Gera. Ein Rückblick auf dieses Jahr und Ausblick für das Jahr 2023

Das Smart-City-Jahr 2022 war geprägt von Höhen und Tiefen. Höhen, weil viele Pilotmaßnahmen abgeschlossen werden konnten, Tiefen, weil die eigentlichen Maßnahmen bisher nicht vollumfänglich vom Fördermittelgeber – dem Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen – genehmigt wurden und somit den Zeitplan ins Wanken brachten.

Dennoch hat sich in diesem Jahr einiges sichtbar getan in der SmartCity Gera. Im Februar konnten autarke Solarleuchten im Ufer-Elster-Park mit mitlaufendem Licht installiert werden. Das spart zum einen Energie und gibt Radfahrern oder Spaziergängern mehr Sicherheit in der dunklen Tageszeit. Zudem wurden fünf Solarbänke installiert, die es ermöglichen, während des Verweilens beispielsweise ein Smartphone aufzuladen. Aufgrund von Vandalismus an einigen Bänken werden momentan neue Standorte geprüft.

Am 30. April fand zum Hofwiesenparkfest der erste Sensorworkshop statt. Im Zelt des Vereins Bürgernetz Gera-Greiz konnten Interessierte kombinierte Feinstaub-Temperatur-Luftfeuchte-Sensoren bauen und mit nach Hause nehmen. Somit wurde ein Netz an Standorten geschaffen, von wo aus diese Sensoren direkt ins SmartCity-Cockpit funken. Das Cockpit ist online abrufbar und zählt mittlerweile zu den führenden bundesweit. Es weist Wetterdaten, Pegelstände, Füllstände von Glascontainern oder die aktuellen Besucherzahlen im Hofwiesenbad aus. In den kommenden Wochen wird die Übersicht so weiterentwickelt, dass Nutzer ableiten können, zu welchem Zeitpunkt mit besonders viel oder besonders wenig Besuchern zu rechnen ist.

Wohnen und Stadterleben digital

Sehr erfolgreich verlief die weitere Umsetzung des Pilotprojektes „Thüringen@Home“ der TAG Wohnen. Bis zum Sommer wurden etwa 80 Wohnungen mit einem digitalen Assistenzsystem ausgestattet, wodurch insbesondere älteren Menschen ein längeres, selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden ermöglicht wird. Das Geraer Projekt ist damit deutschlandweit eines der größten seiner Art.

Um die SmartCity-Projekte für Interessierte greifbarer zu machen, wurden von Juli bis Oktober kostenfreie Stadtrundgänge mit dem Verein Gästeführer Region Gera angeboten. Die 90-minütigen Themenführungen gaben Einblicke und Hintergrundwissen zu den konkreten Maßnahmen, die in einem digitalen Modellprojekt bereits entstanden sind und das Leben in der Stadt mit Hilfe moderner Technik vereinfachen und attraktiver gestalten. Durchschnittlich beteiligten sich sieben Personen je Stadtrundgang, darunter auch ein Teilnehmer aus den USA. Im nächsten Jahr soll das Angebot fortgesetzt und weiterentwickelt werden – auch mit Terminen für Radtouren auf der Strecke.

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Als Höhepunkte zum Jahresabschluss wurde mit Förderung aus dem Projekt SmartCity eine Calisthenics-Anlage errichtet. Die Sportgeräte im Hofwiesenpark dienen Eigengewichtsübungen, die dazugehörigen Anleitungsvideos können über QR-Codes schnell, unkompliziert und barrierearm abgerufen werden. „All diese Maßnahmen zeigen, wie vielfältig SmartCity ist und wie unser Alltag im Kleinen positiv beeinflusst werden kann“, bedankt sich Rico Trost, Amtsleiter für Zentrale Steuerung und SmartCity Gera Projektleiter, bei allen die sich mit Ideen eingebracht haben. Doch auch Rückschläge mussten hingenommen werden.

Nachbesserung für Fördergelder

Nachdem im Dezember 2021 die konkreten Projekte beim Fördermittelgeber eingereicht wurden, erhielt Gera im Sommer 2022 die Rückmeldung, dass die SmartCity-Strategie zwar freigegeben ist, allerdings bei allen Maßnahmen Nachbesserungsbedarf bestehe. Einige Maßnahmen wurden gänzlich abgelehnt. Also wurde nachgebessert. Im November kam schließlich die Mitteilung, dass die ersten drei nachqualifizierten Maßnahmen unter Auflagen genehmigt wurden.

Stammtische werden fortgesetzt

Fortgesetzt werden im neuen Jahr die SmartCity-Stammtische, an denen einmal im Quartal Bürger und Stadtverwaltung smarte Ideen für die City entwickeln können. Der nächste Stammtisch wird am 2. Februar, ab 17 Uhr, stattfinden. „Gern können sich Interessierte schon jetzt unter smartcity@gera.de anmelden“, lädt Trost potenzielle Projektbeteiligte ein.