Ökumenische Frauensonntag in Wünschendorf widmet sich dem Hohe Lied

Wünschendorf  Auftaktgottesdienst in der über 1000-jährigen Veitskirche

Der von Frauen verschiedener Gemeinden im Kirchenkreis organisierte Ökumenische Frauensonntag findet in diesem Jahr in Wünschendorf statt, der Auftaktgottesdienst in der altehrwürdigen Veitskirche.

Der von Frauen verschiedener Gemeinden im Kirchenkreis organisierte Ökumenische Frauensonntag findet in diesem Jahr in Wünschendorf statt, der Auftaktgottesdienst in der altehrwürdigen Veitskirche.

Foto: Marcel Hilbert

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„Meine Freundin ist schön. Als ich aufstand ist sie gegangen. Weckt sie nicht bis sie sich regt. Ich habe mich in ihren Schatten gelegt.“ Musikfreunde können diese Liedzeilen sicher schnell zuordnen. Es sind nicht die einzigen im Puhdys-Song „Wenn ein Mensch lebt“, die von einem anderen „Lied“ inspiriert sind, dem sogenannten „Hohe Lied“.

„Es wird der prominenten biblischen Gestalt des König Salomo zugeschrieben und ist eine Sammlung nicht zusammenhängender Texte voller Poesie und Erotik und voller Träume und Metaphern“, sagt Andrea Dressel. Im Judentum gehöre das Hohe Lied zu den sogenannten Megillot oder Festrollen und ist dem Pessach-Fest im Frühling zugeordnet. „In der christlichen Tradition führte es eher ein Schattendasein, was sich aber in diesem Jahr durch die neue Ordnung der Predigttexte ändern wird“, erklärt die Geraerin, die zum festen Kern der Ökumenischen Frauensonntagsgruppe im Kirchenkreis Gera gehört.

Das Hohe Lied ist in diesem Jahr – erstmals zentral durch fast alle Landeskirchen – zum Thema des Ökumenischen Frauensonntags auserkoren worden, sagt sie. Die Veranstaltung, die jährlich in den Gemeinden des Kirchenkreises wandert, findet am morgigen Sonntag, ab 10 Uhr, in Wünschendorf statt und hat das Motto: „Du bist schön“. „Es geht um Poesie und die Liebe“, sagt Andrea Dressel, um die Liebe als Allegorie auf die Liebe zu Gott, aber auch ganz konkret „um die Liebe, die uns geschenkt wird und die wir weiterschenken und in der wir weiterwachsen können.“ Der Puhdys-Titel bietet den Einstieg, sagt sie, mit ihm werde am Frauensonntag gearbeitet, der ein musikalischer werde.

Das soll schon zum Auftakt beim von der Frauensonntagsgruppe gestalteten Themen-Gottesdienst in der über 1000-jährigen Wünschendorfer Veitskirche deutlich werden. Dazu darf als Gast auch Carola Ritter, leitende Pfarrerin der Evangelischen Frauen in Mitteldeutschland, begrüßt werden. Nach dem Gottesdienst, dessen Kollekte dem Kinderhospiz Mitteldeutschland zugutekommen soll, wird ausgeschwärmt in den Ort. Die Teilnehmer dürfen sich entweder einer Wanderung nach Cronschwitz zu einer Klostergarten-Führung anschließen oder gemeinsam zum Gemeindegarten laufen und dort einen spirituellen Tanzworkshop mit Iris Lorek aus Rudolstadt besuchen. Bei Bedarf gibt es einen Fahrdienst. Beide Gruppen treffen sich danach im Wünschendorfer Gemeindezentrum wieder zum gemeinsamen Brunch. Hier gibt es ab 13.45 Uhr im Anschluss überraschende Erkenntnisse der Apothekerin Marion Heidenreich aus Münchenbernsdorf zum Thema des Tages, ehe dieser musikalisch und mit dem Reisesegen ausklingt.

Wie immer, sagt Andrea Dressel, ist der Eintritt frei und sind Frauen und Männer aller Konfessionen gleichermaßen herzlich eingeladen. Das Hohe Lied spreche schließlich auch beide Geschlechter an.

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