Übergabe des Plauener MAN-Werkes an Fahrzeughersteller Binz aus Ilmenau

Cathrin Wilhelm ist die geschäftsführende Gesellschafterin der Binz Ambulance- und Umwelttechnik GmbH in Ilmenau.

Cathrin Wilhelm ist die geschäftsführende Gesellschafterin der Binz Ambulance- und Umwelttechnik GmbH in Ilmenau.

Foto: Tino Zippel (Archivbild)

Plauen  Das MAN-Werk in Plauen wurde an den Fahrzeugbauer Binz aus Ilmenau übergeben. Mitarbeiter sollen dort bald nicht nur Ambulanzfahrzeuge fertigen.

Das MAN-Werk in Plauen ist am Donnerstag offiziell an den Thüringer Fahrzeugbauer Binz übergeben worden. Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) geht von einer Erfolgsgeschichte aus. „Es ging nicht darum, ob es eine Perspektive nur für Arbeitsplätze geben wird. Es ging immer um die Frage, welche Perspektive eine industrielle Region hat“, sagte er am Rande des Termins: „Dass ein mittelständisches Unternehmen wie die Firma Binz Verantwortung übernimmt und sich auch mit einem großen Weltkonzern wie MAN auf Augenhöhe begegnet, das nötigt mir großen Respekt ab.“

Das Interesse an dem Unternehmen habe nicht den schönen Maschinen und Anlagen gegolten, sondern den Mitarbeitern, sagte Cathrin Wilhelm, Geschäftsführende Gesellschafterin von Binz. Das sei der Dreh- und Angelpunkt für einen Hersteller von Sonderfahrzeugen. Auch bei den Mitarbeitern in Plauen gebe es Erleichterung, sie seien engagiert dabei. Als erstes wolle man in Plauen eine Serie von Fahrzeugen für das Technische Hilfswerk fertigen. Auch Ambulanzfahrzeuge sollen hier entstehen.

Binz hatte den Kaufvertrag für die Übernahme des MAN-Werks in Plauen kurz vor Ostern unter Dach und Fach gebracht. Über die Höhe der Kaufsumme wurde nichts bekannt. Binz mit Sitz in Ilmenau fertigt Spezialfahrzeuge etwa für Feuerwehr und Rettungsdienste. MAN hatte in Plauen bisher Busse und Vans umgebaut. Im vergangenen Jahr kam die Ankündigung, das „Bus Modification Center“ in Plauen schließen zu wollen. Das 220 Mitarbeiter starke Ilmenauer Unternehmen übernimmt nun nicht nur die Immobilien und Maschinen, sondern auch die noch 120 MAN-Beschäftigten.