Bewegte Zeiten auf der Osterburg Weida

Am 6. März beginnt die Saison auf der Osterburg Weida. Die neue Sonderausstellung soll sich dann dem besonderen Verhältnis der Burg und des Themas "Zeit" widmen.

Türmer Rainer Kühnau nimmt die Gäste seit Kurzem auch auf den dritten Kranz des Bergfrieds mit. Archivfoto: Eric Scheel

Türmer Rainer Kühnau nimmt die Gäste seit Kurzem auch auf den dritten Kranz des Bergfrieds mit. Archivfoto: Eric Scheel

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Weida. Sie ist ein Ort, an dem die Zeit stehen geblieben scheint und die doch bis zuletzt bewegte Zeiten hinter sich hat: die Osterburg Weida. Das Wahrzeichen der Stadt hat ein sehr differenziertes Verhältnis zur Zeit. Die Burg hat seit ihrer Erbauung zwischen 1163 und 1193 stürmische Zeiten erlebt, hat als große Konstante diese Zeiten überdauert, auch wenn sie nicht spurlos an ihr vorbei gingen.

Deshalb auch waren vor allem die vergangenen Jahre bewegte auf der Burg, in denen einige Spuren der Zeit in aufwendigen und kostenintensiven Sanierungsarbeiten beseitigt wurden. Um die Burg auch für künftige Zeiten zu erhalten und um den Gästen eine ansehnliche Kulisse für ihre Zeitreise in vergangene Epochen zu bieten.

Nach Sanierung neue Angebote für Besucher

Zwischen 2011 und 2013 wurden mit europäischer Förderung, aber auch mit bürgerschaftlichem Einsatz auch finanzieller Natur, die marode Turmspitze auf dem prägenden 54 Meter hohen Bergfried sowie die Türmerstube erneuert und dem Neuen Schloss von außen zu neuem Glanz verholfen. Dach und Fassade des Neuen Schlosses wurden saniert, Fenster erneuert, und ein neues Treppenhaus gebaut. Mit der Fertigstellung der Stadtblickterrasse, mit der die nach damaligen Angaben etwa vier Millionen Euro teuren Sanierungsarbeiten ihren Abschluss fanden, wurden die Außenbereiche der Burg weiter aufgewertet. Die Terrasse, die auch bewirtschaftet wird, bietet einen imposanten neuen Blick über die Stadt Weida.

Die dadurch erweiterte Freiluft-Gastronomie, die vom Team der auf der Burg ansässigen "Wirtschaft zur Osterburg" betreut wird, ist eines der neuen Angebote, die durch die Sanierungen möglich wurden und das bestehende Angebot des Museums der Osterburg erweitert haben. Ein anderes ist die einmal im Monat angebotene Turmbesteigung bis zum dritten Kranz des Bergfrieds - vor der Turmspitzensanierung war das nur bis zum zweiten Kranz möglich. Außerdem kann man nun zweimal im Monat gemeinsam mit dem Türmer nicht nur dessen Türmerstube besuchen, sondern auch mit ihm die Uhr in der Uhrenstube aufziehen.

Kultureller Anziehungspunkt

"Die neuen Angebote sind allesamt gut angenommen worden", freut sich Bettina Gunkel, die Weidaer Hauptamtsleiterin. Die Besteigung des dritten Kranzes und das Uhrenaufziehen sind zwischen Mai und September jeweils nach Voranmeldung unter Telefon (036603) 5 41 10 möglich und nicht im normalen Museumseintritt enthalten.

Daneben heben Bettina Gunkel und Erkan Müller, verantwortlich für Tourismus und Öffentlichkeitsarbeit in der Stadtverwaltung, die nach wie vor bestehenden Angebote ergänzend zum Besuch des Museums mit Dauer- und Sonderausstellungen, 360-Grad-Projektion oder Türmerstube hervor. "Das Türmerfrühstück beispielsweise läuft, das braucht man kaum noch bewerben", sagt Gunkel. Und Müller unterstreicht das Angebot der "Stadtbilderklärung", zwischen Ostern und Reformationstag immer sonntags zwischen 14 und 16.30 Uhr.

Kontinuierliche Veranstaltungen wie Ostern auf der Osterburg, Mittelalterspektakel, Walpurgisnacht oder Schneemanntag, die von Mai bis in den Herbst monatliche Reihe "Sonntags im ..." mit Lesungen oder Konzerten und auch Kunstausstellungen machen die Osterburg zum festen kulturellen Anziehungspunkt. Neben dem Künstlerstammtisch tragen hierzu auch die "Ritter der Osterburg zu Weida" und der Förderverein "Freunde der Osterburg" bei. Auch als Ort fürs Ja-Wort hat sich die Osterburg etabliert, so gebe es laut Bettina"Gunkel schon wieder viele Hochzeitsanmeldungen.

An den Besucherzahlen lassen sich gut die bewegten letzten Jahre ablesen. Nachdem es 2010 noch 18 369 Gäste waren, spiegeln sich mit 13 986 im Jahr 2011 und nur 10 542 im Jahr 2012 die umfangreichen Arbeiten an der Burg wider. 2013 konnte dann die Zahl des Vorjahres mit 21 047 Besuchern fast verdoppelt werden, und 2014 besuchten 17 827 Interessierte Weidas Wahrzeichen.

Ausstellung als Vorgriff auf das "Wissens-Schloss"

Um auf diesen Zahlen auf- und sie gegebenenfalls weiter auszubauen, laufen aktuell die Vorbereitungen für die Saison 2015, die am 6. März mit einer besonderen Dauerausstellung in der Remise eröffnet wird. "Der Osterburg Zeit geben" wollen die Veranstalter mit der gleichnamigen Schau, was doppelt zu verstehen sei. Zum einen soll Zeit in Form von Messgeräten - Uhren, Kalender - und historischen Dokumentationen gegeben werden, wobei die bereits 2012 hier ausgestellte Atomuhr sicher ein Höhepunkt sein wird. Zum anderen ist die Schau als Vorgriff auf das nächste große Projekt in der Osterburg gedacht, das die Verwandlung des Neuen Schlosses in ein "Wissens-Schloss" vorsieht. In diesem sollen später Schülerlabors, Experimentierstationen und Ausstellungsflächen zu naturwissenschaftlichen und technischen Themen Platz finden.

Das Nutzungskonzept für das Neue Schloss ist noch in einem frühem Stadium, trotzdem sollen bei der Sonderausstellung bereits Vorüberlegungen des Architekten präsentiert werden - und der Osterburg damit die Zeit gegeben werden, die nötig ist um sich als Wissens-Schloss zu etablieren. Mit der Ausstellungseröffnung am 6. März ist dann auch die kurze Winterpause auf der Osterburg vorbei, das Museum ist dann donnerstags bis sonntags und an Feiertagen von 10 bis 16 Uhr geöffnet.

@ Mehr Informationen zum Nutzungskonzept unter: wissens-schloss.de

Bild 1: Bild 2: Bild 3: Im Neuen Schloss. Zum Museumstag 2014 wurde hier das Nutzungskonzept "Wissens-Schloss" präsentiert. Foto: Marcel Hilbert

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