USA

Trump vor Wiederwahl? Ex-Generäle warnen vor Bürgerkrieg

Dirk Hautkapp
| Lesedauer: 2 Minuten
Mehr als drei Jahre Haft für "Schamanen" wegen Kapitol-Angriffs

Mehr als drei Jahre Haft für "Schamanen" wegen Kapitol-Angriffs

Anfang Januar gingen die Bilder des "QAnon"-Schamanen Jacob Chansley bei der Erstürmung des US-Kapitols um die Welt. Nun wurde der 34-Jährige mit der Büffelhorn-Fellmütze zu mehr als drei Jahren Haft verurteilt. Jake Chansley

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Washington  Sollte Donald Trump bei der Wahl 2024 erneut antreten, könnten sich Teile des Militärs auf seine Seite stellen, warnen Ex-Generäle.

Bei der Erstürmung der Kapitols am 6. Januar stand das US-Militär und die Führung im Pentagon auf der Seite der Verfassung - und damit in Opposition zu Ex-Präsident Donald Trump, der sich mit Macht gegen seine Wahlniederlage stemmte.

Ob dies bei der nächsten Wahl auch so wäre, halten drei ehemalige Generäle angesichts des toxischen politischen Klimas für fraglich und schlagen in beispielloser Form Alarm. Paul Eaton, Antonio Taguba und Steven Anderson sehen die Gefahr von „tödlichem Chaos” innerhalb der Streitkräfte, was „alle Amerikaner einem schweren Risiko aussetzen würde”.

Beteiligung des Militärs könnte Bürgerkrieg zur Folge haben

In einem bis gestern 6000 Mal kommentierten Namensartikel in der „Washington Post” beschreiben die pensionierten Top-Militärs, dass sich im Falle eines abermals von Trump (oder einem Trump-ähnlichem Politiker) angefochtenen Wahlausgang Teile von Armee, Luftwaffe und Marine auf die Seite des Rechtspopulisten stellen könnten. Was zu „geteilter Loyalität” und einem Zusammenbrechen der Kommandostrukturen führen würde. Ein Bürgerkrieg könne die Folge sein.

„Wir sind ausgekühlt bis auf die Knochen bei dem Gedanken, dass ein Coup beim nächsten Mal erfolgreich sein könnte”, schreiben die Ex-Generäle. Sie verweisen darauf, das bei dem versuchten Staatsstreich am 6. Januar, der von Trump inspiriert war, Dutzende aktive und ehemalige Mitglieder der Streitkräfte aktiv an dem Versuch beteiligt waren, die offizielle Anerkennung des Wahlsieges von Joe Biden zu hintertreiben.

Verteidigungsminsterium sollte sich mit Gefahr befassen

Völlig aus der Luft gegriffen ist das Szenario nach Ansicht von Experten nicht. Mehrere Wortführer in Trumps Umfeld hatten im Nachgang der vergangenen Wahl massiv dafür plädiert, dass der Präsident mit Hilfe des Militärs etwa Stimmzettel beschlagnahmen lässt und in umkämpften Bundesstaaten Nachwahlen anordnet. Besonders tat sich hier Trumps ehemaliger Nationaler Sicherheitsberater Michael Flynn hervor, ein ehemaliger Drei-Sterne-General. Im Mai vergangenen Jahres zogen zudem über 120 ehemalige Generäle und Admiräle in einem offenen Brief den Wahlsieg Bidens in Zweifel.

Die Autoren der Warnung rufen die Spitze des Verteidigungsministeriums dazu auf, sich in „Planspielen" mit der Gefahr zu beschäftigen und die Streitkräfte auf Loyalität hin zu überprüfen.