Geras Marienkirche ist Förderprojekt

Gera-Untermhaus.  Deutsche Stiftung Denkmalschutz fördert die Fassadensanierung des Untermhäuser Gotteshauses.

Ein Teil der Fassade der Marienkirche wird derzeit restauriert. Johann-Christoph Trinks, Bauingenieur im Ruhestand und der Kirchgemeinde St. Marien freundschaftlich verbunden, engagiert sich ehrenamtlich bei der Baubetreuung.

Ein Teil der Fassade der Marienkirche wird derzeit restauriert. Johann-Christoph Trinks, Bauingenieur im Ruhestand und der Kirchgemeinde St. Marien freundschaftlich verbunden, engagiert sich ehrenamtlich bei der Baubetreuung.

Foto: Peter Michaelis

Seit dem Wochenende hängt das Banner der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) am Baugerüst am Untermhäuser Mohrenplatz. Dank der Lotterie Glücksspirale stellt die Stiftung für die Fassadensanierung an St. Marien 23.800 Euro zur Verfügung, heißt es in der Pressemitteilung aus Bonn. Das Gotteshaus gehöre damit zu den über 490 Denkmalen, die die private Stiftung dank Spenden, der Erträge ihrer Treuhandstiftungen sowie der Mittel der Lotterie allein in Thüringen fördern konnte.

„Natürlich freuen wir uns über die Unterstützung“, sagt Johann-Christoph Trinks aus Untermhaus, der sich um die Baustelle kümmert. Die Förderung beantragt habe Gemeindekirchenratsmitglied Gabriele Günther, die als Architektin arbeitet. Rund 240.000 Euro sind insgesamt für die Fassadensanierung veranschlagt. Dreiviertel der Summe kommen aus Mitteln der Städtebauförderung. Immerhin 45.000 Euro Eigenmittel steuert die Kirchgemeinde selber bei.

„Die Arbeiten sind gut vorangekommen“, sagt Trinks. „Theoretisch könnte das Gerüst am Chorraum noch dieses Jahr fallen. Das wäre auch mein Wunsch“, meint er. Für 14 Tage werde es noch gebraucht, um den Teil Fassade zwischen dem Gurtgesims und dem Dach zu vollenden. Das Sandsteinband hatte man sich als Abschluss für den ersten Bauabschnitt ausgeguckt. Darunter könne dann ohne Gerüst gearbeitet werden. Fenstergitter sind in Ordnung gebracht, die Fassade des Chorraumes neu geputzt und gestrichen. „Mit der Denkmalbehörde fiel die Entscheidung für ein leicht ins Gelblich gehende Grau“, beschreibt Trinks die neue Farbe und meint: „Mir gefällt sie gut.“ Derweil laufen an der Rückseite die Arbeiten weiter.

Die Kirchengeschichte

Um das Jahr 1200 wurde in Gera eine Marienkapelle errichtet, die der Vorläufer der jetzigen Kirche ist, so die Deutsche Stiftung Denkmalschutz. Im 15. Jahrhundert entstanden Turm, Altarraum und der älteste Teil des jetzigen Langhauses im spätgotischen Stil aus Falkaer Sandstein. Der kostbarste Schmuck der Marienkirche ist der von den Geraer Kaufmanns-Familien Kudorf und Waltheym gestiftete gotische Altar.

1736 wurde Untermhaus eine eigene Pfarrgemeinde und wenig später der Innenraum im Stile des Barock umgestaltet. Ende des 19. Jahrhunderts entschied man sich für eine gründliche Erneuerung der Kirche, statt eines Neubaus, um für die schnell wachsende Gemeinde Raum zu schaffen Das Kirchenschiff wurde bis in den Chorraum verlängert und um zwei Meter nach Westen erweitert. Das Langhaus schließlich wurde durch den Einbau eines hölzernen Tonnengewölbes geschlossen. 1936 wurde der Innenraum nochmals erneuert.