Umfrage

Zukunft des Homeoffice spaltet Beschäftigte und Arbeitgeber

Tobias Kisling
| Lesedauer: 3 Minuten
Homeoffice-Pflicht endet: Was jetzt?

Homeoffice-Pflicht endet- Was jetzt?

Am 20. März soll es wieder einen Büroalltag geben, denn dann fallen viele Corona-Maßnahme weg. Darunter auch die Homeoffice-Pflicht. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil will ein Recht auf Homeoffice durchsetzen.

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Berlin.  Viele Firmen wollen nach der Pandemie am Homeoffice festhalten. Allerdings nicht in dem Maße, wie es sich die Beschäftigten wünschen.

Die Pflicht zum Homeoffice gilt seit dem 20. März nicht mehr, Arbeitgeber können ihre Beschäftigten wieder zurück ins Büro beordern. Doch angesichts der hohen Corona-Fallzahlen gewähren viele Unternehmen derzeit noch einen Aufschub bei der geplanten Rückkehr ins Büro.

Dennoch gewinnt in vielen Firmen die Frage an Relevanz, wie es eigentlich zukünftig mit der mobilen Arbeit weitergehen soll. Viele Unternehmen haben bereits Betriebsvereinbarungen geschlossen, in anderen Firmen laufen die Verhandlungen. Die Vorstellungen von Arbeitgebern und Beschäftigten gehen dabei allerdings offenbar auseinander, wie eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag des sozialen Job-Netzwerks Xing hervorgeht. Die Umfrage liegt unserer Redaktion vorab vor.

Homeoffice: Beschäftigte wünschen sich maximale Flexibilität

Während sich demnach 17 Prozent der Beschäftigten die grundsätzliche Möglichkeit wünschen, auch nach der Corona-Pandemie vollständig mobil arbeiten zu können, wollen gerade einmal ein Prozent der Unternehmen den Mitarbeitern diese völlige Flexibilität auch gewähren.

Auch bei der Möglichkeit, drei Viertel der Arbeitszeit mobil zu erledigten, gehen die Vorstellungen auseinander. 14 Prozent der Beschäftigten wünschen sich eine solche Lösung, lediglich fünf Prozent der Personalentscheider sind aber bereit, eine solche Möglichkeit auch anzubieten.

Unternehmen setzen auf 50-Prozent-Kompromisse

Die Unternehmen setzen vor allem darauf, ihren Beschäftigten die Möglichkeit einzuräumen, die Hälfte ihrer Arbeitszeit von zuhause zu erledigen. Dies gaben 34 Prozent der befragten Personalentscheider an.

Weitere 28 Prozent der befragten Unternehmen wollen ihren Beschäftigten die Möglichkeit einräumen, bis zu 25 Prozent der Arbeitszeit im Homeoffice zu erledigen. Dieses Modell ist lediglich von sechs Prozent der Beschäftigten gewünscht. 31 Prozent der Unternehmen sehen keine Möglichkeit, ihre Beschäftigten mobil arbeiten zu lassen.

Wegfallende Fahrzeit wird von vielen Beschäftigten als Vorteil gesehen

„Die Beschäftigen wollen ihre liebgewonnene Freiheit, den Arbeitsort selbst wählen zu können, nicht aufgeben“, sagte Frank Hassler, Vorstand der New Work SE, unserer Redaktion. Büros hätten dann eine Relevanz, wenn sie einen Mehrwert zum Homeoffice bieten würden. „Wer unter Zwang seine Mitarbeiter zurückbeordert, riskiert es, sie zu verlieren“, sagte Hassler.

So gaben 57 Prozent der von Forsa befragten Beschäftigten an, bei einem möglichen Arbeitgeberwechsel auf eine flexible Arbeitszeit-Einteilung achten zu wollen. 69 Prozent der Befragten nannten als Hauptvorteil der Arbeit im Homeoffice, dass sie keine Fahrzeit mehr haben.

Mehrheit würde lieber flexibler arbeiten als mehr Geld erhalten

Aber auch niedrigere Ausgaben und eine freie Zeiteinteilung nannten die Befragten als Vorzüge. Vor die Wahl gestellt, ob sie lieber eine vollständige Anwesenheitspflicht und dafür ein zusätzliches Monatsgehalt oder für das bisherige Gehalt eine freie Arbeitsplatzentscheidung präferieren würden, entschieden sich 57 Prozent für die freie Arbeitsplatzwahl.

Für die Umfrage wurden von Forsa im Januar 1004 volljährige Erwerbstätige sowie 200 Personalentscheider in Deutschland befragt.