Zeulenrodaer hat 60.000 Mal ein Ring vergeben

Zeuelenroda-Triebes  Vogelexperte und Naturliebhaber Klaus Klehm aus Zeulenroda beringt Vögel seit 40 Jahren

Klaus Klemm vor rund zehn Jahren mit dem Nachweis, dass er 40.000 Vögel beringt hat. Mittlerweile beringte er 60.000 Tiere.

Klaus Klemm vor rund zehn Jahren mit dem Nachweis, dass er 40.000 Vögel beringt hat. Mittlerweile beringte er 60.000 Tiere.

Foto: Archiv/Ute Flamich

Klaus Klehm aus Zeulenroda-Triebes hat allein im vergangenen Jahr rund 1000 Vögel beringt. Darunter waren allein 76 Kernbeißer. Zudem waren Gimpel, Kleiber, Berg- und Buchfinken, Buntspechte, Zilpzalp und viele weitere Vogelarten dabei. „Mittlerweile sind es seit 1961 mindestens 60.000 Vögel in 122 verschiedenen Arten, die ich beringt habe“, sagt der Senior nicht ganz ohne Stolz.

Immer im Einsatz für die Natur unterwegs

Seit 60 Jahren ist er Mitarbeiter der Vogelwarte Hiddensee. Sein Hobby ist das Beringen der Vögel verbunden mit einer starken Liebe zur Natur. Er ist Mitglied im Naturschutzbund und gehört der Fachgruppe Ornithologie der Ortsgruppe Zeulenroda des Naturschutzbundes an.

Unzähligen Kindern hat Klaus Klehm sein Wissen vermittelt. Oft war er in der Vergangenheit in Schulen oder Arbeitsgemeinschaften unterwegs oder er hatte Schüler im Schlepptau, wenn er im Wald unterwegs war.

An den Futterstellen herrscht Hochbetrieb

Vielen der Vögel, die einen Ring von Klaus Klehm in der Vergangenheit bekommen haben, ist er auch an den Futterstellen auf seinem Grundstück im Tiergehege Zeulenroda begegnet. An einer Futterstelle finden Kohl-, Blau – und Sumpfmeisen Sonnenblumenkerne. An einer anderen Futterstelle locken Rinderfett oder-talk sowie Schaftalk Kleiber, Buntspechte oder Schwanzmeisen an. Es ist ein Kommen und Gehen oder besser ein An- und Abflug an den Futterstellen. Besonders jetzt, wenn Schnee und Eis das Futter der Tiere rar werden lässt, sollten alle an die Winterfütterung denken, mahnt der Zeulenrodaer.

Beringt wird das ganze Jahr

Im Frühjahr und Sommer, wenn die Jungvögel geschlüpft sind, dann geht es hinaus. Die Kleinen müssen nun ihre Ringe bekommen. Auf denen befinden sich Nummern und diese werden mit verschiedenen Angaben zum Ort oder dem möglichen Geburtsdatum an die Vogelwarte Seebach und Hiddensee weitergegeben. So kann jeder einzelne Vogel, ganz gleich wo er sich auf der Welt befindet, identifiziert werden. Das Beringen der Vögel sei die beste Möglichkeit, den Werdegang der Vögel zu erforschen, sagt Klaus Klehm. Mittlerweile habe sich die Registrierung weltweit durchgesetzt. Erstmals wurde die Vogelberingung im größeren Umfang für wissenschaftliche Zwecke im Jahre 1899 durch den Dänen H. D. Mortensen angewandt. Zum Beringen sei Fingerspitzengefühl notwendig, zudem eine Ausbildung, so der Zeulenrodaer.

In Zeulenroda Beringergemeinschaft

In Zeulenroda gibt es eine Beringergemeinschaft, die sich aus Enrico Lux, Ingo Eckardt und dem Zeulenrodaer Senior zusammensetzt. Wobei jeder der drei Naturliebhaber seine Vorzugs-Gebiete hat wie Kirchtürme mit Dohlen, Turmfalken und Mauersegler oder die Nistkastenreviere wie rund um die Zeulenrodaer Riedelmühle.

Im Wald die Vögel rufen hören

Auf einem Spaziergang im Wald hört man die Vögel des Waldes rufen. „Der größte Teil der Vogelarten lebt im Wald. Der alte Laubmischwald um das Zeulenrodaer Tiergehege ist ideal für eine Beobachtung der Vögel“, sagt Klaus Klehm. „Solange es mein Körper durchhält, werde ich weiterhin beringen.“