen aus ihren Heimatorten deportiert worden, sagte die US-Botschafterin Linda Thomas-Greenfield am Mittwoch bei einer Sitzung des UN-Sicherheitsrats in New York. Der ukrainischen Delegation bei den Vereinten Nationen zufolge sollen es sogar bis zu 2,5 Millionen Menschen sein, die aus dem Süden und Osten des Landes weggebracht worden seien, oftmals in weit entfernte Regionen wie Sibirien und den Osten Russlands. Lesen Sie auch: Mit diesem Symbol zeigen die Ukrainer ihren Widerstand

Ukraine-Krieg: Menschenrechtsorganisationen werfen Russland Deportationen vor

Es sind ungeheuerliche Zahlen. Eine unabhängige Überprüfung ist im Kriegsgebiet kaum möglich. Die UN berufen sich auf Berichte von Menschenrechtsorganisationen wie Human Rights Watch und die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE). Es gebe glaubwürdige Berichte, wonach ukrainische Kinder von ihren Eltern getrennt und nach Russland gebracht würden, sagte die Chefin des UN-Menschenrechtsbüros in New York, Ilze Brands Kehris. In Russland sollen diese Kinder Brands Kehris zufolge schnell eingebürgert und zur Adoption freigegeben werden. Mehr zum Krieg in der Ukraine: AKW Saporischschja: Angst vor einem zweiten Tschernobyl

"Die anhaltenden Beschuldigungen über gewalttätige Vertreibung, Deportation und sogenannte Filtercamps Russlands und angeschlossener lokaler Kräfte sind extrem beunruhigend", sagte die UN-Beauftragte für politische Angelegenheiten, Rosemary DiCarlo. Lesen Sie hier: Putins Truppen in Bedrängnis: Rückzug oder Isolierung?

Inzwischen seien mehr als sieben Millionen Menschen aus der Ukraine ins Ausland geflohen, berichtete DiCarlo. Zudem sei der Tod von 5718 Zivilisten im Ukraine-Krieg bestätigt, viele weitere noch nicht erfasste Fälle seien wahrscheinlich.

Ukraine-Krieg – Hintergründe und Erklärungen zum Konflikt

Deportationen aus der Ukraine? Russland weist Vorwürfe zurück

Im UN-Sicherheitsrat stießen die Vorwürfe auf Unverständnis bei der russischen Delegation. "Wir verstehen nicht wirklich, worüber hier gesprochen wird", sagte der russische UN-Botschafter Wassili Nebensja. Der Begriff "Filtration" sei nicht klar definiert und Einrichtungen, in denen Ukrainer ihren Willen zum Auswandern nach Russland ausdrücken könnten, seien normal. Danach könnten sie frei in Russland leben und das Land jederzeit wieder verlassen. Viele Menschen würden vor einem "ukrainischen Regime" fliehen wollen, das seine Bürger als menschliches Schutzschild missbrauche, sagte Nebensja. Kremlchef Wladimir Putin äußerte sich bislang nicht zu der Sitzung des Sicherheitsrates. (mja/mit dpa)

Dieser Artikel erschien zuerst auf www.morgenpost.de.