Saale-Holzland. Was Truck-Stop-Inhaber Eberhard Schneider in diesem Jahr mit seinem Trabant-Kübel vorhat. Und wo es Essen „wie früher im Osten“ gibt.

Wenn Eberhard Schneider an Himmelfahrt, 9. Mai, ab 10 Uhr wieder zum traditionellen „Frühlingserwachen der Oldtimerszene“ auf das Gelände seines „Truck-Stops“ in Quirla einlädt, dann ist höchstwahrscheinlich auch Reinhard Bergner aus Gera mit dabei.

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„Wir hatten gedacht, dass heute Oldtimer-Treffen ist“, sagte er am 1. Mai, als er zum Bratwurstfest in Quirla anzutreffen war. Mit dabei hatte er an diesem Tag seinen Mercedes-Benz Heckflosse W110. Das Fahrzeug des Baujahres 1967, in original grauer Farbe mit Automatikgetriebe und Servolenkung, werde im Volksmund auch „Wolf im Schafspelz“ genannt. „Der fährt sich schön“, sagte Reinhard Bergner. Etwa 1000 Kilometer fahre er mit seinem Schätzchen im Jahr, das er jeweils nur für drei Monate je Saison anmelde. „130 Kilometer pro Stunde wird er sicher fahren. Das habe ich aber noch nicht getestet“, sagte der Geraer und schmunzelte. Am 9. Mai wolle er wieder nach Quirla kommen, dann aber mit einem seiner anderen Oldtimer, allerdings des gleichen Herstellers.

Reinhard Bergner aus Gera steht am 1. Mai an seinem Mercedes-Benz Heckflosse W110. Nicht mit diesem, sondern mit einem anderen Oldtimer, will er am 9. Mai wieder nach Quirla kommen.
Reinhard Bergner aus Gera steht am 1. Mai an seinem Mercedes-Benz Heckflosse W110. Nicht mit diesem, sondern mit einem anderen Oldtimer, will er am 9. Mai wieder nach Quirla kommen. © OTZ | Ute Flamich

Die Veranstaltung am Vatertag sei eines der größten Oldtimer-Treffen in Thüringen und habe schon viele Jahre Tradition, sagte Truck-Stop-Inhaber Eberhard Schneider.

Entstanden sei das Oldtimertreffen in Quirla als Anklang an das Internationale Ostblock-Fahrzeugtreffen in Ribnitz-Damgarten, das vom Technikverein Pütnitz organisiert wird und in diesem Jahr zum 23. Mal am ersten Juli-Wochenende veranstaltet wird. Wenn es seine Zeit zulässt, dann will Eberhard Schneider in diesem Sommer in einem seiner Oldtimer das „Grüne Band“ entlangfahren und somit auf einer etwa 1400 Kilometer langen Strecke dem Verlauf der ehemaligen innerdeutschen Grenze bis an die Ostsee folgen. Ziel ist für ihn am Ende natürlich das Fahrzeugtreffen in Ribnitz-Damgarten. „Die Fahrt würde ich mit meinem Trabant-Kübel machen“, sagte Schneider. Das Fahrzeug sei eines von wenigen Exemplaren, das einst an die Grenztruppen der NVA ausgeliefert wurde.

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Auf sein Oldtimerfest am kommenden Donnerstag freue er sich vor allem, weil dieses wieder die Möglichkeit biete, viele interessante und motorinteressierte Menschen kennenzulernen, sagte Schneider. Auch wenn er an diesem Tag wie immer alle Hände voll zu tun haben werde, nehme er sich gern die Zeit für Gespräche mit fachkundigen Männern und Frauen.

Saale-Holzland: Wo es Essen „wie früher im Osten“ gibt

Weil zu keinem Fest gutes Essen fehlen darf, gibt es zum Oldtimertreffen „das beste Gulasch“ und „Soljanka wie früher im Osten“, sagte Eberhard Schneider. Thüringer Bratwürste und Rostbrätel, Erbsensuppe sowie Kaffee und Kuchen werden ebenfalls angeboten. Auch Wanderer- und Radfahrgruppen sind herzlich eingeladen, es gibt einen großen Bauernmarkt und Live-Musik. Moderiert wird die Veranstaltung auch in diesem Jahr von Hans Höltje (89) aus Hermsdorf.

Termin: 9. Mai ab 10 Uhr „Frühlingserwachen der Oldtimerszene“ im Truck-Stop in Quirla