Ukraine-Krieg

Rammstein und Co.: So nutzen sie ihre Reichweite in Russland

Carlotta Richter
| Lesedauer: 4 Minuten
Selenskyj: "Ich bleibe hier!"

Selenskyj: "Ich bleibe hier!"

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat in einem auf Telegram veröffentlichten Video bekräftigt, im belagerten Kiew bleiben zu wollen. Zugleich machte er Russland für die gescheiterte Evakuierung umkämpfter Städte verantwortlich.

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Berlin   Viele Musiker haben aufgrund des Ukraine-Kriegs Konzerte abgesagt. Einige wandten sich außerdem direkt an ihre Fans – auch in Russland.

  • Bands wie Rammstein, Tokio Hotel oder Modern Talking haben viele Fans in Russland
  • Unter anderem Rammstein äußert sich in einem Statement zum Ukraine-Krieg
  • Was die Musiker schreiben

Auch die Musikwelt reagiert auf den russischen Angriff auf die Ukraine. Zahlreiche internationale Musiker, Musikerinnen und Bands wie Green Day, Iggy Pop oder Nick Cave haben angesichts des Krieges in der Ukraine bereits ihre Konzerte in Russland abgesagt. Und auch viele deutsche Musikstars zogen ähnliche Konsequenzen. Einige nutzen außerdem ihre Reichweite und richteten sich mit Statements in den sozialen Medien direkt an ihre Fans – und vor allem an ihre große Fanbase in Russland.

So verurteilte beispielsweise die Band Rammstein auf Instagram den russischen Angriff auf die Ukraine auf Englisch, Ukrainisch und Russisch. „Die Band Rammstein möchte ihre Unterstützung für das ukrainische Volk zum Ausdruck bringen, das sich gegen den schockierenden Angriff der russischen Regierung wehrt“, heißt es auf der Social-Media-Plattform.

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Rammstein: "Wir wollen an die Menschlichkeit erinnern"

Weiter schreiben die Musiker: „Vor allem in diesem Moment empfinden wir besondere Trauer über das Leid des ukrainischen Volkes. Jedes Mitglied der Band hat unterschiedliche Erfahrungen mit den beiden Ländern; alle Mitglieder der Band haben Freunde, Kollegen, Partner und Fans in beiden Ländern.“

Schließlich richtet sich die Band auch an ihre Fans in Russland. „Wir erkennen die Verzweiflung an, die viele russische Fans angesichts der Handlungen ihrer Regierung empfinden, und wir wollen an die Menschlichkeit erinnern, die sowohl die russischen als auch die ukrainischen Bürger teilen“, schreiben die Mitglieder der Band.

Rammstein-Sänger Till Lindemann hatte zuvor zwei geplante Konzerte seiner „Ich hasse Kinder“-Tour in Russland abgesagt. In seiner Instagram-Story postete er ein Bild des Tour-Programmes auf dem die Konzerte im Dezember in Moskau und Novosibirsk mit „canceled“, also abgesagt, markiert waren. Einen geplanten Auftritt in Kiew am 16. November hingegen sagte er vorerst nicht ab.

Thomas Anders sagt Russland-Tour ab

Auch der ehemalige Modern Talking-Star Thomas Anders, der eine große Fangemeinde in Russland hat, sagte seine für März dieses Jahres geplante Russland-Tour ab. Gleichzeitig wandte er sich jedoch auch direkt an seine Fans in Russland, wie er im Interview mit „t-online“ erzählt.

Zu seinem Geburtstag hätten ihm auch einige Fanclubs aus Russland gratuliert, berichtet Anders und sagt weiter: „Da kam aber auch Bedauern, dass die Tour in Russland ja verschoben wird, ‚aufgrund eines Konflikts‘ und es gebe ja ‚Manöver‘, sie würden sich aber auf die nächsten Shows freuen.“ Das hätte der Musiker allerdings nicht so stehen lassen können, wie er im Interview erklärt: „Da muss ich doch aufklären und sagen: Nein, wir haben keinen Konflikt, wir haben Krieg!“

Aus diesem Grund hätte er seinen Fans dann geschrieben, dass Russland einen Krieg gegen die Ukraine begonnen habe. „Städte werden bombardiert und Russland wird weltweit mit Sanktionen belegt. Tausende Soldaten und Zivilisten sterben. Dies ist mehr als ein Konflikt“, sagt Anders. Es sei ihm dabei jedoch wichtig das russische Volk von der Regierung zu unterscheiden, erklärte der Sänger: „Das russische Volk kann nichts dafür. Es ist kein Kriegstreiber.“ Auf Instagram postete er ein Video von einem seiner Auftritte, bei dem er den Modern-Talking-Song „Give Me Peace on Earth“ singt, mit der Unterschrift „PEACE“.

Tokio Hotel teilt Bild in Farben der Ukraine-Flagge

Auch die Band Tokio Hotel reagierte auf den Ukraine-Krieg. Die Musiker verschoben aufgrund der aktuellen Situation ihre internationale Tour um ein Jahr. In einem Statement auf Instagram schreiben sie: „Es fühlt sich einfach nicht richtig an, wie gewohnt weiterzumachen, und das machen wir auch nicht. Gleichzeitig war Musik schon immer ein Ort der Liebe, Hoffnung und Einheit und wir versuchen Wege zu finden, dies weiterhin mit euch zu teilen“. Ein anderer Post zeigt außerdem ein Herz in der Farben der ukrainischen Flagge, das durch ein Peace-Zeichen geteilt ist. Darunter heißt es: „Unsere Gedanken und Herzen sind bei den Menschen in der Ukraine.“

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Dieser Artikel erschien zuerst auf www.waz.de.