Coronavirus

Remdesivir – das Mittel, mit dem Donald Trump behandelt wird

Berlin.  Remdesivir ist eines von wenigen Mitteln gegen Covid-19. Auch US-Präsident Trump wird damit wegen seiner Corona-Infektion behandelt.

EU-Arzneimittelbehörde empfiehlt Remdesivir-Zulassung für Covid-19-Behandlung

Die EU-Arzneimittelbehörde (EMA) empfiehlt die Zulassung des Medikaments Remdesivir für die Behandlung von Covid-19-Patienten. Das Medikament solle für Europa eine Marktzulassung unter Auflagen erhalten, teilte die Behörde in Amsterdam mit. du siège de l'entreprise pharmaceutique Gilead Sciences, à Foster City, en Californie, qui développe l'antiviral remdesivir

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Das Medikament Remdesivir ist eines von wenigen Präparaten für die Therapie von Covid-19-Patienten. Nach seiner Infektion mit dem Coronavirus soll nun US-Präsident Donald Trump damit behandelt werden. Die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA, die Remdesivir Anfang Mai in einem Eilverfahren zugelassen hatte, empfiehlt die Gabe des Medikaments bei ernsten Covid-Verläufen.

Als ernst bezeichnet die FDA die Situation, wenn ein Patient einen niedrigen Blutsauerstoffgehalt aufweist, eine Sauerstofftherapie oder eine invasive Beatmung braucht.

Remdesivir für Patienten, die Sauerstoff benötigen

Auch die Europäische Arzneimittelbehörde EMA empfiehlt den Einsatz von Remdesivir – Handelsname Veklury – bei Patienten ab 12 Jahren, die zusätzlich Sauerstoff benötigen oder an einer Lungenentzündung leiden. Trumps Leibarzt Sean Conley erklärte jedoch, der Präsident benötige keine Sauerstoffzufuhr.

Remdesivir, das die Vermehrung von Viren verhindert, wurde ursprünglich für die Behandlung von Ebola entwickelt, zeigte aber keine ausreichende Wirkung.

Anders bei Covid-19: In einer internationalen Studie konnten Mediziner zeigen, dass Remdesivir die Heilung beschleunigen und die Sterblichkeit senken kann. Anfang Juli wurde es auf Empfehlung der EMA unter Auflagen in der EU für die Behandlung von Covid-Patienten zugelassen.

EMA prüft Berichte über Nierenschäden durch Remdesivir

Unumstritten ist die Behandlung jedoch nicht. Chinesische Wissenschaftler hatten Anfang April in der Fachzeitschrift „The Lancet“ geschrieben, es sei „kein statistisch signifikanter klinischer Nutzen“ durch den Einsatz von Remdesivir bei Corona-Patienten zu erkennen. Kritiker bemängelten die zu geringe Aussagekraft der Studie.

Die Europäische Arzneimittelbehörde prüft derzeit eigenen Angaben zufolge Berichte über mögliche Nierenschäden durch die Gabe von Remdesivir. Patienten hätten nach der Einnahme des Medikaments akute Nierenschäden erlitten. Untersucht werde jetzt, ob es einen ursächlichen Zusammenhang gebe oder ob Covid-19 selbst die Schäden verursacht habe.

Deutschland kann Remdesivir nachbestellen

Ende September war bekannt geworden, dass Deutschland und andere EU-Staaten Remdesivir ab Anfang Oktober nachbestellen könnten. Die EU-Kommission werde mit dem Hersteller Gilead einen Vertrag schließen, sagte ein Sprecher der EU-Kommission. Im Juli hatte die Kommission einen Bezugsvertrag geschlossen, um 30.000 Patienten versorgen zu können.

Zuvor hatte sich die US-Regierung nahezu die komplette Produktionsmenge der kommenden drei Monate gesichert. Eine entsprechende Vereinbarung mit Gilead sah laut US-Gesundheitsministerium den Erwerb von Wirkstoff-Dosen für mehr als 500.000 Behandlungen vor.

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