Innenstadt-Baustelle

Umbaustart des Elster Forums in Gera verzögert sich

Gera.  Eine alte Satzung für das Sanierungsgebiet Stadtzentrum entpuppt sich als Hemmschuh für eine große Investition.

Eine Romafamilie aus Slowenien macht vor dem ehemaligen Elster Forum Straßenmusik. Die Eröffnung des Einkaufszentrums als Otto-Dix-Passage wird sich voraussichtlich verzögern.

Eine Romafamilie aus Slowenien macht vor dem ehemaligen Elster Forum Straßenmusik. Die Eröffnung des Einkaufszentrums als Otto-Dix-Passage wird sich voraussichtlich verzögern.

Foto: Peter Michaelis

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Die Otto-Dix-Passage wird nicht Ende 2020 eröffnet werden können. Der Umbaustart verzögert sich weiter. Offenbar haben die Investoren und die Stadt Gera den Aufwand für die sanierungsrechtlichen Genehmigungen unterschätzt.

Die Verzögerung räumt Alexander Folz, geschäftsführender Gesellschafter der Arcadia Investment Group aus Leipzig, auf Anfrage unserer Zeitung ein. Im April 2018 erwarb die Gruppe das Elster Forum, um es zu einem modernen Einkaufszentrum mit mehr als den vorhandenen 14.000 Quadratmeter Verkaufsfläche umzubauen. Als Grund nennt er das Warten auf sanierungsrechtlichen Genehmigungen aus der Stadtverwaltung. Für alle Rechtsvorgänge sind diese erforderlich, seit der Stadtrat das Areal im Jahr 2000 zum „Sanierungsgebiet Stadtzentrum“ erklärte und mit einer Satzung der Stadt Gera förmlich als solches festlegte. Das heißt, dass beispielsweise das Eintragen einer Grundschuld genauso wie jeder Mietvertrag und alle Außenwerbungsanlagen auf diese Weise genehmigt werden müssen.

Kommentar: Das Zentrum leidet

Im Areal betrifft das nicht nur das Elster Forum, sondern demnächst auch Geras Neue Mitte. „Vier Monate haben wir auf diese Genehmigung für den Mietvertrag mit der Drogerie Rossmann gewartet“, erzählt Folz. Mitte Juli war dieser unterschrieben worden. Vier Monate seien es auch für den Vertag über 25 Quadratmeter gewesen, die eine Bank im Einkaufszentrum mieten will. Auch Verhandlungen mit Ankermietern hängen an dieser speziellen Genehmigung für das Werbekonzept.

„Ob das der einzige und alleinige Grund ist, vermag ich nicht einzuschätzen“, meint Oberbürgermeister Julian Vonarb (parteilos) zunächst am Telefon. Er habe vor drei/vier Wochen das letzte Mal mit dem Investor gesprochen.

An Baufirmen, die nicht zu finden seien, liege es jedenfalls nicht, so Folz. Vonarb erklärte später, dass am 9. April 2019 die grundsätzliche sanierungsrechtliche Genehmigung erteilt worden sei. Derzeit würden Statik und Brandschutz geprüft. „Kurzfristig werden wir auf den Investor zugehen, um ein Gesamtpaket für die Werbeanlagen vorzuschlagen. Der betroffenen Abteilung war die Brisanz nicht so bewusst gewesen“, räumt der Oberbürgermeister ein.

Seit Ende Juli 2019 ist das Einkaufszentrum in der Innenstadt geschlossen. Der Innenabriss ist erledigt. Ursprünglich sollte Ende 2020 das Objekt als Otto-Dix-Passage neu eröffnen. In den Umbau wolle man einen zweistelligen Millionenbetrag investieren. Entstehen sollen 16.250 Quadratmetern Verkaufsfläche für fast 30 Mieter.

Bereits im August 2018 war ein Namenswettbewerb ausgewertet worden, an dem sich Leser unserer Zeitung beteiligt hatten. Damals entschied eine Jury, dass das Einkaufszentrum künftig als Otto-Dix-Passage firmieren soll.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Zu den Kommentaren